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Acht von zehn IT-Bereichen abgedeckt
ITB: Laut einer Meldung aus Ihrem Haus sieht sich F&M in acht von zehn der vom Bitkom als wichtig definierten Bereiche gut aufgehoben. Welche sind das und warum sind die anderen beiden für Sie nicht von Bedeutung?
Fritz: Die acht Segmente, die wir bedienen sind Big Data/Business Intelligence und Cloud Computing, Business Process Management, Bring your own Device, IT-Sicherheit, Mobile Anwendungen, Social Media/Social Business und auch Collaboration. Zudem hat der Bitkom IT-Outsourcing und Smart Grids/Smart Metering als Fokusthemen in der IT ausgemacht. Die letzen beiden Punkte deckt zwar unser Anteilseigner Imtech ab, bilden aber für F&M keinen Schwerpunkt. Was die ersten acht Punkte betrifft, da denke ich, sind wir gut dabei.
ITB: Während IT-Sicherheit bereits seit vielen Jahren nicht an Bedeutung verliert, ist Big Data ein relativ junges Thema. Wie gehen Sie das an?
Fritz: Wir haben schon früh auf diesen Trend reagiert. Dehalb haben wir 2008 die auf Business-Intelligence spezialisierte Firma Stas akquiriert. Denn bei Big Data geht es nicht nur um Storage-Lösungen, sondern ebenso darum, die Daten bei Bedarf wieder zu finden und auszuwerten. Die Frage ist, was kommt nach ERP – wie kann ich die Daten verwenden, die in meinem Unternehmen auflaufen und daran verdienen. Unser Vorteil liegt unter anderem darin, dass wir das Ganze herstellerneutral betrachten und nicht nur eine IBM-Lösung anbieten. Neben der technischen Seite haben wir auch Berater, die die kaufmännischen Prozesse des Kunden analysieren und in das Prozessmanagement einbeziehen.
ITB: Wie sieht das Angebot bei Cloud Computing aus?
Fritz: Bei Cloud Computing geht es einfach um die Optimierung von Kosten und Leistung. Auch in dieses Segment ist F&M vor circa drei Jahren frühzeitig eingestiegen. Dabei verstehen wir unter Cloud in erster Linie ein Vorgehensmodell, bei dem wir uns damit auseinandersetzen, was der Kunde bereits hat, welches Know-how er besitzt und wohin er will. Reine Public-Cloud-Wünsche haben wir selten. Hier sind häufig die Sicherheit oder Complience-Regelungen eine Hürde. So hätten die Schweizer Justizbehörden gerne ihre Daten an die F&M in Deutschland teil-outgesourct. Der Staat selbst hat jedoch einen Riegel davor geschoben, denn die Daten dürfen nicht außer Landes. In der Regel läuft es bei unseren Kunden auf hybride Modelle aus Private Cloud und klassischer IT hinaus. Wir sind bei diesem Thema mit etwa 3.000 Kunden im Dialog.
ITB: F&M hat Software as a Service im Sortiment. Gibt es darunter Eigenentwicklungen?
Fritz: Ja, wir bieten beispielsweise für die Müll-Branche eine automatisierte Abwicklung aller Verwaltungsprozesse nach dem elektronischen Abfallnachweisverfahren eANV an.
ITB: Andere IT-Dienstleister wie Bechtle oder Computacenter haben im Geschäftsjahr 2012 einen überraschend hohen Hardware-Umsatz ausgewiesen, obwohl es immer heißt, Geräte bringen keine Marge. Bei all diesen Lösungsansätzen, welche Bedeutung hat Hardware bei Ihnen?
Fritz: Bei uns lief Hardware ebenfalls gut. Das hängt aber natürlich auch mit den Segmenten zusammen, in denen wir uns bewegen. Vielmals wird die Schlussfolgerung gezogen, dass es logisch ist, für Big Data einen neuen Rechner oder Speicher zu brauchen. Doch so einfach sehe ich das nicht. Ähnlich wie beim Hausbau bedarf es eines vernünftigen Fundaments und dazu gehört generell eine leistungsfähige Hardware-Ausstattung. Spätestens seit Einzug der Nano-Technologie wird die Halbwertzeit für Geräte immer kürzer und es hat noch einmal einen richtigen Leistungsschub gegeben. Der Umsatzanteil mit Hardware machte bei uns im vergangenen Geschäftsjahr etwas weniger als ein Viertel aus, beim Ergbnises waren es rund zehn Prozent. Das zeigt gleichzeitig, dass wir immer weniger abhängig vom Geräteverkauf sind. Wir machen es dennoch sehr gerne.
ITB: Ihr Motto für 2013 ist „Stabilisierung und Aufbruch“ – was verstehen Sie darunter?
Fritz: Wir gehen Neues frühzeitig an. Ob es sich um neue Marktthemen oder frisch zu uns gekommene Kollegen handelt, alles muss zuverlässig funktionieren. Gleichzeitig muss das Unternehmen flexibel genug sein, um sich den aktuellen Marktanforderungen anzupassen und auf künftige vorrausschauend zu reagieren. Dorthin brechen wir also auf. Dabei spielen wir zwischen den Stühlen der verschiedenen Hersteller im Einklang mit den Kundenwünschen. Unser Vorteil ist, dass wir in einer starken Position sind, dazu verhelfen uns unsere rund tausend Mitarbeiter und unser geballtes Fachwissen. Wir werden in dieses Know-how weiterhin investieren, so erhalten unsere Mitarbeiter beispielsweise pro Jahr zwölf Manntage an Schulungen.
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