Überproduktion und Preisverfall NAND-Flash-Industrie fährt die Produktion runter

Von Manuel Christa 1 min Lesedauer

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Eine anhaltend schwache Nachfrage und ein Überangebot zwingen führende Flash-Hersteller wie Micron, Kioxia/SanDisk, Samsung und SK hynix/Solidigm zu einschneidenden Produktionskürzungen.

Flash-Hersteller produzieren weniger wegen sinkender Nachfrage.(Bild:  _SDR_/Pixabay)
Flash-Hersteller produzieren weniger wegen sinkender Nachfrage.
(Bild: _SDR_/Pixabay)

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu reduzieren und die Preise zu stabilisieren. Parallel dazu arbeiten die Unternehmen an langfristigen Strategien, um ihre Marktposition zu sichern und wettbewerbsfähig zu bleiben. Das geht aus einem Forschungsbericht von Trendforce hervor.

Nachfrage sinkt, Preise auch

Die Nachfrage nach Schlüsselprodukten wie Smartphones und Notebooks bleibt weiterhin gering. Auch im Bereich der Unternehmens-IT sind Investitionen ins Stocken geraten, was das Wachstum der Nachfrage nach Enterprise-SSDs bremst. Seit dem dritten Quartal 2024 erleben NAND-Flash-Preise einen kontinuierlichen Rückgang, und die Hersteller blicken pessimistisch auf die Marktentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2025. Diese Preisschwäche belastet die Gewinnmargen erheblich und zwingt die Unternehmen zu drastischen Maßnahmen wie Produktionsdrosselungen. Zusätzlich erschweren geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten eine rasche Erholung des Marktes.

Verschärfter Wettbewerb und strategische Marktanpassungen

Der globale Wettbewerb wird durch das aggressive Produktionswachstum chinesischer Anbieter schärfer. Micron hat bereits erste Schritte in Form von Produktionskürzungen unternommen, während Kioxia und SanDisk ähnliche Maßnahmen vorbereiten. Samsung, das eine führende Rolle im Bereich Enterprise-SSDs einnimmt, sieht sich ebenfalls gezwungen, seine Produktion anzupassen, um den Druck durch neue Technologien und Konkurrenz zu bewältigen. SK hynix, das 2024 im Enterprise-SSD-Segment Erfolge verbuchte, überarbeitet seine Strategie, um sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen.

Zudem richten viele Hersteller ihren Fokus auf Diversifizierung. Investitionen in Zukunftsmärkte wie Automotive- und KI-Anwendungen werden als Möglichkeiten zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle geprüft. Kioxia prognostiziert, dass der Flash-Bedarf aufgrund des KI-Booms bis 2028 sogar auf das Dreifache steigen wird.

Die Produktionskürzungen sollten laut Trendforce langfristig dazu beitragen, die Preise zu stabilisieren und das Überangebot zu reduzieren. Allerdings besteht die Gefahr, dass steigende Preise die Produktionskosten für nachgelagerte Hersteller erhöhen und die Endverbraucher-Nachfrage belasten.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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