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Künstliche Intelligenz Kommt 2020 der große KI-Durchbruch?

Autor: Dr. Stefan Riedl

IBM will einen globalen Sprint hin zu Künstlicher Intelligenz ausgemacht haben. Dafür ­wurden 4.500 Führungskräfte befragt. Insbesondere für den Einsatz in Marketing- und bei CRM-Tools sprudeln die Ideen, wie KI bei der Arbeit im Tagesgeschäft unterstützen kann.

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Machine Learning und Künstliche Intelligenz gehen Hand in Hand.
Machine Learning und Künstliche Intelligenz gehen Hand in Hand.
(Bild: © ONYXprj - adobe.stock.com)

Glaubt man dem Ergebnis der IBM-Studie „From Roadblock to Scale: The Global Sprint to AI“ gewinnt KI insbesondere in Deutschland deutlich an Fahrt. Von den insgesamt 4.500 befragten Entscheidern, stammen 500 aus der Bundesrepublik. Heruntergebrochen auf diese, zeigt sich demnach, dass 33 Prozent bereits KI-Lösungen in ihrem Unternehmen im Einsatz haben und 37 Prozent die Verwendung ebensolcher Werkzeuge evaluieren.

Fehlende Werkzeuge und mangelndes Knowhow

Unter den Befragten aus Deutschland geben 33 Prozent die ­begrenzte KI-Expertise als Hindernis für eine erfolgreiche KI-Einführung in ihrem Unternehmen an. Weitere große Hürden sind die zunehmende Datenkomplexität und -silos (30 %) sowie fehlende Werkzeuge zur Entwicklung von KI-Modellen (24 %).

Künstliche Intelligenz wird häufig als „Blackbox“ wahrgenommen, deren Ergebnisse schwer nachvollzogen werden können. Für 75 Prozent der Befragten aus Deutschland ist es vor diesem Hintergrund „sehr wichtig“ oder gar „entscheidend“, darauf vertrauen zu können, dass die gelieferten KI-Ergebnisse fair, sicher und zuverlässig sind. Bei IBM werden die Ergebnisse folgendermaßen bewertet: „Lag die Einführungsrate von KI-Lösungen in Unternehmen bis 2019 noch hinter den Erwartungen, bestätigt diese IBM Studie einen Aufwärtstrend für 2020.“

Help Desk und Recruiting

Aktuelle KI-Projekte aus dem Hause IBM drehen sich beispielsweise um vereinfachte Bewerbungsprozesse. So will der Automobilhersteller Škoda mit dem IBM Watson Assistant das Recruiting vereinfachen – aus Sicht der Bewerber, sowie aus der Perspektive des HR-Teams. 40 Prozent der Zeit bei der Bewerbungsbearbeitung will man so bereits einsparen können.

Bei der Lufthansa Group soll KI den Kundenservice verbessern. Dazu werden werden Mitarbeiter im Service Help Desk dahingehend unterstützt, dass auf Basis von IBM-Watson-Technologie fachspezifische Begriffe aus der Luftfahrt oder „Konzernsprech“ leichter verständliche Alternativ-Begriffe angeboten werden.

Astronautensystem

Ein Hauch Science-Fiction schwingt beim KI-basierten Astronautensystem namens CIMON (Crew Interactive MObile companioN) mit. Es soll auf der ISS Anleitungen zu wissenschaftlichen Experimenten und Reparaturen abrufen und darstellen. CIMON ist bereits in der zweiten Version auf der Internationalen Raumstation. „CIMON 2 verfügt über sensiblere Mikrophone und einen weiterentwickelten Orientierungssinn. Auch die KI-Fähigkeiten und die Stabilität der komplexen Software-Anwendungen wurden deutlich verbessert“, sagt Dr. Christian Karrasch, CIMON-Projektleiter im DLR Raumfahrtmanagement in Bonn. Auch wurde die Lebenslaufzeit verlängert: „Innerhalb dieser Einsatzdauer denken wir an weitere Schritte wie zum Beispiel die KI auf eine Cloud der ISS zu bringen.“

Reaktion auf Emotion

Ein Meilenstein in der Entwicklung hin zu einem völlig autonomen Assistenzsystem, wäre dies laut IBM. „Auf dem Weg zum Mond oder Mars könnte sich die Crew dann auch ohne eine permanente Datenverbindung zur Erde auf einen KI-basierten Assistenz-Service verlassen.“ Matthias Biniok, IBM Projektleiter für die Künstliche Intelligenz Watson. „Mit CIMON 2 kommt eine weitere Fähigkeit der natürlichen Sprachverarbeitung von Watson zum Einsatz: ­CIMON-2 ist nun in der Lage, die Emotionen der Astronauten auszuwerten und ­situationsgerecht darauf zu reagieren.“

Kommentar: Meilenstein im Marketing

Ein in der Schwerelosigkeit schwebendes KI-System, dass den Astronauten bei Reparaturen anleitet, regt die Phantasie eines jeden Science-Fiction-Fans an. Wenn IBM über „CIMON-2“ dann auch noch schreibt, dass Emotionen erkannt und situativ darauf reagiert werden kann, ist der gedankliche Schritt hin zu „HAL 9000“ aus dem Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ nicht weit, zumal „HAL“ herauskommt, wenn man bei jeden Buchstaben aus „IBM“ um einen im Alphabet nach vorne rutscht – doch das nur am Rande. Den „Durchbruch“ wird KI-Technologie aber im Büroalltag – beispielsweise im Marketing – vollziehen müssen, denn die Zielgruppe der Astronauten in Schwerelosigkeit ist überschaubar. Wobei – in gewisser Weise taugt CIMON-2 auch fürs Marketing.

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Dr. Stefan Riedl

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Leitender Redakteur