Vertriebsaktion „Nase vorn!“ Microsoft erhöht Provisionen für Office 365 und Windows Intune

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Dr. Stefan Riedl / Dr. Stefan Riedl

Es gibt kritische Stimmen, denen die Provisionen in Microsofts Cloud-Strategie zu gering sind. Nun wird aufgestockt, denn Microsoft legt Prozente oben drauf und startet die Channel-Aktion „Nase vorn!“. Ab 1.000 Euro Lizenzumsatz mit Office 365 und Intune werden dabei die Vertriebsprovisionen auf 50 Prozent erhöht.

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„Nase vorn!“ heißt die Cloud-Vertriebsaktion für Channel-Partner von Microsoft.
„Nase vorn!“ heißt die Cloud-Vertriebsaktion für Channel-Partner von Microsoft.

Aus dem Hause Microsoft wurde stets beteuert, dass Cloud Computing nicht mit Direktgeschäft gleichgestellt werden sollte, sondern Channel-Geschäft ist. In verschiedenen Ausprägungen vom Hosting-Partner bis zu Vermittlern auf Provisionsbasis wurde dieses Kredo auch konsequent umgesetzt.

Ein Eimer kaltes Wasser

Allerdings waren die Initiativen in Sachen Cloud auch stets von kritischen Stimmen begleitet, für die im Vordergrund steht, dass Bereitstellungsmodell tendenziell Wertschöpfung aus dem Channel nimmt und in den Einflussbereich des Herstellers bringt. So kann man allgemeine Cloud-Kritik aus dem indirekten Vertrieb entweder als berechtigt ansehen, oder wie das rückwärtsgewandte Lästern der Pferdekutscher zur Einführung der Eisenbahn. Zuletzt gab es im April Ärger im Channel, als Microsoft die Preise für Office 365 senkte. Etwa ein Jahr nach der Einführung des Wolken-Office konnten sich Neukunden über den Preisrutsch von 20 Prozent freuen. Einige Analysten sahen den Rabatt kritischer: „Ein Eimer voll kaltes Wasser ins Gesicht der Early Adopter“, kommentierte Axel Oppermann von der Experton-Gruppe. Diejenigen, die sich gleich zum Marktstart auf Office 365 eingelassen haben, blieben nämlich in den alten Verträgen hängen. Auch im Channel war man teilweise „not amused“, weil mit den Abopreisen auch die prozentual angelegten Provisionen sanken.

„Nase vorn!“-Aktion

Ob ein Zusammenhang zwischen der Channel-Vertriebsaktion „Nase vorn!“ und den gesunkenen Provisionen besteht, kann nur spekuliert werden. Fakt ist hingegen, dass Microsoft bei der Vermittlung von Office-365- sowie Windows-Intune-Offerten kräftig nachgelegt hat. Bis Ende dieses Jahres gelten erhöhte Partner-Provisionen für jede Office-356- oder Intune-Lizenz, bei der ein Microsoft-Reseller als Online-Abonnement-Berater eingetragen ist. Im Microsoft-Universum heißen diese Partner of Record (PoR).

50 Prozent

Die Cloud-Provisionen werden auf 50 Prozent aufgestockt.
Die Cloud-Provisionen werden auf 50 Prozent aufgestockt.
Die Provisionserhöhung hat es in sich: Auf 50 Prozent Provision sollen Partner unter Berücksichtigung der normalen Vergütungsstaffelung kommen (siehe Grafik).

Je nach verkauftem Lizenzvolumen legt der Redmonder Konzern also 30, 28 oder 27 Prozent oben drauf. Die „Nase vorn!“-Vertriebsförderung gilt zwischen 1. Juli (rückwirkend) und 31. Dezember. Anmelden muss man sich dafür nicht. Die vermittelten Lizenzen werden automatisch für eine Ausschüttung mitgezählt.

Bedingungen

Ein Mindestumsatz muss allerdings erreicht werden: Ab 1.000 Euro Umsatz mit Office-365- oder Intune-Lizenzen wird aufgestockt. Bei diesem Mindestbetrag beträgt die Cloud-Provision immerhin 500 Euro. Die maximale Auszahlung für erhöhte Provisionen ist pro Partner bei 60.000 Euro gedeckelt. Ausbezahlt wird nach dem Aktionszeitraum, also Anfang 2013.

Partner, die vertrieblich im Public Sector unterwegs sind, sind von der Aktion ausgeschlossen. Außerdem darf sich durch die Aktion kein Interessenskonflikt im Unternehmen ergeben. Teilnehmende Partner müssen das prüfen und schriftlich bestätigen. Unter a-susanh@microsoft.com beantwortet Microsoft Fragen zur Vertriebsaktion. □

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