Arctic Wolf Labs Threat Report Ransomware as a Service ist beliebter denn je

Von Heidi Schuster 3 min Lesedauer

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Eine Studie von Arctic Wolf liefert Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Ransomware, der Kompromittierung von Geschäfts-E-Mails und ungepatchten Schwachstellen für Unternehmen. Außerdem zeigt sich: Breit angelegte Cyberattacken und innovative Angriffstaktiken werden zur Norm.

Ein umfassender und aktueller Schutz der IT in Unternehmen ist essenziell.(Bild:  Mopic - stock.adobe.com)
Ein umfassender und aktueller Schutz der IT in Unternehmen ist essenziell.
(Bild: Mopic - stock.adobe.com)

Einer der auffälligsten Trends in der Bedrohungslandschaft war ein deutlicher Anstieg der Anzahl erfolgreicher BEC-Angriffe (Business E-Mail Compromise) im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021. Die Kompromittierung von Geschäfts-E-Mails, auch bekannt als E-Mail-Account-Compromise (EAC), ist eine Art von E-Mail-Cyberbetrug, bei dem sich Angreifer als vertrauenswürdige Kontakte ausgeben, wie Führungskräfte oder Anwälte, und die Opfer dann dazu verleiten, Geld zu überweisen oder vertrauliche Informationen preiszugeben.

BEC-Angriffe machten im vergangenen Jahr mehr als ein Viertel (29 %) der Incident-Response-Vorfälle aus, wobei die Mehrheit (58 %) der Opferorganisationen keine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktiviert hatte.

Ransomware

Der Ukraine-Krieg hat die Aktivitäten von Bedrohungsakteuren in diesen beiden Ländern erheblich gestört, was zu einem Rückgang der weltweit beobachteten Ransomware-Fälle um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geführt hat.

Gleichzeitig hat die Nutzung von Ransomware as a Service (RaaS) zugenommen, was es auch technisch weniger versierten Cyberkriminellen ermöglicht, Ransomware-Angriffe auszuführen und die Identitäten der Bedrohungsakteure zu verschleiern.

Die höchste Anzahl an Ransomware-Opfern entfiel im Jahr 2022 auf fünf Ransomware-Varianten, die alle unter das RaaS-Paradigma fallen. Erschwerend kommt hinzu, dass nachweislich teilweise mehrere Ransomware-Varianten gleichzeitig eingesetzt werden beziehungsweise dass Angreifer zwischen den Varianten hin- und herspringen und unterschiedliche Optionen erproben.

LockBit hat sich dabei als dominierende Ransomware-Gruppe etabliert, wobei die E-Kriminalitätsorganisation mit 822 gelisteten Opferorganisationen 248 Prozent mehr Betroffene als BlackCat (ALPHV), die zweitaktivste Gruppe, hatte. Weitere Gruppen waren Conti, BlackBasta und Hive.

Log4Shell und ProxyShell

Cyberkriminelle nutzen unterschiedliche Methoden, um sich Zugang zu den Systemen ihrer Opfer zu verschaffen: Knapp zwei Drittel (72 %) entfielen im vergangenen Jahr auf externe Angriffe, wobei 3 Prozent der Sicherheitsvorfälle durch Fehlkonfigurationen der IT-Systeme, 24 Prozent durch Remote Access Hijacking und 45 Prozent durch bekannte Schwachstellen verursacht wurden, für die bereits Sicherheits-Patches und -Updates verfügbar waren.

Dabei sind die Schwachstellen in Microsoft Exchange (ProxyShell) und Log4j (Log4Shell), die bereits 2021 bekannt wurden, nach wie vor die beiden häufigsten Angriffspunkte (Root Points of Compromise, RPOC) unter den Incident-Reponse-Fällen bei Arctic Wolf.

Schwachstelle Nutzer

Neben externen Angriffen, bei denen eine technische Schwachstelle ausgenutzt wird, gibt es Methoden, bei denen die angegriffenen Nutzer selbst (unwissend) aktiv werden und zum Beispiel eine maliziöse Website oder Datei öffnen. Dabei entfielen im letzten Jahr 12 Prozent auf Phishing-E-Mails, 7 Prozent auf schlechte Passworthygiene und vormals geleakte Zugangsdaten, 4 Prozent auf weitere Social-Engineering-Methoden und 5 Prozent auf weitere RPOCs.

Details zur Studie

Der „Arctic Wolf Labs Threat Report“ basiert auf globalen Bedrohungs-, Malware-, digitalen Forensik- und Incident-Response-Falldaten, die Arctic Wolf im Rahmen seiner Security Operations sammelt. Arctic Wolf verfügt über ein Security Operations Center und gewährt mit seinem Threat Report Einblicke in die tiefen sowie differenzierten Erkenntnisse und Forschungsergebnisse des Arctic Wolf Labs zum Ökosystem der Cyberkriminalität. Außerdem zeigt der Report wichtige Bedrohungstrends und leitet daraus Vorhersagen und strategische Cybersicherheitsempfehlungen für das kommende Jahr ab.
Arctic Wolf Labs bringt Sicherheitsforscher, Datenwissenschaftler und Security Development Engineers mit dem gemeinsamen Ziel zusammen, Cyberrisiken für Unternehmen auf der ganzen Welt zu beenden. Arctic Wolf Labs nutzt die mehr als drei Billionen Sicherheitsereignisse, die die Arctic Wolf Security Operations Cloud jede Woche verarbeitet, auswertet, anreichert und analysiert und ist verantwortlich für die Bereitstellung modernster Threat Research zu neuen Bedrohungsakteuren und Angriffsmustern.

Der „Arctic Wolf Labs Threat Report“ zum Download

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