Executive Summit 2012

Pardigmenwechsel in der IT und wo das Geschäft für Systemhäuser liegt

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Fachkräftemangel

ITB: Auf dem Summit wurde auch der Fachkräftemangel angesprochen. Wie begegnen Sie diesem?

Brand: Für uns als mittelständisches Unternehmen in Stuttgart ist das ein heißes und schwieriges Thema. Unsere Antwort darauf ist, dass wir massiv in Ausbildung investieren. Beispielsweise haben wir diesen Herbst erstmals eine Sales-Akademie, in der wir zehn Hochschulabgängern ein neunmonatiges Trainee-Programm bieten und sie in den Verkaufstechniken schulen. Wir hoffen, dass wir so die Leute finden, binden und entwickeln können.

Guschlbauer: Wir begegnen dem Thema auf vielfältige Weise. Wir haben eine große Azubi-Initiative gestartet, die zum Ziel hat, die Ausbildungsquote auf zwölf Prozent zu steigern. Zudem haben wir Trainee-Programme sowohl im Sales- wie auch im technischen Bereich, über die wir nicht nur Berufsanfänger, sondern auch Quereinsteiger gewinnen wollen. Des Weiteren haben wir letztes Jahr erstmals ein General-Manager-Programm aufgesetzt, um unsere künftigen Top-Führungskräfte heranzuziehen. Eine andere wichtige Aufgabe ist in diesem Zusammenhang den Bekanntheitsgrad der Arbeitsgebermarke und die damit verbundenen Werte und Attribute kontinuierlich zu verbessern.

ITB: Professor Welsch hat über die exponentiellen Zeiten gesprochen, in denen wir leben. Wo denken Sie, geht es hin?

Brand: Es fällt mir schwer, aus diesem wunderbaren Vortrag direkte Schlüsse auf mein tägliches Business zu ziehen. Das Ganze war doch sehr abstrahiert und wissenschaftlich dargestellt. Ich glaube, dass nach wie vor Themen wie Nachhaltigkeit, Vertrauen beim Kunden sowie verlässliche Partnerschaft Basis unseres Geschäftserfolges ist. Für uns ist das Credo, dass wir eine Balance herstellen, zwischen den Interessen unserer Kunden, denen unserer Mitarbeiter, unserer Gesellschafter und denen unserer Lieferanten. Wenn das klappt, werden wir erfolgreich sein.

Guschlbauer: Ein Punkt, den Professor Welsch auch angesprochen hat, waren die Social Medias und deren Entwicklung. Ich habe mit ihm später noch diskutiert, ob es in einem Zeitraum von zehn oder 20 Jahren nicht vielleicht eher wieder einen gegenläufigen Trend gibt, dass sich die Leute im Internet weniger exponieren. Denn wie er schon sagte, immer wenn das Produkt kostenlos ist, ist die Einnahmequelle der Mensch selbst.

ITB: Beim Open Space wurde darüber diskutiert, ob wir eine „Cloud Made in Germany“ brauchen. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Guschlbauer: Davon bin ich tief überzeugt. Vor allem mittelständische Kunden suchen eine solche Lösung, denn sie haben eine wahrscheinlich nicht unbegründete Furcht, Daten einem nicht in Deutschland operierenden Anbieter anzuvertrauen. Ich denke, eine „Cloud Made in Germany“ eröffnet einen Markt, in dem man sich mit sinnvollen und zielgruppenspezifischen Angeboten profilieren kann. Allerdings muss man das Versprechen, das man gibt, auch einhalten.

Brand: Zu einhundert Prozent brauchen wir eine „Cloud Made in Germany“. Wie Herr Guschlbauer schon sagt, wollen unsere Kunden wissen, wo ihre Daten liegen und wo sie diese vielleicht auch wieder zurückbekommen. Eine Transparenz der Prozesse ist wichtig, den unsere Kunden wissen, dass die Daten ihre Assets sind. Wir bieten so etwas bereits gemeinsam mit Fujitsu an.

Wenn Sie mehr über den Executive Summit 2012 erfahren möchten, lesen Sie den Artikel „Auf der Suche nach den Wertschöpfungstreibern der Zukunft“. Hier finden Sie auch eine Bildergalerie zur Veranstaltung.

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