Fokus liegt auf Investitionen zur Performancesteigerung durch KI Studie von NTT Data belegt: Die Zeit der GenAI-Experimente ist vorbei

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Der Global GenAI Report von NTT Data offenbart das Ende der Experimentierphase für GenAI. Die meisten IT- und Unternehmensleiter planen langfristige Anwendungsszenarien zur Verbesserung von Performance, Arbeitsplatzkultur, Compliance, Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Stefan Hansen, CEO bei NTT Data DACH: „Wir befinden uns gerade in einer Phase, in der sich generative KI zu einer unverzichtbaren produktiven Kraft entwickelt.“(Bild:  NTT Data)
Stefan Hansen, CEO bei NTT Data DACH: „Wir befinden uns gerade in einer Phase, in der sich generative KI zu einer unverzichtbaren produktiven Kraft entwickelt.“
(Bild: NTT Data)

Der „Global GenAI Report: How organizations are mastering their GenAI destiny in 2025“ zeigt, dass fast alle der befragten Manager in GenAI investieren und 83 Prozent bereits GenAI-Teams eingerichtet haben. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

  • 97 Prozent der CEOs erwarten erhebliche Auswirkung dieser Technologie.
  • 99 Prozent der Unternehmen planen weitere Investitionen in GenAI.
  • 90 Prozent sehen die bestehende Infrastruktur als Hindernis für die effektive Nutzung von GenAI an.

Zu den wichtigsten Anwendungsfällen für GenAI gehören personalisierte Serviceempfehlungen und Wissensmanagement, Qualitätskontrolle sowie Forschung und Entwicklung (F&E). Für zwei Drittel der befragten Führungskräfte wird sich GenAI in den nächsten zwei Jahren zu einem Gamechanger entwickeln und vor allem bei Produktivität und Effizienz, Nachhaltigkeit, Compliance, Geschäftsprozessen, Sicherheit sowie Mitarbeitererfahrungen Verbesserungen bringen.

Strategie und Transformation

Für GenAI-Technologien beginnt ein Zyklus der Konsolidierung und Integration verschiedenster Ansätze. Isolierte Experimente werden rasch aus den Budgets verschwinden. Dabei geben 83 Prozent der befragten CEOs an, über eine klar definierte GenAI-Strategie zu verfügen, 70 Prozent erwarten bis 2025 transformative Effekte, aber 51 Prozent haben diese Strategie noch nicht mit ihren Geschäftsplänen abgeglichen. Diese Lücke schränkt sowohl die Rentabilität als auch die Zufriedenheit mit den aktuellen Ergebnissen ein.

Innovation und Technologie

Fast alle Befragten stimmen zu, dass GenAI die Kreativität fördern und die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung verbessern kann. Angesichts der schnellen Entwicklung der GenAI-Technologie müssen die Unternehmen ihre Strategien und Betriebsmodelle ständig neu bewerten und optimieren. Als größtes Hindernis für die effektive Nutzung von GenAI betrachten 90 Prozent der Befragten veraltete Infrastrukturen. 96 Prozent beurteilen daher cloudbasierte Lösungen als am besten geeignet zur Unterstützung von GenAI-Anwendungen.

Menschen und Kultur

96 Prozent der Befragten denken darüber nach, wie GenAI künftig die Arbeitsabläufe ihrer Mitarbeitenden unterstützen und Prozesse optimieren kann. Allerdings geben 67 Prozent der Befragten an, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht über die notwendigen Fähigkeiten für die Arbeit mit GenAI verfügen. Etwa die Hälfte plant daher Schulungen und Trainings, um die Adaption von GenAI zu erhöhen. Die größten Hindernisse sind dabei Nutzer, die einer GenAI-Lösung nur einen begrenzten Wert zumessen, ein limitierter oder fehlender Bekanntheitsgrad der Lösung, Widerstand gegen die Technologie und Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von GenAI.

Ethik, Sicherheit und Nachhaltigkeit

Die Manager sehen sich beim Thema GenAI in der Pflicht, ein Gleichgewicht zwischen moralischen Imperativen und strategischen Notwendigkeiten zu finden. Für 81 Prozent ist es „sehr wichtig“, ihren Mitarbeitenden dabei zu helfen, Innovation und Verantwortung in Einklang zu bringen. Gleichzeitig geben 72 Prozent der Befragten an, dass es in ihrem Unternehmen keine Richtlinien für die Nutzung von GenAI durch die Mitarbeitenden und den Schutz geistigen Eigentums gibt. 45 Prozent der CISOs fühlen sich „unter Druck gesetzt, bedroht oder überfordert“. Zudem geben 82 Prozent an, die staatlichen Vorschriften für KI seien unklar und behindern damit GenAI-Strategien. Die meisten Befragten gehen daher davon aus, dass die Ausgaben für die Einhaltung von Vorschriften im Zusammenhang mit GenAI steigen werden.

Die Zahlen in Deutschland sind den globalen Ergebnissen mit Abweichungen von wenigen Prozentpunkten sehr ähnlich. Während jedoch 68 Prozent der Befragten weltweit angeben, dass sie trotz der Herausforderungen vom transformativen GenAI-Potenzial „erstaunt“ und „begeistert“ sind, ist es in Deutschland mit 53 Prozent ebenfalls eine Mehrheit, die Zahl weicht mit 15 Prozentpunkten Differenz aber deutlich ab.

„Wir befinden uns gerade in einer Phase, in der sich generative KI zu einer unverzichtbaren produktiven Kraft entwickelt“, sagt Stefan Hansen, Chief Executive Officer bei NTT Data DACH. „Die Ergebnisse unserer Studie machen deutlich, dass damit große Erwartungen, aber auch viele Unsicherheiten verbunden sind. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Unternehmen mit unseren Produkten, unserer Expertise und unseren Services auf dem Weg zur sinnvollen, zielorientierten und verantwortungsbewussten Nutzung generativer KI zu begleiten.“

Über die Studie

NTT Data beauftragte Jigsaw Research mit der Durchführung von Primärforschungen Ende September und Anfang Oktober 2024. Das Team befragte Führungskräfte aus Unternehmen in 34 Ländern: Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik, Lateinamerika sowie Naher Osten und Afrika. 98 Prozent der mehr als 2.300 Befragten haben unmittelbare Autorität oder Einfluss auf GenAI-Kaufentscheidungen.

Die vertretenen Branchen sind Banking und Investment (11 %); Versicherungen (9 %); Manufacturing (14 %); Automotive (8 %); Logistik, Reisen und Transport (5 %); Telekommunikation, Medien und Technologie (9 %); Gesundheitswesen (9 %); Biowissenschaften und Pharmazeutika (9 %); Einzelhandel und Konsumgüter (5 %); Öffentlicher Sektor (8 %); Energie und Versorgung (7 %) sowie Höhere Bildung und Forschung (6 %).

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