M365-, MSP- und KMU-Fokus lockt die Amerikaner Update: Proofpoint kauft Hornetsecurity

Von Sylvia Lösel 3 min Lesedauer

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Proofpoint, amerikanischer Security-Anbieter, kauft die Hornetsecurity-Gruppe mit Hauptsitz in Hannover. Damit erwerben die Amerikaner ein Unternehmen, das sich in puncto M365-Security einen Namen gemacht und im MSP- und KMU-Umfeld einen starken Footprint hat.

Security-Markt in Bewegung: Proofpoint kauft deutschen Security-Spezialisten Hornetsecurity.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Security-Markt in Bewegung: Proofpoint kauft deutschen Security-Spezialisten Hornetsecurity.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Proofpoint hat eine Vereinbarung zur Übernahme der Hornetsecurity Gruppe geschlossen. Damit übernimmt der amerikanische Security-Anbieter, der der Investorengruppe Thoma Bravo gehört, ein deutsches, bislang inhabergeführtes Unternehmen. Hornetsecurity hat sich als Anbieter von KI-gestützten Microsoft 365 (M365) Sicherheits-, Datenschutz-, Compliance- und Security-Awareness-Services im KMU-Umfeld einen Namen gemacht.

Durch die Kombination von Proofpoints globalem Marktzugang und Hornetsecuritys Expertise im MSP-Ökosystem sollen künftig Unternehmen aller Größenordnung vom gemeinsamen Knowhow profitieren.

Die gemeinsame Strategie

Hornetsecurity bringt ein leistungsstarkes Geschäft in das Proofpoint-Portfolio ein. Mit über 160 Millionen US-Dollar an jährlich wiederkehrenden Umsätzen sowie einem jährlichen Wachstum von mehr als 20 Prozent. Hornetsecurity bietet Lösungen für rund 12.000 Channel-Partner und MSP und etwa 125.000 KMU in ganz Europa. Proofpoint hat sich als Player im Bereich Security für Großkunden und den gehobenen Mittelstand etabliert. Im Zuge der Übernahme werden die beiden Unternehmen gemeinsam komplementäre, maßgeschneiderte Plattformen bereitstellen, die durch gemeinsame Threat Intelligence weiter optimiert werden, während Hornetsecurity als eigenständige und fokussierte Division innerhalb von Proofpoint agieren wird.

Die Hornetsecurity-Plattform soll MSP-Partnern weltweit zugänglich gemacht werden und auch die Investitionen in das Hornetsecurity-Partnerprogramm sollen deutlich erhöht werden. Dazu gehören zusätzliche Ressourcen zur Unterstützung von MSPs weltweit, insbesondere in Europa und den USA. Darüber hinaus werden sowohl Proofpoint als auch Hornetsecurity ihre jewei­ligen Produktangebote weiterhin unterstützen.

Hornetsecuritys Flaggschiffprodukt, 365 Total Protection, soll Proofpoints menschenzentrierte Sicherheitsplattform ergänzen und die nun gemeinsame Mission „Menschen und Daten überall zu schützen“ unterstützen.

Sumit Dhawan, CEO von Proofpoint. „Wir freuen uns, dass wir mit Hornetsecurity unsere branchenführende, personenzentrierte Sicherheitsplattform erweitern können, um die besonderen Anforderungen von MSP und KMU besser zu erfüllen. Wir freuen uns darauf, unsere Investitionen in den europäischen Märkten als Teil unserer globalen Wachstumsstrategie zu intensivieren.“

Daniel Hofmann, Gründer und CEO von Hornetsecurity. „Die Bandbreite der personenzentrierten Risiken wird immer größer. Darum ist der Zusammenschluss mit Proofpoint ein natürlicher nächster Schritt auf unserem Weg, das stärkste globale Angebot an M365-Sicherheits­dienstleistungen aufzubauen.“

Hofmann wird weiterhin an der Spitze des Unternehmens stehen. Das Management-Team bleibe ebenfalls an Bord und wird die bewährte Produktstrategie des Unternehmens weiter umsetzen.

Der Abschluss der Übernahme wird für die zweite Jahreshälfte 2025 erwartet, vor­behaltlich der üblichen Abschlussbedingungen. Die Bedingungen der Transaktion sind vertraulich.

Kritik an der Übernahme

Die Pläne der beiden Security-Anbieter stoßen nicht überall auf Zustimmung. Schließlich könnte man es als einen Rückschritt für den deutschen Markt betrachten, dass ein bereits etablierter Hersteller wie Hornetsecurity sich von einem US-Unternehmen aufkaufen lässt. Martin Hager, Gründer und CEO von Retarus, einem deutschen Unternehmen, das sich auf sichere Kommunikation für Unternehmen spezialisiert hat, sieht die Übernahme kritisch: „Die Übernahmen europäischer Cybersecurity-Anbieter durch US-Konzerne sind kein bloßer Markttrend – sie sind ein Weckruf. Wenn amerikanische Investoren zunehmend die Kontrolle über kritische digitale Infrastrukturen übernehmen, wird es in Zukunft keine europäischen Sicherheitsanbieter mehr geben. Zugleich steigt die Gefahr, dass Geschäftsgeheimnisse verloren gehen, wenn Transport und Speicherung sensibler Informationen an Unternehmen ausgelagert werden, die nicht denselben Werte- und Rechtsstandards unterliegen.“

Vor allem in Zeiten, in denen Europa seine technologische Unabhängigkeit stärken müsse, sei es fahrlässig kritische Infrastruktur in die Hände von Anbietern zu geben, die der unberechenbaren US-Politik unterliegen. Hager appelliert: „Es braucht mutige Entscheidungen auf nationaler und europäischer Ebene, damit Cloud- und Sicherheitsdienste ausschließlich von europäischen Anbietern bezogen werden. Die angekündigte Übernahme von Hornetsecurity durch Proofpoint zeigt, dass auch im Bereich E-Mail Security digitale Souveränität kein politisches Buzzword, sondern eine operative Notwendigkeit ist. “

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