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ITB: Dem Vertriebsmodell Software as a Service wird von Gartner hohes Wachstumspotenzial bescheinigt. Um knapp 30 Prozent sollen die SaaS-Umsätze bei Unternehmensanwendungen bis Ende des Jahres zulegen. IBM ist ein großer Player in diesem Markt, als Infrastrukturanbieter, der in Rechenzentren die Applikationen bereit stellt. Wie schätzen Sie die Chancen dieses Trends ein?
Fell: SaaS bietet Unternehmen die attraktive Möglichkeit, Software als Dienstleistung mittels Internet-Technologien je nach Bedarf zu beziehen, um technologisch auf dem neuesten Stand zu bleiben – bei gleichzeitiger Kostenersparnis. Ich denke, dass das deshalb ein sehr spannendes Thema für meinen Verantwortungsbereich, den Mittelstand, darstellt. Sicher steht SaaS noch in den Startlöchern, aber wir haben bereits mit einigen Software-Anbietern ein erfolgreiches One-to-Many-Konzept umgesetzt, wie zum Beispiel zuletzt die On-Demand-Lösung von Semiramis.
ITB: Aus Sicht der Endkunden ist SaaS aber auch mit einer externen Datenhaltung verbunden. Das Thema Datenschutz wird nach den zahlreichen Pannen in der Vergangenheit aber tendenziell an Bedeutung gewinnen. Wird das die Ressentiments gegen SaaS nicht verstärken?
Fell: In vielen mittelständischen Unternehmen muss eine relativ kleine Truppe die komplette IT am Laufen halten. Hier geht der Trend eher dahin, auszulagern und Verantwortung abzugeben. Was das Thema Datenschutz angeht, kann ich darauf verweisen, dass wir das einzige Rechenzentrum in Europa betreiben, das die Anforderungen der TÜV-Güteklasse 4 erfüllt. Oder lassen Sie es mich korrekter formulieren: Der TÜV hat wegen dieses Rechenzentrums die Skala nach oben erweitert. Hier liegen beispielsweise auch die Daten der Deutschen Bank. Aber um auf Ihre Frage zurück zu kommen: Ich glaube fest an die Idee von SaaS. Das Datenschutzthema wird ihm eher in die Hände spielen. Denn das Konzept der Web-basierten Mietsoftware befreit Unternehmen nicht nur von Betrieb und Wartung der Software, sondern auch von der Datensicherung. Es bleibt ihnen folglich mehr Zeit und Energie für ihre eigentlichen Aufgaben.
Lesen Sie im nächsten Teil Einzelheiten über das Verhältnis zwischen IBM und Lenovo.
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