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Geld verdienen mit GPL?
Es stellt sich die Frage, wie mit einer Software, die unter einer General Public License (GPL) kostenlos abgegeben wird, Geld verdient werden kann. Immerhin wurde Open Studio inzwischen 900.000 Mal kostenfrei heruntergeladen und Gehälter zahlen sich nicht vom Community-Gedanken. Überhaupt ist es bei ETL-Tools nicht so wie im Linux-Umfeld, dass eine Open-Source-Gemeinde fleißig mitprogrammiert, das machen vielmehr 50 Entwickler aus dem Hause Talend.
Vererbungslehre
Martin Lange, Business Development Manager in der deutschen Niederlassung von Talend erläuterte das Geschäftsmodell: Ein Weg zum Umsatz führt über Dienstleistungen wie Training und Consulting. Ein anderer über die kostenpflichtige »Subscribtion« von Entwicklern. Talend stellt ihnen dann kostenpflichtige Nicht-GPL-Varianten der Software zur Verfügung, auf denen aufgebaut werden kann. Der Hintergrund ist folgender: Bei Software unter GPL wird die eingeschränkte freie Verwendung auf die darauf aufbauende Lösung weiter »vererbt«. Für Software-Entwickler, die Talend-Produkte in einem kommerziellen Produkt verwenden möchten, gibt es daher auch eine kostenpflichtige Lizenz. Hier gilt keine General Public License, denn sonst würde das kommerzielle Produkt selbst zu einer Open-Source-Anwendung – undenkbar für Hersteller. Noch ein Unterschied ist: Während es sich bei der GPL-Version entwicklerseitig um eine Single-PC-Lösung handelt, unterstützen die kostenpflichtigen die Collaboration auf Entwicklerebene. Zudem werden Grid-Betrieb, CPU-Balancing und Monitoring unterstützt.
Einen ähnlichen Ansatz fährt beispielsweise die Open-Source-Datenbank MySQL: GPL-Versionen sorgen für die Verbreitung in einer Community. Wenn das Geschäft rund um die Tools ernsthafter wird, werden kostenpflichtiger Support oder kostenpflichtige Lizenzversionen geordert.
Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Vertriebsansatz und zur neuen Version des Talend-Studios.
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