Application Platform-AI Netgo und Tobit starten KI-Plattform für den Mittelstand

Von Sylvia Lösel 3 min Lesedauer

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IT-Dienstleister Netgo startet zusammen mit Tobit Software eine neue KI-Plattform, die sich an Mittelständler richtet. Digitale Souveränität spielt dabei eine Rolle, aber ebenso wichtig sind weitere Skills.

Netgo launcht gemeinsam mit Tobit Software eine AI-Plattform für den Mittelstand.(Bild: ©  Alexander - stock.adobe.com / KI-generiert)
Netgo launcht gemeinsam mit Tobit Software eine AI-Plattform für den Mittelstand.
(Bild: © Alexander - stock.adobe.com / KI-generiert)

Datenhoheit, Preise, Beratung. Das sind drei Punkte, die für mittelständische Unternehmen wichtig sind, wenn es um die Etablierung und Umsetzung von KI-Projekten geht. Alle drei unter einen Hut zu bringen, ist mitunter schwer. Doch zunehmend naht Hilfe. Immer mehr Anbieter launchen KI-Plattformen, die in Deutschland gehostet werden und auf die Bedarfe von Mittelständler ausgelegt sind. Macht dies ein Dienstleister, ist oft die Beratung und enge Umsetzung der Projekte im Paket inbegriffen. Genau diesen Weg geht nun der IT-Dienstleister Netgo und launcht die „Application Platform-AI“ gemeinsam mit dem Software-Spezialisten Tobit aus Ahaus.

Matthias Nietz, Geschäftsführer Netgo Software(Bild:  Netgo)
Matthias Nietz, Geschäftsführer Netgo Software
(Bild: Netgo)

„KI-Projekte scheitern nicht an der Technologie, sondern fast immer an fehlender Betreuung. Unternehmen mangelt es nicht an Tools, sondern oft fehlt ein verlässlicher Partner, der die KI-Einführung professionell umsetzen kann,“ sagt Matthias Nietz, Geschäftsführer Netgo Software. Und genau als dieser will sich Netgo etablieren. Projekte entstehen so entlang der Linie: Geschäftsprozesse verstehen, die passende Lösung implementieren, Change-Management in der Organisation des Kunden begleiten.

Das kann die KI-Plattform

Die neue Lösung basiert auf der Application Delivery Platform, die Netgo bereits etabliert hat. Ergänzt wird diese nun mit der KI-Plattform Sidekick von Tobit. Beide zusammen, so das Versprechen, können in bestehende Prozesse integriert werden und von Kundensupport, über interne Assistenzsysteme bis hin zu automatisierten Workflows und Gesprächsprotokollen diverse Anwendungsszenarien abbilden.

Ludwig Groten, Geschäftsführer Tobit.Software.(Bild:  Netgo)
Ludwig Groten, Geschäftsführer Tobit.Software.
(Bild: Netgo)

Und natürlich spielen die beiden Hersteller auch die Karte „Digitale Souveränität“. Diese Kooperation bietet eine in Deutschland entwickelte und betriebene Alternative

zu US-Hyperscalern. „Wir bündeln die Stärken zweier deutscher Unternehmen: Tobit mit fast 40 Jahren Erfahrung in Forschung und Entwicklung und Netgo als IT-Dienstleister mit tiefem Zugang zu Mittelstand und Enterprise-Kunden. Das Ergebnis ist KI-Integration statt Abhängigkeit von Hyperscalern,“ erklärt Ludwig Groten, Geschäftsführer von Tobit Software.

Fragen an Netgo zur neuen AI-Plattform

ITB: Wo wird die KI-Plattform gehostet?

Netgo: Wir setzen beim Hosting primär auf unsere Application Platform innerhalb der Netgo-Cloud. Darüber hinaus ist unsere Plattform so konzipiert, dass wir flexibel auf andere Systeme aufsetzen können. Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit zu „Managed Kubernetes“. Dies ermöglicht es, die Lösung beispielsweise auch auf HPE GreenLake (On-premise) oder bei anderen Cloud-Providern zu realisieren, sofern dies vom Kunden gewünscht wird.

Welche KI-Systeme stehen zur Verfügung, oder ist der Kunde frei bei der Wahl?

Die Lösung Sidekick bringt eine große Auswahl aktueller Modelle mit, darunter Gemini und Claude. Wir bieten sowohl Modelle von europäischen Herstellern wie Mistral an als auch EU-gehostete Instanzen von US-Anbietern. Mit dem Umzug auf unsere eigene Plattform werden wir das Angebot zudem um Open-Source-Modelle aus unserem eigenen Rechenzentrum erweitern. Damit stehen dem Kunden alle Möglichkeiten offen – von State-of-the-Art-Performance bis hin zu maximaler Datensouveränität. Natürlich beraten wir unsere Kunden intensiv bei der Wahl des für sie richtigen Modells.

Wird es ein attraktives Pricing für den Mittelstand mit Blick auf Speicherpreise und Energiekosten geben?

Ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis gewährleisten wir durch ein effizientes Ressourcen-Management über die Cloud. Kunden haben dabei die Wahl zwischen zwei transparenten Modellen: einer transaktionsgenauen Abrechnung oder einer Budget-Abrechnung. Ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftlichkeit ist zudem unser Beratungsansatz. Wir helfen Unternehmen, KI gezielt und effizient einzusetzen, um unnötige Kosten durch die Wahl falscher Modelle oder ineffiziente Prozesse zu vermeiden.

Gibt es bereits Kundenprojekte, die auf dieser Plattform gehostet werden?

Ja, das Interesse im Markt ist sehr groß, und wir befinden uns bereits in der aktiven Umsetzung verschiedener Szenarien. Die Use Cases reichen von der Integration von KI-Assistenten in Digitalisierungsprojekte (statt isolierter Chats) über semantische Änderungsvergleiche, bis zum Einsatz als Wissensassistent für Mitarbeitende, sowie für komplexe Bewertungsverfahren. Zudem veredeln wir bestehende Geschäftsprozesse unserer Bestandskunden durch die MCP-Anbindung unserer Plattform.

Wir bedienen hierbei bereits beispielsweise bundesweit agierende Dienstleister im Facility Management, Unternehmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement sowie Backoffice-Dienstleister im Finanzsektor.

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