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Telco-Cloud

Service Provider im Cloud-Zeitalter

| Autor / Redakteur: Julius Francis / Sarah Böttcher

Eine eigene Telco-Cloud bringt Service Providern zahlreiche Vorteile.
Eine eigene Telco-Cloud bringt Service Providern zahlreiche Vorteile. (Bild: © blackboard - stock.adobe.com)

Durch Investitionen in Telco-Clouds können Service Provider ihre eigene Infrastruktur modernisieren, um Kosten zu senken, Abläufe zu optimieren und die Serviceagilität zu erhöhen. Telco-Cloud-Funktionen bieten darüber hinaus neue Umsatzpotenziale und Geschäftsmodelle.

Laut Forbes Global 2000 haben die 54 führenden Telekommunikationsunternehmen weltweit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,5 Billionen US-Dollar erzielt. Auch wenn diese Zahl sicherlich beeindruckend ist, so zeichnet sie doch ein verzerrtes Bild einer Branche, die in den letzten zehn Jahren mit stagnierenden Einnahmen und sinkende Gewinnen zu kämpfen hatte.

Die gute Nachricht jedoch ist, dass das Wachstum von Telco-Cloud-Technologien wie Network Function Virtualization (NFV) und Software Defined Networking (SDN) Service Providern Möglichkeiten bietet, ihre Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Durch Investitionen in Telco-Clouds können Service Provider ihre Infrastruktur modernisieren, um Kosten zu senken, Abläufe zu optimieren und die Serviceagilität zu erhöhen. Gleichzeitig sind sie in der Lage, besonders für Unternehmenskunden margenstärkere Serviceangebote zu schaffen, die neue Quellen für Umsatzwachstum sind.

Investitionen in zukünftige Chancen und Erträge in der 5G-Ära

5G ermöglicht neue Anwendungen und Dienste durch extrem hohe Bandbreiten und niedrige Latenzzeiten. Dies eröffnet Service Providern neue Möglichkeiten, wenn sie vorbereitet sind. So hat Google vor Kurzem angekündigt, dass seine Gaming-Plattform „Stadia“ 4K-Streaming-Gaming-Services für Chrome-Modelle anbieten wird. Um dies in großem Maßstab zu ermöglichen, muss Google GPU-Computing in hochgradig verteilten Edge-Cloud-Umgebungen hosten – nur so lassen sich die Kapazität und die extrem niedrigen Latenzanforderungen des Dienstes erfüllen. Service Provider dagegen können diese und andere Dienste schon bereitstellen und neue Umsätze mit der bereits bestehenden Infrastruktur erzielen.

Um von den margenstarken Dienstleistungen zu profitieren, müssen Service Provider in eine agile, zuverlässige, automatisierte und sichere Telco-Cloud-Plattform mit leistungsstarkem SDN investieren. Diese kann die virtuellen Netzwerkfunktionen sowohl für die eigene Netzwerkinfrastruktur als auch für Drittpartner ausführen.

Geschäftsmodelle für die Telco-Cloud

Service Provider haben viele Möglichkeiten, um von Geschäftsmodellen im Cloud-Zeitalter zu profitieren. Am wichtigsten dabei sind Connectivity-, Platform- sowie digitale Services. Der Weg, den sie dabei einschlagen, hängt wesentlich von ihren eigenen langfristigen strategischen Zielen und ihrem Anlageprofil ab. Oftmals beginnen sie als Connectivity-Service-Provider und entwickeln sich durch weitere Telco-Cloud-Investitionen zum Aufbau von Technologie-, Personal- und Prozessexpertise zu einem Platform- oder digitalen Service Provider weiter:

  • Connectivity Service Provider: Anbieter können ihre Infrastruktur nutzen, um Cloud-Providern und Unternehmen mit dezentralen Anwendungen oder Netzwerkdiensten externe mandantenfähige-Services anzubieten. Der Bedarf hinsichtlich der Verteilung basiert auf rechenintensiven und latenzsensitiven Anwendungen und Dienste, die eine größere Nähe zum Anwender erfordern und einen überflüssigen Datenverkehr zu und von einem zentralen Rechenzentrum vermeiden.
  • Platform Service Provider: Service Provider können ihre Telco-Cloud- und NFV-Infrastruktur nutzen, um Cloud-Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und einen hochwertigeren Platform-as-a-Service (PaaS) über eine vollständigere, verwaltete virtuelle Umgebung anzubieten. Die Investition in eine flexible und sichere Open-Source-NFV-Infrastruktur ist für eine mandantenfähige Umgebung erforderlich. Darüber hinaus sind Investitionen in Automatisierungstechnik notwendig, um die Remote-Implementierung und den Betrieb einer dynamischen Telco-Cloud-Umgebung zu optimieren.
  • Digital Service Provider: Service Provider mit Content Assets können ihre eigene Plattform nutzen, um digitale Dienste, Programmierung und Originalinhalte für den Endnutzer zu entwickeln und bereitzustellen. Dabei konkurrieren sie direkt mit Over-the-Top-Streaming-Angeboten (OTT), die bereits von Cloud Services und SP-Konnektivität profitieren. Content-Service-Angebote, die über eine agile Telco-Cloud-Plattform bereitgestellt werden, lassen sich mit anderen Diensten wie High-Speed-Verbindungen bündeln und bieten so ein attraktiveres Angebot für Verbraucher. Dieses erhöht nicht nur die Kundenloyalität, sondern stärkt auch den Wettbewerb durch das ungehinderte Wachstum der OTT-Services.

Unabhängig vom ursprünglichen Modell, benötigt jeder Service Provider eine Telco-Cloud, die den nahtlosen Übergang von dem bestehenden Betriebsmodell zu einem Modell mit einer NFV- und SDN-basierten Infrastruktur fördert. Sie kann flexibel aufgebaut werden und verschiedene Dienstleistungen mit deutlich geringeren Bereitstellungskosten unterstützen. Mit der Vielzahl neuer 5G-Dienste in den kommenden Jahren können Service Provider neue Umsätze erzielen, indem sie Telco-Cloud-Funktionen nutzen, die jahrelange Versprechen endlich in die Tat umsetzen.

Julius Francis, Director of Product Management & Marketing, Cloud, Security & Analytics bei Juniper Networks
Julius Francis, Director of Product Management & Marketing, Cloud, Security & Analytics bei Juniper Networks (Bild: Juniper Networks)

Über den Autor

Julius Francis ist seit Februar 2015 Director of Product Management & Marketing, Cloud, Security & Analytics bei Juniper Networks.

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