Splunk und Cisco wollen technologisch und kulturell weiter zusammenwachsen. Auch in der Organisation der Partnergeschäfts weht ein frischer Wind. Splunk-Deutschlandchef Juan Rodríguez und das Channel-Team von Cisco berichten über den aktuellen Stand.
Die Fähigkeiten zur Datenanalyse von Splunk und das Wissen über Netzwerke von Cisco sollen sich in Zukunft noch besser ergänzen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Die zunehmende Komplexität moderner IT-Infrastrukturen verlangt nach engerer Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Sicherheit, Netzwerkbetrieb und Observability. Auch der Netzwerkspezialist Cisco folgt diesem Trend. Im Rahmen der Cisco Live in San Diego wurde ein umfassendes Update zur künftigen Ausrichtung präsentiert. Auf der Hausmesse Cisco Connect wurden diese Entwicklungen auch deutschen Partnern und Kunden vorgestellt. Insgesamt 24 Neuankündigungen und Integrationen präsentierte CPO Jeetu Patel in München.
Ein zentrales Highlight war die Demonstration des AI Canvas, das im Rahmen der AgenticOps-Vision eine Schlüsselrolle einnehmen soll. Dabei handelt es sich um eine visuelle Oberfläche, die die Zusammenarbeit zwischen menschlichen Operatoren und KI-Agenten erleichtert. Per natürlicher Sprache lassen sich Dashboards erstellen, Daten aus Bereichen wie Netzwerk, Security und Anwendungen kombinieren und gemeinsam mit KI-Helfern Lösungen erarbeiten. Grundlage ist das Cisco Deep Network Model, ein domänenspezifisches Large Language Model für Ursachenanalysen, Empfehlungen und automatisierte Workflows.
Integration von Splunk
Ebenfalls im Mittelpunkt der zahlreichen Ankündigungen stand die engere Integration von Splunk. Der Spezialist für Datenanalyse und Sicherheit soll künftig eine tragende Rolle in Ciscos Infrastrukturstrategie einnehmen. Die Analysefunktionen von Splunk werden in zentrale Produkte wie Catalyst, Meraki, AppDynamics, ThousandEyes, SecureX und die Talos-Datenflüsse integriert. Splunk liefert nicht nur Rohdaten, sondern fungiert zunehmend als Plattform, die Netzwerke genau unter die Lupe nehmen soll.
Juan Rodríguez, Deutschlandchef Splunk
(Bild: Lisa Hantke Photography)
Auch wenn die 28 Milliarden Dollar teure Übernahme durch Cisco bisher als technologische Liebeshochzeit verkauft wurde, sei auf menschlicher Seite noch viel zu tun: „Letztendlich lassen sich die Technologien zusammenführen und Mehrwerte für alle generieren – das ist der logische Schritt. Doch wenn Menschen nicht miteinander agieren, kann diese Verschmelzung blockiert werden. Deshalb müssen wir auch viel Arbeit in den Change-Bereich stecken.“, erklärt Juan Rodríguez, Geschäftsführer von Splunk Deutschland.
Mehr Nähe zu Partnern
Splunk entwickelt zudem sein Portfolio weiter. Besonders hervorzuheben ist die neue Fähigkeit des Machine Learning Toolkits (MLTK), externe Large Language Models wie die von OpenAI, Anthropic oder Google Gemini zu integrieren. So lassen sich KI-gestützte Bewertungen und Zusammenfassungen direkt in der Splunk-Oberfläche erzeugen – insbesondere für Security-Operations relevant.
Neben technischen Fortschritten rücken auch kulturelle Aspekte in den Fokus. Die Integration von Cisco und Splunk bedeutet nicht nur technische Interoperabilität, sondern auch die Annäherung zweier Unternehmen mit unterschiedlichen Strukturen. Eine erfolgreiche Integration erfordert auch interne Abstimmung. „Wir müssen die beiden Organisationen in eine Gemeinschaft überführen“, betont Rodríguez.
Ein wichtiger Hebel in dieser Übergangsphase ist das Partner-Ökosystem. Cisco und Splunk setzen auf enge Zusammenarbeit mit Channelpartnern, um Innovationen in die Praxis zu bringen. „Was wir im direkten Kundenkontakt leisten, müssen wir auch auf Partnerebene liefern“, so Rodríguez.
Das neu aufgestellte Channel-Team von Cisco (v. l.) Detlev Kühne, Rüdiger Wölfl, Faruk Sari auf der Cisco Connect in München
(Bild: Cisco)
Vor diesem Hintergrund richtet Cisco sein Partnergeschäft neu aus. Ein Schritt ist die Fusion der Commercial- und Enterprise-Germany-Organisation, wie Rüdiger Wölfl, Channel-Chef von Cisco Deutschland, in München erklärte. „Dadurch schaffen wir größere Teams und mehr Nähe zu Partnern und Kunden.“ Wölfl übernimmt künftig den Bereich Enterprise Germany, ab August wird Detlev Kühne Channel-Verantwortlicher in Deutschland.
Bereits im November 2024 stellte Cisco auf dem Partner Summit das neue 360 Partnerprogramm vor. Es bewertet Partner nicht mehr ausschließlich nach Umsatz, sondern nach dem Kundennutzen. Cisco entfernt sich damit vom klassischen Transaktionsmodell und richtet den Fokus auf die gesamte Customer Journey – vom Design bis zum Betrieb einer Lösung.
„Wir bezahlen den Partner nach dem Wert, den er gegenüber dem Kunden liefert“, sagt Oliver Tuszik, neuer globaler Vertriebschef. Wer künftig nicht den gesamten Lifecycle begleitet, wird es schwer haben. Das neue Modell belohnt spezialisierte Partner mit integrierten Lösungen. Sie können so in höhere Rabattstufen gehoben werden.
KI-Enablement
Das KI-Enablement der Partner soll ebenso vorangetrieben werden. Cisco bietet nun Testdrives für AI Pods, spezialisierte Trainingsformate, Blackbelt-Zertifizierungen für KI-Experten und einen Use Case Catalogue zur Inspiration für konkrete Projekte an. „Die meisten Partner haben frühzeitig die KI-Reise angetreten“, berichtet Faruk Sari, technischer Channel-Leiter. Auch Tuszik sieht enorme Chancen für den Channel, denn „es gibt einen explodierenden Bedarf an hochverfügbarer, sicherer und skalierbarer Infrastruktur.“ Der anfängliche Widerstand gegen das 360-Programm nehme ab. Laut Wölfl habe man in den letzten Wochen einen Durchbruch erzielt. Die Partner haben noch bis Februar 2026 Zeit, sich auf das neue Programm einzustellen.
Stand: 08.12.2025
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