Recycling statt Elektroschrott Telekom baut DSL-Router aus alten Smartphones

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Die Telekom hat den DSL-Router NeoCircuit vorgestellt, der aus wiederverwendeten Smartphone-Komponenten besteht. Der Prototyp soll Ressourcen schonen und CO₂-Emissionen senken und zeigen, wie sich ausgemusterte Elektronik verwerten lässt.

Durch Weiterverwendung von Komponenten wie Hauptplatine, Prozessor und Speicherchips aus alten Smartphones hat die Telekom einen neuen Router gebaut.(Bild:  KI-generiert)
Durch Weiterverwendung von Komponenten wie Hauptplatine, Prozessor und Speicherchips aus alten Smartphones hat die Telekom einen neuen Router gebaut.
(Bild: KI-generiert)

Smartphones haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 2,5 bis 3 Jahren. Allein im Jahr 2022 wurden laut Telekom rund 5,3 Milliarden Mobiltelefone ausgemustert. 

Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die Telekom gemeinsam mit Partnern einen Router entwickelt, der größtenteils aus wiederverwendeten Smartphone-Bauteilen besteht. Der Prototyp NeoCircuit Router erreicht laut Unternehmen eine Zirkularität von etwa 70 Prozent. Damit wäre ein Großteil der verwendeten Materialien wiederverwertbar, wodurch sich der Bedarf an neuen Ressourcen erheblich reduzieren ließe: Die Hauptplatine, der Prozessor und die Speicherchips stammen aus alten Mobilgeräten, werden aufbereitet und in den neuen Router integriert. Dadurch wird nicht nur Elektroschrott vermieden, sondern auch Ressourcen geschont und der CO₂-Ausstoß, der durch die Neuproduktion solcher Bauteile entsteht, deutlich gesenkt.

Dieses Vorgehen hat mehrere Vorteile: Zum einen reduziert es die Umweltbelastung durch Elektroschrott, indem ausgediente Smartphones eine zweite Nutzung erhalten, anstatt auf Deponien oder in der Müllverbrennung zu landen. Damit werden potenziell schädliche Substanzen, wie Schwermetalle oder Kunststoffe, nicht unnötig freigesetzt. Zum anderen verringert es den Bedarf an neuen Rohstoffen wie seltenen Erden, die für die Halbleiterproduktion essenziell sind und oft unter umweltschädlichen sowie sozial problematischen Bedingungen abgebaut werden. Eine ressourcenschonendere Wiederverwertung solcher Bauteile trägt somit nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern reduziert auch die Abhängigkeit von geopolitisch sensiblen Lieferketten.

Zudem werden etwa durch die Weiterverwendung der Prozessoren der CO₂-Emissionen in der Größenordnung von circa 50 Prozent reduziert. Dies resultiert aus der Einsparung energieintensiver Herstellungsprozesse neuer Halbleiter und Leiterplatten sowie der geringeren Nachfrage nach Rohstoffen, deren Abbau und Verarbeitung erhebliche Mengen an Emissionen verursachen. Zusätzlich reduziert das Recycling von Bauteilen den Wasserverbrauch bei der Produktion neuer Chips erheblich.

Elektronikteile aus Alt-Smartphone werden in den Router-Prototypen eingesetzt.(Bild:  Deutsche Telekom)
Elektronikteile aus Alt-Smartphone werden in den Router-Prototypen eingesetzt.
(Bild: Deutsche Telekom)

Herausforderung: Kompatibilität und Performance

Die Wiederverwertung von Elektronik stellt Ingenieure vor technische Herausforderungen. Komponenten müssen nicht nur kompatibel mit der Infrastruktur eines DSL-Routers sein, sondern auch aktuelle Sicherheits- und Performance-Anforderungen erfüllen. Laut Telekom wurde das Konzept so entwickelt, dass die neu eingesetzten Smartphone-Bauteile eine ähnliche Rechenleistung wie herkömmliche Router-Hardware bieten.

Knifflig ist zudem die Softwareintegration: Da die Hardware aus verschiedenen Smartphone-Modellen stammt, musste eine anpassungsfähige Firmware entwickelt werden, die verschiedene Prozessorarchitekturen unterstützt. Die Telekom setzt auf ein modulares Betriebssystem, das die nahtlose Integration unterschiedlicher Komponenten ermöglicht und Sicherheitsupdates gewährleistet.

Dieses alternative Hardware-Design könnte künftig in der Massenfertigung Anwendung finden. Sollte sich das Konzept bewähren, könnte es dazu beitragen, die Nutzungsdauer von Elektronikkomponenten erheblich zu verlängern und die Nachhaltigkeitsziele der Branche voranzutreiben.

Perspektiven

Mit dem NeoCircuit Router möchte der TK-Riese einen neuen Standard für nachhaltiges Hardware-Design etablieren. Das Konzept könnte dazu beitragen, ein Umdenken zu initiieren. Wenn große Hersteller in der ICT-Branche recycelte Bauteile in ihre Produktionsketten integrieren, ließe sich der Ressourcenverbrauch erheblich reduzieren. Die Telekom sieht das Projekt als Blaupause für weitere Initiativen zur nachhaltigen Nutzung von Elektronikbauteilen.

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