ITK-Trends 2023 Nachhaltigkeit bei der Produktentwicklung

Von Dominic Kurtaz, Managing Director EuroCentral, Dassault Systèmes 4 min Lesedauer

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Für Dominic Kurtaz, Managing Director EuroCentral bei Dassault Systèmes, ist Nachhaltigkeit eines der zentralen Themen für die IT-Welt. Mit den geeigneten Tools kann bereits bei der Produktentwicklung am Rechner auf Klimaschutz geachtet werden.

Nachhaltigkeit muss bereits bereits beim Produktdesign beginnen. Mit geeigneter Konstruktionssoftware und den passenden Daten können hier Bauteile mit einem geringen ökologischen Fußabdruck ausgewählt werden.(Bild:  Alexander Limbach - stock.adobe.com)
Nachhaltigkeit muss bereits bereits beim Produktdesign beginnen. Mit geeigneter Konstruktionssoftware und den passenden Daten können hier Bauteile mit einem geringen ökologischen Fußabdruck ausgewählt werden.
(Bild: Alexander Limbach - stock.adobe.com)

Die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Pandemie, veränderte Arbeitsmodelle sowie eine angespannte Lieferkettensituation begleiteten sowohl unsere Kunden als auch unsere Partner im vergangenen Jahr. 2022 zeigte daher sehr deutlich, wie resilient und anpassungsfähig viele Unternehmen sind. Dabei kristallisierten sich vor allem zwei Entwicklungen heraus: Auf der einen Seite jene Unternehmen, die sich seit der Krise in einer Art Lähmungszustand befinden und unsicher sind, in welche Richtung sie sich künftig entwickeln möchten. Denen gegenüber steht jedoch eine wachsende Zahl an Unternehmen, die sich in dieser Zeit neu erfunden haben. Sie haben ihr Geschäftsmodell revolutioniert, interne Prozesse und Strukturen komplett neu gedacht und innovative Technologien – wie virtuelle Zwillinge und Cloudlösungen – eingeführt. Durch eine schrittweise digitale Transformation ist es ihnen gelungen, in ihrer Geschäftsentwicklung beachtliche Schritte nach vorne zu machen und die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Dominic Kurtaz ist Managing Director Eurocentral bei Dassault Systèmes.(Bild:  Dassault Systèmes)
Dominic Kurtaz ist Managing Director Eurocentral bei Dassault Systèmes.
(Bild: Dassault Systèmes)

Aufbruchsstimmung in der Industrie

2023 hält viele Herausforderungen bereit, denn die Weltwirtschaftslage wird weiterhin angespannt bleiben – und auch die illegale Invasion in der Ukraine dauert an. Inflation sowie steigende Energiekosten machen nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen in Deutschland derzeit enorm zu schaffen. Diese Entwicklungen werden uns auch in diesem Jahr begleiten. Dennoch spüren wir eine gewisse Aufbruchstimmung: Lang ersehnte Lockerungen der Covid-Beschränkungen in China sorgen endlich für eine vorsichtige Entspannung in den Lieferketten und der Warenverfügbarkeit. Das verschafft Unternehmen Luft, um wieder Ressourcen in die Entwicklung von Innovationen zu stecken. Auf diesem Weg werden wir unsere Kunden auch weiterhin umfassend unterstützen.

Besonders wichtig ist uns dabei ein Thema: Nachhaltigkeit. Arbeitskräftemanagement, Geschäftsmodelle und Produkte, die auf Nachhaltigkeitskriterien basieren, sind zwar seit geraumer Zeit in aller Munde. Doch in den vergangenen Jahren hat sich ein Wandel vollzogen. Nachhaltigkeit ist nicht mehr lediglich ein PR- und Marketingthema, sondern wurde zum Kern des Geschäftsmodells vieler Unternehmen.

Dassault Systèmes ist ein etablierter Partner für die Entwicklung nachhaltiger Innovationen, sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene. Daher unterstützen wir Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen – vom Life-Sciences-Bereich, über Infrastruktur bis hin zur industriellen Fertigung – dabei, durch die Simulation in der virtuellen Welt die reale Welt zu verbessern. Der Clou: Eine Vielzahl von Produkten, die jeder einzelne von uns alltäglich in seinen Händen hält, wurde mit unseren Lösungen realisiert. Angefangen bei der Multimedia-Ausstattung für PKW, über Verpackungen für Waschmittel und Kosmetika, bis hin zu Sanitärprodukten wie innovativen Duschwannen. Auf dieser Basis haben wir erheblichen Einfluss darauf, wie unsere Welt nachhaltig gestaltet werden kann.

Und auch Dassault Systèmes selbst hat es sich zum Ziel gesetzt, Produkt, Natur und Leben in Einklang zu bringen. Daher streben wir an, bis 2040 klimaneutral zu sein und bereits bis 2025 zwei Drittel unserer neuen Umsätze durch nachhaltige Lösungen zu erzielen. Diese Verantwortung nehmen wir an und wollen unser Portfolio in 2023 dementsprechend ausbauen. Letztlich blicken wir gespannt auf die kommenden Monate und sind bestrebt, unsere Kunden und Partner als Wegbereiter bei der Realisierung innovativer Ideen zur Seite zu stehen.

Nachhaltigkeit: Neue Anforderungen im Designprozess

Globale Klimaschutzbestrebungen sowie ein zunehmendes ökologisches Bewusstsein auf Kundenseite sorgen dafür, dass Nachhaltigkeitskriterien immer stärker in den Fokus produzierender Unternehmen rücken. Viele Entscheider kennen die 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (United Nations Sustainable Development Goals, kurz UNSDG), doch den wenigsten sind die Kennzahlen dahinter bewusst. Als Impulsgeber unterstützen wir unsere Kunden und Partner und haben unsere Softwarelösungen an dieses veränderte Anforderungsprofil angepasst. Dafür arbeiten wir mit der ecoinvent Association zusammen, einer Non-Proft-Organisation, die die weltgrößte Umwelt-Datenbank betreibt. Diese Daten sind mittlerweile in unserem 3DExperience-Portfolio verfügbar, sodass bereits in der Design- und Entwicklungsphase der ökologische Fußabdruck eines Produkts ermittelt und optimiert werden kann, bevor das Produkt tatsächlich hergestellt wird.

Digitalisierung: Mehr Flexibilität durch SaaS und Rollen

Sowohl angespannte Lieferketten als auch hohe Energiepreise erfordern weiterhin ein hohes Maß an Flexibilität. Eine wachsende Zahl an Unternehmen – insbesondere aus dem Mittelstand – begegnet diesen Herausforderungen mit Digitalisierungsbestrebungen. Um diese zu beschleunigen, stehen wir als Partner zu Seite und optimieren unser Portfolio kontinuierlich. Ein Beispiel ist die Entwicklung von sogenannten Wertschöpfungsnetzwerken. Echte Innovationen entstehen meist in der Zusammenarbeit von verschiedenen Einzelpersonen, Abteilungen oder externen Partnern. Doch gerade bei KMU mit begrenzten Ressourcen verschwimmen Kompetenzgrenzen und Zuständigkeiten häufig. Daher bauen wir unser Software-as-a-Service-Portfolio (SaaS) künftig vollständig auf Rollen auf, die flexibel und je nach Bedarf genutzt und einzelnen Mitarbeitenden – vom Konstrukteur und Ingenieur, über den Qualitätsmanager bis hin zur Führungsebene – zugewiesen werden können. So lassen sich Aufgabenbereiche übersichtlicher gestalten und Softwareanwendungen zielgerichtet an den Funktionsbereich des jeweiligen Nutzers anpassen.

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Workforce Management: Flexibleres Arbeiten in Netzwerken

Durch die Pandemie haben sich Arbeitsmodelle und Personalmanagement-Prozesse (engl. Workforce Management) grundlegend verändert. Dies hatte eine Anpassung an die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden zur Folge, wodurch der Grundstein für weitere Entwicklungen gelegt wurde. Ein höherer Anteil von Remote-Arbeit erfordert neue Wege der Zusammenarbeit – beispielsweise mittels Cloud- und Plattformlösungen. Nur so lassen sich Silos aufbrechen und so lässt sich das Potenzial von Digitalisierungsprozessen voll entfalten. Viele unserer Kunden haben daher verstärkt datengesteuerte Entscheidungsprozesse implementiert, um die Zusammenarbeit in internen und externen Netzwerken zu verbessern.

Die kommenden Monate halten viele Herausforderungen bereit. Doch mit geeigneten Maßnahmen zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im gesamten Entwicklungs- und Produktionsprozess, einem modernen Workforce Management sowie einer durchdachten, ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie sind Unternehmen – ganz gleich welcher Größe – bestmöglich für die Zukunft gewappnet.

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