Alexa & Co. auf dem Prüfstand Sprachassistenten vor dem Durchbruch?
Sprachassistenten sind unaufhaltsam auf dem Vormarsch – und das trotz kritischer Stimmen. Zwar erleichtern Sprachassistenten den Alltag, sie stellen jedoch auch eine Gefahr für die Privatsphäre dar. Eine Umfrage im Auftrag von Reichelt Elektronik zeigt nun, dass die Alltagshelfer noch ausbaufähig sind.
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Als 2015 bekannt wurde, dass Samsung-Fernseher ihre Besitzer im Wohnzimmer belauschen, sorgte das für heftige Diskussionen. Auch Sprachassistenten im Allgemeinen wurden davon nicht verschont. Sie bieten viele Vorteile, die das Leben bequemer und einfacher gestalten. Doch vor allem durch technologischen Nachholbedarf sind die kleinen Helfer manchmal nicht nur von Vorteil (siehe Video). Bis heute haben Nutzer allerdings Angst, dass die Helferlein mehr hören, als sie sollten.
Sicherheitsbedenken schrecken ab
Auch die Umfrage des Marktforschungsunternehmens Onepoll im Auftrag von Reichelt Elektronik zeigt, dass Sprachassistenten zwar genutzt werden, Sicherheitsbedenken jedoch das größte Hemmnis darstellen. 55 Prozent der Umfrageteilnehmer haben sich aufgrund der Unsicherheitsfaktoren gegen einen Kauf entschieden. 20 Prozent der Befragten äußerten starke Bedenken gegenüber der Sicherheit aus den folgenden Gründen:
- 64 Prozent haben Angst, dass ihre Daten missbraucht werden und sind sich unsicher, wo die Daten gespeichert werden;
- 53 Prozent haben Bedenken, dass die Kommunikation abgehört wird;
- 48 Prozent fürchten das Risiko eines Hackerangriffs;
- 29 Prozent denken, dass Werbetreibende Sprachassistenten zu Werbezwecken ausnutzen;
- 27 Prozent befürchten, dass das Gerät die Sprachbefehle nicht oder fehlerhaft versteht;
- 24 Prozent sehen eine ungewollte Aktivierung des Assistenten durch fehlerhaft verstandene Befehle als Problem an (auch durch Kinder möglich).
Interessant ist auch, dass nicht nur Nicht-Nutzer über Sicherheitsbedenken klagen, auch Nutzer (40 %) haben mit den Unsicherheiten zu kämpfen. 77 Prozent von ihnen sagen, dass der Missbrauch der Daten und das Nichtwissen, wo diese gespeichert werden, sie beunruhigt. Für 46 Prozent spielt sowohl das Risiko vor Hackerangriffen als auch die Gefahr, dass die Kommunikation abgehört wird, eine entscheidende Rolle bei ihren Bedenken.
Technologischer Nachholbedarf
Damit Sprachassistenten doch noch der Durchbruch gelingt, besteht 66 Prozent der Befragten zufolge, dringender Nachholbedarf in Puncto Datenschutz. Auch die Spracherkennung (75 %) müsste verbessert, die Ausführung fehlerhafter Befehle (72 %) sowie fehlerhafte Aktivierungen (61 %) vermieden und die Assistenten um weitere Funktionen erweitert (55 %) werden – insbesondere in Hinsicht auf die Kompatibilität mit anderen Geräten.
Nutzung über das Smartphone
Aktuell geben 65 Prozent an, dass sie Sprachassistenten über das Smartphone nutzen, während 22 Prozent die kleinen Helfer über Home-Automation-Lösungen wie Alexa & Co. bevorzugen. 14 Prozent nutzen beides. Amazons Alexa wird von 21 Prozent der 1.000 befragten Personen in Deutschland genutzt. 18 Prozent nutzen den Google Assistent und 16 Prozent Siri. Interessant ist, dass obwohl Siri den dritten Platz im Gesamtranking belegt, sie von den 18- bis 24-jährigen aber bevorzugt wird (32 %). Lediglich 17 Prozent von ihnen nutzen den Konkurrenten Alexa.
Gründe für die Nutzung
Sprachassistenten bieten zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Besonders beliebt ist die Internetrecherche (59 %). Laut Umfrage lassen sich 53 Prozent Musik vorspielen und 42 Prozent nutzen Sprachassistenten, um sich Nachrichten vorlesen oder vorsprechen zu lassen.
30 Prozent hilft der Sprachassistent im Alltag bei organisatorischen Dingen wie der Terminplanung. Ebenfalls ein knappes Drittel (27 %) setzt auf Sprachsteuerung, um Smart-Home-Installationen zu steuern. Eher selten ist der Online-Einkauf von Lebensmitteln oder Waren mithilfe von Sprachassistenten (je 17 %).
Herausforderung für Hersteller
Neben den technologischen Verbesserungen ist die größte Herausforderung für Hersteller, Verbraucher davon zu überzeugen, dass ein Sprachassistent sinnvoll ist. 60 Prozent der Befragten geben nämlich an, keinen zu benötigen. Darüber hinaus wünschen sich Kunden mehr Unterstützung bei der Kaufentscheidung (41 %). Interessant ist auch, dass sich die Umfrageteilnehmer wünschen, dass Sprachassistenten menschliche Emotionen erkennen und darauf reagieren können (26 %).
Bitkom-Research
Sprachassistenten kommen häufiger zum Einsatz
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