Dedizierte Chips für Nvidia-unabhängige Infrastruktur OpenAI und Broadcom entwickeln gemeinsamen KI-Beschleuniger

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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OpenAI will eigene Chips bauen – mit Broadcom. Der KI-Beschleuniger soll ab 2026 einsatzbereit sein und die Abhängigkeit von Nvidia reduzieren. Die Financial Times berichtet über einen Auftrag in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar.

Die TPU v4 von Google aus dem Jahr 2023 war Insidermeldungen zufolge bereits eine Broadcom-Entwicklung (inzwischen ist das Unternehmen bei v7 angelangt). Nun melden die Financial Times und Bloomberg unter Berufung auf Insiderkreisen, dass OpenAI künftig auf dedizierte, gemensam mit dem Fabless-Hersteller entwickelte Chips für KI-Beschleunigung und -Training setzen möchte.(Bild:  Google)
Die TPU v4 von Google aus dem Jahr 2023 war Insidermeldungen zufolge bereits eine Broadcom-Entwicklung (inzwischen ist das Unternehmen bei v7 angelangt). Nun melden die Financial Times und Bloomberg unter Berufung auf Insiderkreisen, dass OpenAI künftig auf dedizierte, gemensam mit dem Fabless-Hersteller entwickelte Chips für KI-Beschleunigung und -Training setzen möchte.
(Bild: Google)

Schon vor einem Jahr machten Meldungen die Runde, dass OpenAI danach strebe, eine eigene Chip-Infrastruktur aufzubauen und sich aus der Abhängigkeit von Nvidia-GPUs zu lösen. Nun scheinen diese Pläne konkrete Gestalt anzunehmen: OpenAI plant gemeinsam mit Broadcom die Entwicklung eigener KI-Beschleuniger – ein strategischer Schritt, um unabhängiger von Marktführer Nvidia zu werden. Die Chips sollen ab 2026 intern zum Einsatz kommen und speziell auf die Bedürfnisse von OpenAI zugeschnitten sein.

Dedizierte Hardware für mehr Unabhängigkeit von Nvidia

Zuerst berichtete die Financial Time über diese Pläne, gefolgt von der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach soll das Projekt ein Volumen von mehr als zehn Milliarden US-Dollar haben. Broadcom-CEO Hock Tan sprach zuletzt in einer Analystenkonferenz von einem neuen Großauftrag im Bereich kundenspezifischer KI-Chips, nannte aber keine Namen. Brancheninsider bestätigten gegenüber Bloomberg nun, dass es sich bei diesem Kunden um OpenAI handle.

Die neue Hardware soll OpenAI dabei helfen, die steigende Nachfrage nach Rechenleistung für Modelle wie GPT-5 zu bedienen. CEO Sam Altman kündigte jüngst an, die verfügbare Compute-Kapazität innerhalb von fünf Monaten zu verdoppeln. Der Fokus liege klar auf Effizienz und Skalierbarkeit. OpenAI folgt damit dem Weg anderer Tech-Giganten wie Google, Meta und Amazon, die bereits auf maßgeschneiderte KI-Chips setzen. So hat sich beispielsweise der Meta-Konzern mit Arm zusammengetan, um eigene dedizierte KI-Prozessoren für die hauseigenen Rechenzentren zu entwickeln.

Broadcom hat in der Vergangenheit bereits intensiv mit Google bei der Entwicklung seiner TPUs (tensor processing unit) zusammengearbeitet. Derner hatte das Unternehmen Anfang des Jahres einen gemeinsamen Auftrag von Arm und dem japanischen Softbank-Konzern eingeholt, um Chips für das Training von künstlicher Intelligenz in japanischen Rechenzentren zu entwickeln.

Die nun für OpenAI geplanten Chips sollen laut Angaben der FT und Bloomberg sogenannte XPUs sein – Spezialbeschleuniger, die über klassische GPUs hinausgehen. Unklar ist, ob OpenAI diese Hardware langfristig auch extern anbieten wird oder ausschließlich intern nutzt.

Trend weg von Allzweck-Hardware hin zu herstellerspezifischen Spezifikationen

Das Projekt markiert eine wichtige Phase in OpenAIs technologischem Reifeprozess. Nach einer engen Partnerschaft mit Microsoft und starker Abhängigkeit von Nvidia will das Unternehmen zunehmend eigene Infrastruktur kontrollieren – von der Software bis zur Hardware. Weder Broadcom noch OpenAI haben die Meldungen bislang bestätigt.

An der Börse sorgte die Nachricht bereits für einen Kurssprung von über neun Prozent. Broadcoms Marktkapitalisierung liegt nun bei rund 1,6 Billionen US-Dollar. Der Konzern zählt damit zu den sieben wertvollsten US-Unternehmen. Insbesondere für Broadcom ist die Zusammenarbeit ein weiterer Wachstumstreiber. Der Chipkonzern erzielte allein im letzten Quartal 5,2 Mrd. US-Dollar Umsatz mit KI-Hardware. Im vierten Quartal sollen es laut Prognose 6,2 Mrd. werden. Analysten erwarten, dass die Partnerschaft mit OpenAI Broadcoms Wachstum ab 2026 deutlich beschleunigt.

Das Rennen um die KI-Spitze wird derzeit also nicht mehr länger nur von den LLMs selbst getrieben; der Trend zur Entwicklung maßgeschneiderter ASIC- oder NPU-Lösungen zu herstellerspezifischen Spezifikationen schreitet weiter voran. (sg)

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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