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Schlechte Zahlungsmoral gefährdet Unternehmen

| Autor: Heidemarie Schuster

Zahlen Kunden nicht rechtzeitig, kann das schwerwiegende Folgen für Unternehmen haben.
Zahlen Kunden nicht rechtzeitig, kann das schwerwiegende Folgen für Unternehmen haben. (Bild: Pixabay)

Die Eos-Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ zeigt auf, dass jedes siebte Unternehmen in Europa um seine Existenz fürchtet. Die Hauptgründe dafür sind Gewinneinbußen und Liquiditätsengpässe als Folge von Zahlungsverzug.

Der Kauf auf Rechnung bringt für Käufer viele Vorteile: man bezahlt nicht für die Katze im Sack, kann bei Bestellungen nur das bezahlen, was man behält und man kann Zahlungen schon mal etwas schieben oder gar Mahnungen abwarten, wenn es finanziell gerade eng ist. Was solche Zahlungsverzögerungen aber für die Unternehmen bedeutet, ist wenigen klar. Gewinneinbußen und Liquiditätsengpässe sind laut der Eos-Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ europaweit die häufigste Folge von Zahlungsverzug. Zwar haben sich diese im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert, doch immerhin verzeichneten 42 Prozent der befragten Unternehmen eine Minderung des Gewinns (2017: 46 Prozent) und 38 Prozent hatten mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen (2017: 39 Prozent).

Weitere Folgen der schlechten Zahlungsmoral sind ein Rückgang der Investitionen (23 Prozent), eine restriktive Personalpolitik (19 Prozent) und Preisaufschläge (18 Prozent). Insbesondere in Osteuropa sind die negativen Folgen stark ausgeprägt. Während dort 45 Prozent der Betriebe über Gewinneinbußen klagten, sind es im Westen 37 Prozent. Noch größer ist der Unterschied in puncto Liquiditätsengpässe. Diese betreffen in den osteuropäischen Ländern 42 Prozent der Unternehmen, im Westen lediglich 31 Prozent.

Nach Ländern betrachtet

Unter Zahlungsverzögerungen seitens der Kunden leiden Unternehmen besonders in Spanien und Griechenland. 59 Prozent der spanischen Betriebe haben mit Gewinneinbußen aufgrund von Zahlungsverzögerungen und -ausfällen zu kämpfen. Dagegen verbuchen 57 Prozent der griechischen Unternehmen knappe liquide Mittel und 45 Prozent sehen einen Rückgang von Investitionen – der Spitzenwert in Europa. Problematisch ist auch die Situation für britische Unternehmen: 54 Prozent verzeichnen Gewinneinbußen.

In Deutschland sieht sich nur jeder fünfte Betrieb mit einer Schmälerung des Gewinns als Folge von verspäteten oder ausgefallenen Zahlungen konfrontiert. 14 Prozent melden jedoch Liquiditätsengpässe, doppelt so viele wie noch 2017 (7 Prozent). In ganz Europa ist dagegen das Szenario der Existenzbedrohung leicht gesunken. Sahen 2017 noch 17 Prozent der europäischen Unternehmen ihren Fortbestand in Gefahr, sind es in diesem Jahr nur 14 Prozent.

Drohende Insolvenzen

Trotz des Rückgangs gefährdet der Zahlungsverzug in Europa aber immer noch rund jedes siebte Unternehmen. „Müssen Unternehmen lange auf ausstehende Zahlungen warten, können sie mitunter ihre laufenden Kosten wie etwa Gehälter für ihre Belegschaft nicht weiter bedienen. Im schlimmsten Fall folgt die Insolvenz. Damit werden wirtschaftliches Potenzial und Arbeitsplätze vernichtet“, so Klaus Engberding, Vorsitzender der Geschäftsführung der EOS-Gruppe.

Professionelles Forderungsmanagement kann hier helfen. Inkassounternehmen unterstützen Unternehmen zum einen dabei, die Bonität ihrer Kundinnen und Kunden zu prüfen, damit Zahlungsverzug und -ausfälle von vornherein minimiert werden. Zum anderen sorgen sie dafür, dass Betriebe ausstehende Zahlungen schneller erhalten. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum gesamten Wirtschaftskreislauf: Sie erhöhen die Liquidität in den Betrieben, verbessern die Innovationsfähigkeit und sichern so Arbeitsplätze.

Über die Studie

Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Kantar TNS befragte Eos in Telefoninterviews im Frühjahr 2018 3.400 Unternehmen in 17 europäischen Ländern zu den dortigen Zahlungsgewohnheiten. Jeweils 200 Unternehmen mit mehr als 5 Millionen Euro Jahresumsatz in Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Belgien, Schweiz, Rumänien, Tschechien, Kroatien, Ungarn, Bulgarien, Slowakei, Slowenien, Polen, Russland und Griechenland beantworteten Fragen rund um die eigenen Zahlungserfahrungen, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sowie den Themenkreisen Risiko- und Forderungsmanagement. Die Studie wird bereits zum elften Mal in Folge durchgeführt.

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