Studie zur digitalen Überlastung Mehr Frust als Lust am digitalen Arbeitsplatz

Von Margrit Lingner 4 min Lesedauer

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Der Drucker druckt nicht, das Passwort ist falsch und neue Updates legen den Computer lahm – der Alltag am digitalen Arbeitsplatz ist für knapp die Hälfte der Beschäftigten stressig und frustrierend. Das sind die Ergebnisse einer Studie zur Zufriedenheit am digital Workplace.

Am digitalen Arbeitsplatz fühlen sich viele Mitarbeitende frustriert und gestresst - das hat eine Studie im Auftrag von Hirschtec und Powell ergeben.(Bild: ©  chanwut - stock.adobe.com)
Am digitalen Arbeitsplatz fühlen sich viele Mitarbeitende frustriert und gestresst - das hat eine Studie im Auftrag von Hirschtec und Powell ergeben.
(Bild: © chanwut - stock.adobe.com)

Technische Probleme, ständige Updates und zu wenig Schulungen sorgen für Stress am digital Workplace. Das zeigt eine aktuelle repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von Hirschtec und Powell. Demnach fühlen sich fast die Hälfte (42 %) der Beschäftigten – zumindest teilweise – vom Digital Workplace überfordert. Und technische Probleme, permanente Updates sowie ein Mangel an Unterstützung gehören zu den größten Stressfaktoren.

Nur wer sich an seinem Arbeitsplatz nicht gestresst fühlt, kann auch gute Arbeit leisten. Um digitaler Überlastung vorzubeugen, sollten digitale Tools an einem zentralen Ort zusammengeführt und so die Kommunikation für die Mitarbeitenden erleichtert werden.

Magali Bressan, VP EMEA, Powell

Technik stresst

Dabei ist ein moderner Digital Workplace heute erfolgsentscheidend für Unternehmen. Und Stress oder Frust am Arbeitsplatz führe zu Produktivitätsverlust. „Nur zufriedene Mitarbeiter sind produktiv“, kommentiert Magali Bressan, Vicepresident EMEA, Powell. Aber laut Studie nutzen nur etwas mehr als die Hälfte der digital Arbeitenden das volle Potenzial ihres modernen Arbeitsplatzes aus.

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Gestresst fühlen sich die Mitarbeitenden hauptsächlich durch technische Probleme und Ausfälle (49 %). Dem folgen ständige Updates und Änderungen (31 %) sowie ein Mangel an Schulungen und Unterstützung (25 %). Dabei ist Khaled Thaler, Geschäftsführer bei Hirschtec, der Ansicht, dass die letzten beiden Punkte korrelieren. Schließlich kämen durch Updates neue Funktionalitäten und Tools hinzu. Dadurch steige die Komplexität am Arbeitsplatz, was vor allem dann zu zusätzlichem Stress führen könne, wenn Mitarbeiter nicht geschult oder eingewiesen werden.

„Gerade in sich ständig ändernden Arbeitsumgebungen ist es wichtig, Wissen zu vermitteln, damit digitale Werkzeuge gut und sinnvoll eingesetzt werden können. Es sollte nicht so sein, wie bei meinem prall gefüllten Werkzeugkasten, bei dem ich immer nur zum Hammer greife, weil ich weiß, wie der funktioniert. Die Spezialwerkzeuge hingegen lasse ich liegen, weil die mir noch nie erklärt wurden“, erklärt Thaler.

Fehlende Infos zu KI

Befragt wurden die Studienteilnehmer auch zu ihrem Wissen über KI am digitalen Arbeitsplatz. Dabei haben immerhin 42 Prozent der Befragten angegeben, dass sie sich schon recht gut über Künstliche Intelligenz informiert fühlen. Allerdings haben knapp ein Drittel (28 %) angegeben, wenige oder keine Informationen zu KI erhalten zu haben. Und bei weiteren 27 Prozent der Befragten spielt KI am Arbeitsplatz (bisher) gar keine Rolle. Bei der Bereitschaft KI-Tools bereitzustellen und über die Mehrwerte von KI und Automatisierung aufzuklären gibt es demnach durchaus Nachholbedarf. Dabei könnte KI durch Automatisierung nicht zuletzt auch zu Arbeitserleichterungen und mehr Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden führen.

Bresson ist der Ansicht, dass „Mitarbeitende sich an ihrem Arbeitsplatz wohl und zufrieden und nicht gestresst fühlen sollen. Umso wichtiger ist es, die für sie relevanten digitalen Tools an einem zentralen Ort zusammenzuführen und so die Kommunikation und Zusammenarbeit für alle Mitarbeitenden zu vereinfachen.“ Schließlich könnten dank KI und Automatisierung das Wissensmanagement und die Content-Erstellung deutlich intelligenter gestalten werden. So helfen zum Beispiel „Chatbots dabei, personalisierte und relevante Antworten auf drängende Fragen der Mitarbeitenden zu geben“, erläutert Bressan.

Mehr Schulungen, weniger Frust

Bei der Frage, wie der Frust am digitalen Arbeitsplatz reduziert werden könne, sprechen sich 37 Prozent der Befragten für bessere Schulungen und mehr Unterstützung aus. Über ein Drittel (35 %) der Studienteilnehmer wünschen sich zur Stressreduktion eine einfachere Bedienung der Tools etwa bei Navigation und Suche. Gerade, weil Kollaborations-Tools wie Microsoft Teams schnell zu einer überbordenden und unstrukturierten Inhaltsspeicherung einladen, sei es umso wichtiger, am digitalen Arbeitsplatz auf eine logische und schlanke Struktur zu setzen.

Ein weiteres Drittel (29 Prozent) wünscht sich eine Reduzierung der genutzten Tools. Unternehmen sollten sich also auf ihre wichtigsten Kerninstrumente beschränken und klare Anwendungsfälle für diese festlegen. Es reiche nicht aus, Anwendungen oder Lösungen bereitzustellen, sie müssen auch vollständig integriert und Mitarbeitende geschult sein, damit sie im Alltag auch effizienter eingesetzt werden könnten, erläutert Bressan.

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Auffällig ist ferner: Befragte im Alter von 45 Jahren und älter (43 %) wünschen sich signifikant häufiger eine einfachere Bedienung digitaler Tools als die unter 45-Jährigen (30 %). Außerdem wollen 44 Prozent der älteren Arbeitnehmer bessere Schulungen und Unterstützung. Nur ein Drittel der Jüngeren wünscht sich dies. Umso wichtiger ist es, Kommunikations- und Schulungsmaßnahmen gezielt auf die Bedürfnisse verschiedener Altersgruppen abzustimmen.

Thaler fasst die Studienergebnisse zusammen: „In vielen Unternehmen scheint das Digital-Workplace-Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft zu werden. Gerade in Zeiten von demografischem Wandel und Arbeitskräftemangel wird ein sicherer, intuitiv nutzbarer und auf die wichtigsten Kerninstrumente reduzierter digital Workplace aber zum entscheidenden Erfolgsfaktor.“ Er führt weiter aus, dass KI- und Automatisierungs-Tools zu mehr Zufriedenheit am digital Workplace führen könnten. Schließlich werden „damit Mitarbeitende von Routineaufgaben entlastet und haben wieder mehr Zeit für ihre Kernaufgaben“.

In vielen Unternehmen scheint das Digital-Workplace-Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft zu werden.

Khaled Thaler, Geschäftsführer, Hirschtec

Über die Studie

Im Zeitraum vom 12. bis 19. März 2025 führte das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Hirschtec und Powell Software eine Online-Befragung zum Thema „Digitale Überlastung und Wohlbefinden der Arbeitnehmenden am Digital Workplace 2025“ unter 504 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (ohne Führungsverantwortung) in Deutschland durch. Von den 504 Befragten arbeiten 392 teilweise oder ganz digital. Die dargestellten Ergebnisse beziehen sich daher ausschließlich auf die Gruppe der teils bzw. komplett digital Arbeitenden. Im Zuge der Online-Befragung wurden die Teilnehmenden u. a. danach befragt, ob sie sich vom Digital Workplace häufig eher überfordert fühlen, als dass er ihnen die Arbeit erleichtert. Zudem wurden sie gefragt, was für sie die größten Stressfaktoren bei der Nutzung digitaler Tools sind, welche Verbesserungen in ihren Augen am meisten zur Reduktion von digitalem Stress beitragen würden und inwiefern sie sich von ihrem Arbeitgeber ausreichend über verfügbare KI-Anwendungen/-Funktionen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen können, informiert fühlen.

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