Sicherheit und Observability Splunk-Übernahme: Prävention zahlt sich aus

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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Die Übernahme von Splunk kostete Cisco satte 28 Milliarden US-Dollar Gemeinsam möchte man resilientere IT-Strukturen aufbauen. Denn auch die Angreifer wissen die Kraft der KI für sich einzusetzen, wie Tom Casey, SVP Products & Technology bei Splunk, berichtet.

Splunk und Cisco wollen Angreifern gemeinsam das Leben schwer machen.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Splunk und Cisco wollen Angreifern gemeinsam das Leben schwer machen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Prävention mag wenig Ruhm bringen, doch gerade bei Cyber­security und Observability ist sie unverzichtbar und kostet in der Regel eine Stange Geld. Auch Cisco investierte kräftig in diese Richtungen weiter und nahm im März dieses Jahres 28 Milliarden Dollar in die Hand, um den Software-Hersteller Splunk zu übernehmen. Mit der Akquisition will Cisco seine Kompetenzen in KI und Sicherheit ausbauen, um Kunden besser bei der Analyse und Absicherung ihrer digitalen Daten zu unterstützen.

Tom Casey, SVP, Products & Technology bei Splunk(Bild:  © 2023 Eric Millette, All Rights Reserved)
Tom Casey, SVP, Products & Technology bei Splunk
(Bild: © 2023 Eric Millette, All Rights Reserved)

Tom Casey, SVP Products & Technology bei Splunk, betont die klare Aufgabenverteilung zwischen den Unternehmen: „Unser Fokus liegt auf den Bereichen Security und Observability. Wir versuchen nicht, den nächsten großen Film, Song oder Bestseller zu schreiben. Wir kennen unser Fach­gebiet und konzentrieren uns darauf. Unsere Modelle sind effektiver, und langfristig wird diese höhere Qualität den Unterschied ausmachen.“

Gegenseitiges Interesse

Doch nicht nur für den Technologieriesen Cisco ist die Übernahme ein wichtiger strategischer Schritt gewesen. Auch aus der Perspektive von Splunk ergab der Zusammenschluss Sinn: Die Experten für Observability und Sicherheit nutzen Ciscos globale Präsenz und das breite Partnernetzwerk, um gezielt neue Märkte zu erschließen. Casey sieht angesichts der Herausforderungen beim Management wachsender IT-Infrastrukturen erhebliche Chancen, da viele Kunden durch die riesigen Datenmengen überfordert sind: „Der Trend zu Hybrid- und Multicloud-­Umgebungen in Unternehmen wird durch KI noch mehr verschärft, denn Unternehmen arbeiten inzwischen mit mehreren KI-Anbietern zusammen. Die schwierige Aufgabe ist es, sie in Übereinstimmung mit der bestehenden Infrastruktur zu bringen.“ Um KI effektiv einzusetzen, wird es entscheidend sein, große Mengen relevanter Daten sinnvoll zu nutzen. Dafür benötigen Unternehmen eine stabile Grundlage: eine Infrastruktur für die Bereitstellung von Daten, eine Plattform zum Schutz sensibler Informationen und ein Echtzeit-Monitoring. Nur so können robuste IT-Infrastrukturen geschaffen werden. Casey betont diesen Ansatz: „Man kann keine guten Entscheidungen treffen, wenn man keine klaren Einblicke hat. Und ich treffe lieber frühzeitig gute Entscheidungen in einem kleineren Rahmen, um das große Problem von vornherein zu verhindern.“ Prävention soll sich also auszahlen und für Splunk geht es bei digitaler Resilienz in erster Linie um die Möglichkeit, reagieren zu können und die Probleme möglichst klein zu halten. Komplett verhindern lassen sich die Angriffe auf das Netzwerk ohnehin nicht.

Erfolgsquote bei Attacken steigt

Hinzu kommt, dass Cyberkriminelle ebenfalls KI einsetzen. KI-gestützte Technologien haben klassische Bedrohungen wie Phishing, Social Engineering und Deep Fakes weiterentwickelt. Angreifer nutzen KI, um authentisch wirkende Nachrichten und Videobotschaften zu erstellen, die beispielsweise den Chef des Unternehmens täuschend echt imitieren – was die Erfolgsquote solcher Attacken im Posteingang der Mitarbeiter deutlich erhöht. KI vergrößert zudem die Angriffsfläche von Unternehmen. Wie bei Cloud-Anbietern nutzen sie oft mehrere generative KI-­Diensten, die sie nicht einfach abschalten können. Daher ist eine ständige Überwachung erforderlich, um zu kontrollieren, wie diese Systeme genutzt werden und welche Daten verarbeitet werden. Die Gefahr besteht, dass Mitarbeiter externe Modelle mit Unternehmensdaten füttern. Es besteht die Sorge, dass KI-Modelle mit der Zeit durch Nutzereingaben oder unbeabsichtigte Trainingsdaten eine Richtung einschlagen, die den Werten und Richtlinien des Unternehmens widerspricht. Um dies zu verhindern, ist ein kontinuierliches Monitoring, regelmäßige Schulung der Mitarbeiter sowie die Festlegung klarer Richtlinien für das Training und die Anpassung der KI-Modelle im Unternehmen notwendig.

Human-in-the-Loop-Ansatz

Auch Splunk setzt in seinen Lösungen KI ein. Der Splunk AI Assistant beantwortet zum Beispiel Anfragen und kann natürliche Sprache in die Abfragesprache SPL umwandeln, was die Produktdokumenta­tion erleichtert und auftretende Probleme schneller lösen soll. Für Entlastung in den IT-Teams soll gesorgt werden, während der Mensch bei Splunk dennoch die Entscheidungsgewalt behält, sagt Casey: „Bei unserem ‚Human-in-the-Loop‘-Ansatz stellen wir sicher, dass alle integrierten Funktionen den Menschen informieren – damit eine Person bessere Entscheidungen treffen kann. Außerdem wissen wir, dass generative KI, genau wie traditionelle Machine-Learning-Modelle, nicht alles abdecken können. Daher bleiben wir offen und entwickeln unser Machine-Learning-Toolkit weiter, um es auch mit neuen generativen KI-Modellen zu ergänzen.“

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In der KI-Ära bleiben Prävention und Investition in die eigene digitale Resilienz der beste Schutz – das ist die gemeinsame Botschaft von Cisco und Splunk.

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