Vor 10 Jahren haben sich HP und HPE getrennt. Zum Geburtstag schenkt sich HPE selbst die Juniper-Übernahme und dem Channel ein neues Partnerprogramm. Zusätzlich winken den Kunden eine günstige Antwort auf VMware und KI-Agenten für das Hybrid-IT-Management.
Anlässlich des 10. Geburtstags gönnt sich HPE ein neues Logo. Auch bei der Partnerstruktur schlägt das Unternehmen eine neue Richtung ein: Es gibt nur noch ein Partnerprogramm, allerdings mit drei verschiedenen Tracks.
(Bild: Jan - stock.adobe.com / HPE (Montage: Klaus Länger))
Es war ein Paukenschlag für die gesamte IT-Branche, als HP-Chefin Meg Whitman im Oktober 2014 ankündigte, dass HP in zwei Firmen aufgespalten werde: HP Inc. für das Client- und Druckergeschäft und Hewlett Packard Enterprise (HPE) für das Datacenter- und Services-Business. 2015 wurde die Trennung dann vollzogen, damit feiert HPE dieses Jahr den 10. Geburtstag und gibt sich auch gleich ein neues Logo. Als eigenes Geburtstagsgeschenk konnte das Unternehmen im Juli zudem die Übernahme von Juniper finalisieren, die größte Akquise in der Firmengeschichte. Damit kann das Unternehmen sein Portfolio für Datacenter, Edge und hybride Cloud weiter ausbauen, wie Gerry Steinberger, Director Channel & Partner Ecosystem bei HPE Deutschland, betont: „Wir sind sehr breit aufgestellt beim Lösungsportfolio – wie keiner unserer Mitbewerber“. Juniper wird daher auch komplett in HPE integriert, ein Modell wie das von VMware und Dell sei nicht angedacht. „HPE und Juniper sind jetzt eins“, sagt Steinberger dazu.
Wir sind sehr breit aufgestellt beim Lösungsportfolio – wie keiner unserer Mitbewerber.
Gerry Steinberger, Director Channel & Partner Ecosystem bei HPE
Gerry Steinberger, Director Channel & Partner Ecosystem, Germany
(Bild: HPE)
Vereinheitlichtes Partnerprogramm über alle Geschäftsbereiche hinweg
Vereinheitlicht wird auch das Partnerprogramm. Zum 1. November startet das auf dem Partner Growth Summit in Las Vegas angekündigte Partner-Ready-Vantage-Programm, das alle Geschäftsbereiche von HPE abdeckt und somit auch Aruba und Juniper umfasst. Es gliedert sich in drei Tracks auf, wobei Partner auch in zwei oder allen drei Tracks aktiv sein können. Der Build-Track ist für Lösungsentwickler bestimmt und deckt auch Beratungsunternehmen ab. Den Partnern im Sell-Track steht das komplette Lösungsportfolio von HPE zur Verfügung, das sie verkaufen oder als Greenlake-Service vertreiben können. Im Service-Track können Anbieter von Managed Services, Professional Services oder Support teilnehmen und Vorteile erlangen. Über den Partner-Status innerhalb der Tracks entscheiden weiterhin Umsatz, Zertifizierungen und spezielle Kompetenzen, etwa für KI oder die souveräne Cloud.
Das Thema KI umfasst bei HPE nicht nur passende Lösungen für Kunden wie die AI Factory als Blaupause für erfolgreiche KI-Projekte, die gemeinsam mit Nvidia entwickelte Private Cloud AI oder die für KI-Anwendungen bestimmte Storage-Lösung Alletra MP X10000, sondern auch den internen Einsatz von GenAI für das Hybrid-Cloud-Management in Form von Greenlake Intelligence. Der im Juni auf der Discover 2025 vorgestellte Service ist ein Framework aus KI-Agenten, die über das Model Context Protocol (MCP) auf Telemetriedaten, Logfiles und andere Informationen zugreifen und miteinander kommunizieren können, um so gemeinsam mit den Admins Probleme zu lösen und diesen das Management einer hybriden Cloud zu erleichtern. Dabei deckt Greenlake Intelligence Server, Storage, Netzwerk und Software ab – auch die anderer Hersteller. Unterhalb von Greenlake Intelligence nutzt HPE KI-Agenten in OpsRamp und Aruba Central.
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Günstige Alternative zu VMware
Ein weiteres Thema, das Kunden und Partner umtreibt, ist die Lizenzpolitik von Broadcom bei VMware-Lösungen. HPE bietet hier mit Morpheus VM Essentials eine günstigere Alternative, mit der Workloads auf HPEs HVM-Hypervisor und auf VMware ESXi verwaltet werden können. Laut Steinberger sind hier durch die Lizenzierung pro Socket „bis zu 90 Prozent Einsparungen möglich“. HPE hat Morpheus Data im vergangenen Jahr übernommen. Die Morpheus-Enterprise-Variante für das Hybrid-Cloud-Management bildet zusammen mit der Observability-Lösung OpsRamp und Zerto für die Datensicherung die neue HPE CloudOps Software. Für die Optimierung und Modernisierung von IT-Workloads bei ihren Kunden können Partner gratis das IT-Assessment-Tool CloudPhysics Plus nutzen. Beide Lösungen sind ab dem vierten Quartal verfügbar.
Server für Datacenter, Edge und die private KI-Cloud
Neue Server bringt HPE ebenfalls auf den Markt. Für das Datacenter und damit auch für Morpheus VM Essentials kommen Proliant-Compute-Gen12-Systeme mit AMD-Epyc-Prozessoren, die bis zu 192 Cores bieten. Bei ihnen gibt es auch die Option einer direkten Flüssigkeitskühlung. Für Edge-Anwendungen stellt der Hersteller den ebenfalls AMD-Epyc-basierten Proliant DL145 vor. Der kompakte und robuste Server soll mit bis zu 64 CPU-Cores, bis zu drei AMD-GPUs und Microsoft Azure Local die Nachfrage nach Edge-KI-Lösungen decken. Für die private KI-Cloud im Rechenzentrum kooperiert HPE mit Nvidia. Hier reicht das Portfolio vom Entwicklungssystem mit zwei H100-GPUs bis hin zu sehr großen Systemen mit 16 H200-GPUs.
Stand: 08.12.2025
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