Channel in Deutschland im Aufbau Protime hat es auf deutsche Buchhalter abgesehen

Von Dr. Dietmar Müller 4 min Lesedauer

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Die Zeiterfassung wird dieses Jahr Pflicht für Unternehmen in Deutschland – Protime ist dafür Spezialist und sucht aktiv nach hiesigen Partnern, um seinen Channel auszubauen. Im Gespräch erläutert CEO Gille Sebrechts, was Neuzugänge erwarten dürfen.

Gille Sebrechts, CEO von Protime (Bild:  Protime)
Gille Sebrechts, CEO von Protime
(Bild: Protime)

Der Spezialist für das Anwesenheits-Management Protime blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in die Zeit vor der Cloud zurückreicht. 1994 gegründet galt das Unternehmen als Pionier für die Windows-basierte Zeiterfassung. Seit 2007 bietet es seine Software als Service (SaaS) an, seit 2017 sogar ausschließlich. Gehostet wird sie in redundanten Rechenzentren in Belgien, wo sich auch die Hauptniederlassung befindet. „Durch die Integration in eine größere HR-IT-Gruppe haben wir Zugang zu einer erstklassigen Infrastruktur und erhöhten Sicherheitsmaßnahmen in der IT-Umgebung“, erläutert CEO Gille Sebrechts.

Die von seiner Firma erstellten Workforce-Management-Tools seien in der Lage, die Feinheiten länderspezifischer Gesetzgebung zu bewältigen. So spreche das Self-Service-Tool „myProtime“ 13 europäische Sprachen. Ein Mitarbeiter könne einen Workflow auf Deutsch starten, sein Genehmiger in Spanien bekomme ihn aber auf Spanisch. „Natürlich erhält der Mitarbeiter dann wieder die Antworten auf Deutsch“, so Sebrechts. „Indem wir die Komplexität annehmen, positionieren wir uns als idealer Partner für Unternehmen, die in verschiedenen regulatorischen Landschaften tätig sind.“

Zum Produktumfang gehören prominent Dashboards für Workflows. Damit können Mitarbeiter den Status ihrer Kollegen feststellen, einschließlich Abwesenheiten oder Remote-Arbeitsvereinbarungen, während Manager einen Überblick über den Status ihrer gesamten Teams erhalten, einschließlich verbleibender Urlaube und Flexkonten. Diverser Filter- und Sortieroptionen sollen helfen, die Teams effizient zu verwalten.

Wie zurzeit üblich setze auch Protime dabei auf KI. Sie komme bereits bei der Arbeitskräfteplanung und -berechnung zum Tragen und soll demnächst auch die Support-Prozesse verbessern helfen. Die Automatisierung von Routineaufgaben minimiere Fehler und erlaube es HR-Profis, sich auf strategische Initiativen wie Karriereentwicklung und Talentmanagement zu konzentrieren.

Kunden in Deutschland

Typischerweise bediene Protime Unternehmen ab 30 Mitarbeiter, die Spanne reiche bis hinauf zu Großunternehmen wie Wordline oder Accor. Diese machen laut dem Geschäftsführer rund 60 Prozent des Umsatzes aus und stammen aus den Branchen Finanz, Logistik, Fertigung, Einzelhandel und Technologie. Die Firmen verfügten über spezifische Anforderungen und Workflows und benötigten Lösungen, die Prozesse optimieren, die Produktivität steigern und die Einhaltung lokaler und regionaler Vorschriften sicherstellen können.

Sebrechts: „Wir legen Wert darauf, die individuellen Bedürfnisse und Herausforderungen jedes Kunden zu verstehen und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, die unabhängig von ihrer Wachstumsphase ihren Anforderungen entsprechen.“

Partner-Business in Deutschland im Aufbau

Protime unterhält Niederlassungen in Mechelen (Hauptsitz) und Namur, beide in Belgien, dazu in Paris, Luxemburg, Manchester und Rotterdam. Darüber hinaus gibt es Partnerbüros in Finnland, Norwegen, Polen, Spanien und Schweden. Der Sitz in Deutschland befindet sich in Dreieich. Alles in allem betrage die Belegschaft aktuell rund 500 Köpfe, 100 davon seien erst 2023 neu hinzugekommen. Man wachse rasant.

Dem Anbieter spielt dabei in die Hände, dass die Zeiterfassung in diesem Jahr auch in Deutschland Pflicht wird. Hiesige Unternehmen sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Arbeitszeiten genau zu dokumentieren, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. „Wir sind bestrebt, Unternehmen in diesem entscheidenden Markt mit unseren Lösungen zu unterstützen“, beteuerte Sebrechts.

Dafür wird ein umfangreiches Partner-Ökosystem benötigt, woran man gerade intensiv arbeite. „Wir sind aktiv daran, Partner zu gewinnen, Beziehungen aufzubauen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zu erkunden. Unser Fokus liegt darauf, Partner zu identifizieren, die mit unseren Werten übereinstimmen, ein starkes Verständnis für den lokalen Markt haben und unsere Marke und Lösungen effektiv bei Kunden in Deutschland vertreten können“, so der CEO.

Idealerweise sind diese Partner Anbieter einer eigenen Lohnbuchhaltung und fügen Protime als Produkt für das Workforce Management (WFM) hinzu. Um sie als All-in-One-Lösung vermarkten zu können, werde lediglich eine standardisierte Schnittstelle benötigt. Gesucht werden auch Beratungsfirmen, die sich mit der Protime-Lösung wohl fühlen.

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Angesichts der aktuell schwierigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen speziell in Deutschland offeriert Sebrechts potentiellen Partnern eine spezielle Zahlungslösung. Diese reagiere auf die jeweilige Liquiditätssituation des Kunden und berücksichtige auch die Saisonalität der aktiven Mitarbeiter im Dienst.

Was dürfen Partner erwarten?

Protimes größter Partner ist übrigens das belgische SD-Worx mit über 7500 Mitarbeitern, davon etwa 850 in Deutschland. Dieser vertreibt Protime unter dem Namen "SD Worx Time". Stand heute verfüge man über mehr als 100 gemeinsame Kunden in Deutschland. „Wir sind aber auch auf verschiedenen HR-Vergleichsportalen gelistet. Das Ziel dabei ist es, das Bewusstsein für die Marke Protime und ihre Module im Markt zu schärfen“, so Sebrechts.

Reseller- oder Technologiepartner teilt er entsprechend sechs Schlüsselkategorien ein: Kommunikation, Zuverlässigkeit, Qualität der Arbeit, Zusammenarbeit, Anpassungsfähigkeit und Professionalität. „Dieses Rahmenwerk ermöglicht es uns, klare Erwartungen zu etablieren, Rechenschaftspflicht zu fördern und die Zusammenarbeit innerhalb der Partnerschaft zu verbessern, was letztendlich zu ihrem Erfolg und beiderseitigem Nutzen beiträgt.“

Protime biete zudem Marketing- und Vertriebsunterstützung sowie technische Hilfe und Schulungen. „Doch über diese Angebote hinaus zeichnet sich unser Engagement für Innovation und Zusammenarbeit aus“, erläuterte Sebrechts abschließend. Partner könnten eine Partnerschaft auf Augenhöhe erwarten. „Wir streben danach, eine langfristige Beziehung auf gegenseitigem Respekt und Feedback aufzubauen, um gegenseitigen Erfolg und Wachstum sicherzustellen.“

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