Reales Geschäft mit virtuellen Umgebungen So stellt sich Broadcom das künftige VMware-Business vor

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Nach der Übernahme von VMware durch Broadcom hängen viele Partner in der Luft. Inzwischen hat Broadcom verlautbart, wie man sich das Business in der Abo-Ära vorstellt. Sowohl produktseitig, als auch vertrieblich sind die anstehenden Änderungen einschneidend.

Wird Broadcom die Wogen im VMware-Channel glätten können?(Bild:  KI-generiert / Midjourney)
Wird Broadcom die Wogen im VMware-Channel glätten können?
(Bild: KI-generiert / Midjourney)

Broadcom versucht sich in Lösch­arbeiten in der Causa VMware. Auf der VMware-Website wurde jüngst verkündet, dass „eine neue Ära für VMware Cloud Service Provider-Partner“ beginne. Dazu habe man das „VMware Cloud Service Provider (VCSP)-Programm komplett neu definiert“. Es werde nun mit neuen Stufen und neuen Vorteilen auf den Markt gebracht. In einer Passage wurde formuliert, dass das Programm entwickelt wurde, „um stärkere Beziehungen zu unseren wertvollsten Partnern aufzubauen“, was durch eine skeptische Brille betrachtet nicht gerade Befürchtungen mindert, dass „wertvoll“ in erster Linie mit „umsatzstark“ übersetzt werden kann. Immerhin steht die Befürchtung im Raum, dass sich Broadcom vor allem auf große Partner konzentrieren will und kleinere das Nachsehen haben. Auch heißt es seitens VMware, beziehungsweise Broadcom: „Da nicht alle bestehenden VMware Cloud Provider die Kriterien des neuen Programms erfüllen können, haben wir das Whitelabel-Modell weiterentwickelt“.

Eckdaten zum Partnerprogramm

Dieses Whitelabel-Programm wird folgendermaßen in die künftige Partnerstruktur eingebettet: Pinnacle-Partner bilden die höchste Programmstufe im Broadcom-­Advantage-Partner-Programm, gefolgt von Premier-Partnern. An dritter Stelle in der VMware-Hierarchie stehen „VCSP registrierte Partner“. Das sind Cloud-Service-­Provider, die die Mindestanforderungen für das Advantage Partnerprogramm von Broadcom erfüllen und – Achtung, es folgt der entscheidende Teil – „entweder über Pinnacle- oder Premier-Partner arbeiten, um auf VCF-Cloud-Lösungen für ihren bestehenden und zukünftigen Kundenstamm zuzugreifen“.

Lösungen im Abo-Modell

VMware Cloud Foundation (VCF)

VMware hat auf Abo umgestellt und bietet jetzt „VMware Cloud Foundation“-Software (VSC) sowie „angrenzende Lösungen“. Es wird keine verschiedenen Versionen mehr von VCF für verschiedene Umgebungen geben. VMware Cloud Service Provider (VCSPs) bieten die Dienste auf Basis einer einzigen Lizenz an, nämlich einem Abo pro CPU-Kern.

Hier greift besagtes Whitelabel-Programm für die lediglich registrierten VSPC-Partner. Pinnacle- oder Premier-Partner geben ihre „VMware Cloud Foundation-Berechtigungen“ dabei „auf eine nicht markengebundene Art und Weise weiter“ – also im Sinne von Whitelabeling – sodass der sekundäre, nur registrierte VCSP-Partner den Service auf seiner bereits vorhandenen Hardware selbst branden und seinen Kunden bereitstellen kann.

Lizenzportabilität

Partner-Cloud-Umgebungen und Altlizenzen

Mit der Lizenzportabilität der VMware Cloud Foundation für Partner-Cloud-Umgebungen können Kunden, die bereits VCF-Lösungen gekauft und mit der Bereitstellung begonnen haben, den noch nicht verbrauchten Wert eines bestehenden Abonnements auf Clouds von VCSP-Partnern übertragen. Außerdem können Kunden ihr VCF-Abonnement zwischen On-Prem- und VCSP-Umgebungen (und umgekehrt) verschieben, wenn sich ihre Anforderungen im Laufe der Zeit ändern. Dies wird es aus der Perspektive von Broadcom den Partnern ermöglichen, Kunden zu helfen von einem selbstverwalteten zu einem Managed-Services-Modell zu wechseln.

Cloud Commerce Manager

Zudem spielen künftig Cloud Commerce Manager (CCM) eine Rolle im Channel. Das sind Dienstleister für Broadcom mit zwei Kernaufgaben: Erstens dienen sie als Berater für Bestellprozesse, einschließlich Einreichungen und monatlicher Abrechnungen für VCSP Pinnacle- und Premier-Partner. Das soll die Prozesse rationalisieren und es Partnern ermöglichen, sich auf die Wertschöpfung für ihre Kunden zu konzentrieren. Zweitens erleichtern sie die Verwaltung von VCF-Lösungen (VMware Cloud Foundation) für VCSP Premier-Partner. „Cloud Commerce Manager helfen Partnern dabei, eine konsistente VMware Cloud Foundation Hybrid Cloud-Erfahrung zu bieten und Innovation und Flexibilität zu fördern“, heißt es seitens VMware.

Glättet das die Wogen?

Inwieweit dies als Befreiungsschlag gewertet werden kann und ob sich der Channel auf all die Neuerungen einlässt, wird sich zeigen. Hat Broadcom den Channel-Vertrieb nachhaltig geschädigt? Dass man in der IT-Branche nur mit Partnern die vertrieblichen PS auf die Straße bekommt, gilt als Bindenweisheit.

Zusammenarbeit mit dem Channel

Direct-Touch-Modell und Senkung der Partneranzahl

Broadcom wird gemeinsam mit den VCSP Pinnacle-Partnern an Unternehmenskunden im Corporate Segment verkaufen. Die Vertriebsteams sollen sich abstimmen, „um die Markteinführung voranzutreiben und das Geschäft für die Pinnacle-Stufe aufzubauen“. Zur Reduktion der Anzahl der Partner wurden bislang keine Zahlen genannt, jedoch ist die Rede von einer „Reduzierung der Gesamtgröße des VCSP-Programms“. Diese soll „sicherstellen, dass wir uns auf die richtigen Partner konzentrieren, die in der Lage sind, Kunden weltweit konsistente VMware Cloud Foundation-basierte Dienste bereitzustellen“.

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