Neue EU-Gesetze wie NIS2 und der Cyber Resilience Act fordern Unternehmen heraus. Wie SASE und 5G helfen, Netzwerke sicherer und flexibler zu machen – ein Leitfaden für IT-Entscheider und Administratoren.
Die Autorin Svetlana Klinkow ist Partner Sales Executive bei Ericsson Enterprise Wireless.
(Bild: Ericsson)
Die Anforderungen an IT-Netzwerke wachsen. Cloud-Anwendungen, Remote-Arbeit und die Einbindung von IoT-Geräten verlangen nach immer leistungsfähigeren und gleichzeitig sicheren Infrastrukturen. Hinzu kommen strenge gesetzliche Vorgaben wie die NIS2-Richtlinie und der Cyber Resilience Act (CRA). Beide Regelwerke fordern von Unternehmen nicht nur den Schutz sensibler Daten, sondern auch die Fähigkeiten, diesen Schutz jederzeit nachzuweisen.
Das setzt IT-Teams unter Druck: Netzwerke müssen nicht nur flexibel und skalierbar sein, sondern gleichzeitig ein hohes Sicherheitsniveau bieten – und dies ohne übermäßige Komplexität. Vor allem IT-Administratoren und Entscheidungsträger stehen vor der Aufgabe, diese Anforderungen in einheitliche Lösungen zu übersetzen. Secure Access Service Edge (SASE) und 5G bieten hierfür eine vielversprechende Antwort.
Was ist SASE?
SASE ist keine Einzeltechnologie, sondern eine Architektur, die mehrere essenzielle Sicherheits- und Netzwerklösungen in einer Plattform vereint. Ziel ist es, Netzwerke effizient zu sichern und gleichzeitig die Verwaltung zu vereinfachen.
Ein Kernbestandteil von SASE ist SD-WAN, eine Technologie, die Datenströme priorisiert und Verbindungen intelligent steuert. Sie optimiert nicht nur die Leistung, sondern sorgt auch für Sicherheit und Stabilität – beispielsweise durch automatische Umschaltungen bei schwankender 5G-Verfügbarkeit. Ein Unternehmen mit verteilten Standorten kann so dynamisch Bandbreiten priorisieren und sicherstellen, dass kritische Anwendungen zuverlässig arbeiten und vertrauliche Daten immer den Weg über die sicherste Verbindung nehmen.
Ein weiterer Baustein ist Zero Trust Network Access (ZTNA). Hier wird jeder Zugriff streng überprüft, basierend auf Faktoren wie Benutzeridentität, Gerätezustand und Standort. Selbst interne Zugriffe erfolgen nur, wenn sie explizit autorisiert und validiert wurden.
Zusätzlich in SASE integrierte Lösungen sind beispielsweise der Cloud Access Security Broker (CASB), der Cloud-Nutzung überwacht und vor Datenlecks schützt, sowie Firewall-as-a-Service (FWaaS), eine standortunabhängige Firewall, die Bedrohungen in Echtzeit erkennt und abwehrt. Secure Web Gateways (SWG) ergänzen dies, indem sie, anders als Firewalls, die den gesamten Traffic überwachen, speziell die Web-Zugriffe der User überwachen. So filtern sie schadhafte Inhalte und blockieren den Zugriff auf unsichere Webseiten, bevor User diese erreichen.
Durch die Kombination all dieser Technologien schafft SASE eine flexible, skalierbare und sichere Netzwerkumgebung, die sich an moderne Anforderungen anpasst – ohne zusätzliche Komplexität.
Wie 5G die Möglichkeiten von SASE erweitert
Die Nutzung von 5G macht SASE noch leistungsfähiger. Die deutlich höheren Datenraten und die niedrigeren Latenzzeiten sind dabei nur ein Teil der Vorteile. Besonders relevant sind die zusätzlichen Features, die 5G speziell für die IT-Sicherheit und Netzwerkadministration bietet.
Eine Schlüsseltechnologie von 5G ist Network Segmentation, mit der mehrere virtuelle Netzwerke mit unterschiedlichen Anforderungen parallel betrieben werden können. Sensordaten eines IoT-Netzwerks lassen sich so in einem niedrig priorisierten Segment übertragen, während datenintensive Anwendungen wie Videostreaming von einem hoch priorisierten Segment profitieren.
SIM-basierte Sicherheit vereinfacht die Verwaltung mobiler Geräte. SIM-Karten dienen dabei als sichere Identifikationsquelle. Ein Beispiel hierfür ist die automatische Authentifizierung einer Fahrzeugflotte über zentrale Sicherheitsrichtlinien, ohne dass zusätzliche Software, Agenten oder Clients erforderlich sind.
Darüber hinaus liefert 5G Echtzeitdaten, die für das Netzwerkmanagement von unschätzbarem Wert sind. Parameter wie Latenz, Bandbreitenauslastung oder Verbindungsqualität können kontinuierlich überwacht werden. Diese Daten helfen IT-Teams, Probleme frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu beheben.
Durch die enge Verzahnung von 5G mit SASE können Unternehmen mobile Arbeitsplätze und IoT-Umgebungen besser absichern und die Effizienz und Reaktionsfähigkeit ihrer Netzwerke steigern.
Stand: 08.12.2025
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Ergänzung statt Ersatz: SASE und bestehende Sicherheitsansätze
SASE ersetzt klassische Sicherheitskonzepte wie Firewalls oder VPNs nicht vollständig. Vielmehr ergänzt es diese, um bekannte Schwächen zu adressieren. Bestandteile von SASE wie Zero Trust Network Access (ZTNA) und Mikrosegmentierung sind dabei speziell darauf ausgelegt, Herausforderungen in dynamischen Netzwerkumgebungen zu bewältigen.
Zero Trust Network Access sorgt dafür, dass Zugriffsrechte nicht pauschal vergeben werden, sondern auf Basis von Benutzeridentität, Gerätezustand und Kontext bei jeder Interaktion dynamisch geprüft werden. Dadurch wird gewährleistet, dass nur vertrauenswürdige Zugriffe erlaubt sind, unabhängig davon, ob die Geräte intern oder extern auf das Netzwerk zugreifen. Mikrosegmentierung teilt Netzwerke in kleine, isolierte Bereiche auf, wodurch Angriffe effektiv eingedämmt werden und sich nicht unkontrolliert im Netzwerk ausbreiten können.
VPNs, die bisher häufig für den Schutz dynamischer Netzwerke genutzt werden, bieten zwar Schutz vor unautorisiertem Zugriff, geraten jedoch bei der Verwaltung großer, dezentraler Netzwerke schnell an ihre Grenzen. SASE adressiert diese Schwachstellen, indem es Sicherheitsrichtlinien zentralisiert und dynamisch anpasst.
Durch die Kombination von SASE mit klassischen Konzepten entsteht ein mehrschichtiger Sicherheitsansatz, der Angriffe schneller erkennt, isoliert und abwehrt.
Schrittweise Einführungen von SASE
Die Einführung von SASE und 5G erfordert eine durchdachte Strategie. Ein schrittweises Vorgehen minimiert Risiken und sorgt dafür, dass Unternehmen die Vorteile beider Technologien effizient nutzen können:
1. Netzwerk analysieren: Schwachstellen wie unsichere IoT-Geräte oder veraltete Richtlinien erkennen.
2. SD-WAN einführen: Den Datenverkehr softwaregesteuert leiten, um die Netzwerkleistung zu optimieren und die Basis für SASE zu schaffen.
3. Sicherheitsdienste ergänzen: Zero Trust Network Access (ZTNA), Cloud Access Security Broker (CASB) undFirewall-as-a-Service (FWaaS) integrieren, um zentrale Bedrohungen zu adressieren.
4. 5G nutzen: Den Einsatz von 5G strategisch planen, insbesondere für mobile Geräte und IoT-Endpunkte. Durch Network Segmentation können unterschiedliche Anforderungen effizient adressiert werden und in Kombination mit einer SIM-basierten Authentifizierung mehr Sicherheit und Flexibilität bieten.
5. Verwaltung zentralisieren: Monitoring- und Steuerungsmöglichkeiten von SASE nutzen, um Sicherheitsrichtlinien konsistent durchzusetzen.
Sichere Netzwerke für morgen
SASE und 5G bieten Unternehmen eine leistungsstarke Kombination, um Netzwerke zukunftssicher zu gestalten. SASE integriert moderne Sicherheits- und Netzwerkmanagement-Ansätze in eine einheitliche Architektur, während 5G die Basis für schnellere und flexiblere Netzwerke schafft. Gemeinsam bieten sie IT-Teams die Werkzeuge, um Netzwerke nicht nur effizient zu schützen, sondern auch an die Anforderungen einer dynamischen Arbeitswelt anzupassen.
Mit einer schrittweisen Implementierung können Unternehmen die Herausforderungen moderner Netzwerke meistern, gesetzliche Vorgaben erfüllen und zugleich ihre Infrastruktur zukunftssicher aufstellen.
Über die Autorin
Svetlana Klinkow ist Partner Sales Executive bei Ericsson Enterprise Wireless und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Netzwerkinfrastruktur, IT-Sicherheit und moderne Wireless-Technologien. Mit fundierter Expertise in Lösungen wie SASE, 5G und Wireless WAN (WWAN) arbeitet sie eng mit Ericssons Partnern zusammen, um Innovationen voranzutreiben und passgenaue Konnektivitätslösungen für vielfältige geschäftliche Anforderungen zu entwickeln.