Abmahner wider Willen Smartbook AG will sich nicht nur als Abmahner einen Namen machen
Eigentlich will man ja nicht abmahnen, aber man muss. So jedenfalls stellt Torsten Duffner, der neue Vorstand der Smartbook AG, den Zwiespalt dar, in dem er mit der Smartbook AG gerade steckt.
Anbieter zum Thema
Seit gut einem Jahr ist Torsten Duffner jetzt an Bord der Smartbook AG und dort inzwischen in der Position des CEO angekommen. Damit hat er Dirk Pick beerbt, unter dessen Ägide das Unternehmen vor allem durch Streitigkeiten um den Markennamen Smartbook und durch Abmahnungen von sich reden machte. Nach rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Chip-Hersteller Qualcomm war dieses Jahr auch der amerikanische Hersteller Lenovo in die Schusslinie des deutschen Unternehmens geraten. Doch eigentlich wolle man ja nichts anderes, als in Ruhe arbeiten zu können.
Neuanfang möglich?
„Wir haben einen neuen Vorstand und eine neue Anwaltskanzlei“, betont Duffner im Gespräch mit IT-BUSINESS und will damit klarmachen, dass die Weichen neu gestellt sind. „Wir wollen uns jetzt auf unser eigentliches Geschäft konzentrieren“, gibt er die Losung für die nächsten Monate aus. Das ändere aber nichts daran, so Duffner weiter, dass man seine Markenrechte auf den Namen Smartbook weiter verteidigen müsse. „Denn wenn wir nicht tätig werden, wenn hierzulande jemand den Begriff verwendet, dann sind wir die Rechte an dem Namen bald los“, sieht Duffner sich in der Bredouille.
Dazu passen auch die jüngst erfolgten Abmahnungen gegen Hersteller, die bei der Werbung von Notebooks den Begriff Smartbook verwendet haben.
Falsche Behauptungen kursieren
Allerdings kursieren im Internet gerade auch Berichte darüber, dass europäische Markenämter in Spanien, Österreich, Australien, Dänemark und Singapur den Antrag auf Eintragung des Kennzeichens „Smartbook“ zurückgewiesen hätten. Diese Behauptung sei falsch, ließ Torsten Duffner IT-BUSINESS auf Nachfrage wissen. Zunächst sei eine Eintragung erfolgt. Aufgrund des Einspruchs von Qualcomm laufen im Moment aber Verhandlungen darüber, ob diese Eintragung weiterhin Bestand hat oder nicht. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, so der Smartbook-Chef.
Fast vergessen: die Produkte
In all dem Hickhack um die Namensrechte geht Duffner der eigentliche Sinn und Zweck der Firma, nämlich Hardware zu verkaufen, zu sehr unter. So habe sich zum Beispiel das Tablet „Smartbook Surfer“ des Unternehmens sehr gut verkauft. Duffner sprach von Stückzahlen im fünfstelligen Bereich. Nun habe man ein Nachfolgemodell in Arbeit. „Entscheidend in diesem Markt ist Schnelligkeit, denn jetzt kann man hier noch Marge machen“, erläutert Duffner, wie er im hart umkämpften Markt der Tablets punkten möchte. „Wir haben flache Strukturen und können so gute Preise bieten.“
Aber die Smartbook AG möchte sich nicht nur auf die Tablets verlassen, neben weiteren Gerätekategorien will man sich in Köln auch marketingträchtige Aktionen einfallen lassen, um die Smartbook AG nicht mehr nur als „Abmahnfirma“ in den Schlagzeilen zu sehen.
(ID:2047940)