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Stationärer Handel hinkt mit Online-Angeboten hinterher

| Autor: Sarah Gandorfer

Ladengeschäftbesitzer schaffen es kaum mit den Entwicklungen im E-Commerce Schritt zu halten.
Ladengeschäftbesitzer schaffen es kaum mit den Entwicklungen im E-Commerce Schritt zu halten. (Bild: milkovasa - stock.adobe.com)

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Vor allem in Klein- und Mittelstädten verliert der Multichannel-Handel im E-Commerce den Anschluss. Um sich besser für den deutschen E-Commerce einsetzen zu können, arbeiten der Bundensverband E-Commerce und Versandhandel sowie der Händlerbund nun zusammen.

Von 2017 bis 2019 sank die Zahl der Deutschen, die innerhalb der letzten 7 Tage in einem Onlineshop eines stationären Händlers gekauft haben, von 18,9 auf 13,1 Prozent. Zwar ist die die Zahl der aktiven Online-Käufer im Vergleichszeitraum in den Stichproben der Studie des Bundensverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) gestiegen, doch gleichzeitig ist die Zahl derer, die in Onlineshops des stationären Handels eingekauft haben, gesunken. Als Gewinner gehen die großen Online-Marktplätze hervor.

Der bevh hat sich die Verteilung der Online-Käufer nach Einwohnerzahl der Wohnorte genauer angesehen und dabei festgestellt, dass gerade im ländlichen Raum sowie in Klein- und Mittelstädten mit geringerer Ladenpräsenz dem Multichannel-Handel die Online-Kunden verloren gehen. So belief sich der Rückgang bei den Nutzungen des E-Commerce-Angebots in den Kleinstädten bis 50.000 Einwohner zum Teil um mehr als die Hälfte (bezogen auf den Vergleichszeitraum, siehe Graphik in der Bildergalerie).

Im Zeitraum Januar bis Juni 2019 gaben die Verbraucher im Online-Handel 33.609 Millionen Euro inklusive Umsatzsteuer (1. HJ. 2018: 30.205 Mio. Euro inkl. USt) aus. Der E-Commerce-Umsatz wird nach Einschätzung des bevh 2019 die 70 Milliarden Euro-Marke überspringen und knapp unter 72 Milliarden Euro brutto (+10,5 %) erreichen. Für den Gesamtmarkt des Interaktiven Handels rechnet der bevh mit einem Wachstum von 8,6 Prozent auf rund 73,95 Milliarden Euro brutto.

Ausbildung zum E-Commerce-Spezialisten

„Die Erwartung, durch einen Onlineshop Rückgänge im Ladengeschäft einfach aufzufangen, wird enttäuscht. Der Multichannel-Händler braucht Exzellenz auf allen Kanälen, um die Sichtbarkeit trotzt des Sortimentsnachteils gegenüber Plattformen und möglicherweise einem Rückzug aus der Fläche zu erhalten“, betont Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh.

Er verweist auf das besondere Knowhow von speziell dafür ausgebildeten Kaufleuten im E-Commerce, die derzeit ins zweite Ausbildungsjahr starten, und die kommenden E-Commerce-Fachwirte. „Entscheidend ist, jetzt richtig zu investieren: in die Menschen, aber auch in die Systeme sowie in neue Geschäftsmodelle“, fasst Groß-Albenhausen zusammen. Zudem findet er, dass die Fachmesse dmexco, die vom 11. bis 12. September heuer in Köln ihre Tore öffnet, ein guter Ort, um sich über den aktuellen Stand im digitalen Handel zu informieren.

bevh und Händlerbund arbeiten zusammen

Nachdem sich bereits auf europäischer Ebene die Dachorganisationen des bevh, EMOTA, und die des Händerbund, Ecomerce Europe, zusammengeschlossen haben, kooperieren auch die deutschen Vereine miteinander. Die Zusammenarbeit dient der Förderung der beiderseitigen europäischen Aktivitäten und stellt eine abgestimmte Interessensvertretung innerhalb des gemeinsamen Dachverbandes sicher. Damit soll der stetig zunehmenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung der deutschen E-Commerce Branche und dem wachsenden Einfluss der europäischen Gesetzgebung für deutsche Online-Händler Rechnung getragen werden. Gleichfall ist geplant, eine projektbezogene Zusammenarbeit hierzulande wie beispielsweise bei dem gemeinsam initiierten „Weißbuch Versorgung“.

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