Arbeitswelt im Wandel KMU und Gründer: Mit KI einfacher zur Selbstständigkeit?

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Viele Arbeitnehmer in Deutschland denken darüber nach, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Ein aktueller LinkedIn-Report zeigt: KI spielt dabei eine entscheidende Rolle und ermutigt viele Arbeitnehmer dazu, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Laut dem Work Change Report von LinkedIn fühlen sich kleinere und mittlere Unternehmen dank KI bei der Selbstständigkeit „an die Hand genommen“. Rund 53 Prozent der Geschäftsführer kleiner Unternehmen glauben, dass Gründen und Unternehmensführung heute einfacher ist.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Laut dem Work Change Report von LinkedIn fühlen sich kleinere und mittlere Unternehmen dank KI bei der Selbstständigkeit „an die Hand genommen“. Rund 53 Prozent der Geschäftsführer kleiner Unternehmen glauben, dass Gründen und Unternehmensführung heute einfacher ist.
(Bild: Canva / KI-generiert)

In der aktuellen wirtschaftlichen Lage zeigen immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland Interesse an Selbstständigkeit. Der Report „Next Generation – Start-up-Neugründungen in Deutschland“ des Startup-Verbands bestätigt diesen Trend: 2025 wurden mit 3.568 Neugründungen ein Rekordniveau und ein Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zu 2024 erreicht, wobei der Software-Sektor besonders stark wuchs – die Neugründungen stiegen von 618 auf 853. Auch die LinkedIn-Studie „Work Change Report“ zeigt, dass sich 23 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland eine eigene Gründung in naher Zukunft vorstellen können. Doch woran liegt das?

KI treibt Unternehmergeist

Ein zentraler Faktor für den wachsenden Optimismus ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Fast drei von zehn Arbeitnehmern (30 Prozent) in Deutschland geben an, dass KI ihnen Mut macht, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Geschäftsführer kleiner Unternehmen ist der Meinung, dass Unternehmensführung und -gründung heute dank KI einfacher sind als noch vor wenigen Jahren.

Barbara Wittmann ist Country Managerin DACH bei LinkedIn.(Bild:  Lisa Hantke)
Barbara Wittmann ist Country Managerin DACH bei LinkedIn.
(Bild: Lisa Hantke)

Der Trend zur Selbstständigkeit spiegelt sich auch auf der LinkedIn Plattform wider. Die Zahl der Mitglieder in Deutschland, die „Founder“ zu ihrem Profil hinzufügen, ist demnach innerhalb eines Jahres um 61 Prozent gestiegen und hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt.

„Durch KI können besonders kleine Unternehmen eine völlig neue Dimension in Bezug auf ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit erreichen. Sie automatisiert Routinen, stärkt fundierte Entscheidungen und macht professionelle Marketing‑ und Serviceprozesse für alle zugänglich – Möglichkeiten, die früher großen Unternehmen vorbehalten waren”, sagt Barbara Wittmann, Country Managerin LinkedIn DACH. „Für lokale Händler ebenso wie für Dienstleistungsbetriebe bedeutet das eine echte Chance: Potenziale, die vor zwei Jahren noch unvorstellbar waren, sind heute Realität.”

KI-Kompetenz bei KMU im Aufwärtstrend

Ein weiteres Zeichen dafür, dass kleine Unternehmen an den Nutzen von KI glauben, ist die Investition in den Ausbau der KI-Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter. In Deutschland sagten 50 Prozent der befragten Kleinunternehmer, dass ihr Unternehmen aktiv in KI-Tools und KI-Engineering-Fähigkeiten investiert. Die KI-Engineering-Fähigkeiten pro Mitarbeiter in deutschen Unternehmen mit 11 bis 50 Mitarbeitern stiegen im Jahresvergleich um 34 Prozent, verglichen mit einem Wachstum von 27 Prozent in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern.

Sichtbarkeit, Vertrauen und Netzwerke als Erfolgsfaktoren

Gleichzeitig zeigt der Report von LinkedIn aber auch, dass kleine Unternehmen und Selbstständige vor neuen Herausforderungen stehen. Im wachsenden Wettbewerb um Aufmerksamkeit gewinnen Markenaufbau, Reputation und Netzwerke zunehmend an Bedeutung. Ein Drittel (33 Prozent) der befragten Unternehmen nennt den Aufbau von Marke und Vertrauen als strategische Priorität. Zudem sehen 65 Prozent der Führungskräfte in kleinen Unternehmen professionelles Netzwerken als entscheidend für langfristiges Wachstum.

„KI sorgt für Geschwindigkeit und Effizienz, eine starke Unternehmensmarke schafft Sichtbarkeit und Vertrauen – und belastbare Netzwerke verwandeln Aufmerksamkeit in konkrete Geschäftschancen“, so Wittmann. „Diese drei Faktoren entwickeln sich zu zentralen Wachstumstreibern für kleine Unternehmen in Deutschland.“

Methodik des LinkedIn-Reports

Der Work Change Report von LinkedIn ist ein datenbasierter Bericht, der zentrale Veränderungen in der Arbeitswelt analysiert und einordnet. Er basiert auf umfangreichen LinkedIn-Daten – darunter Recruiting-Trends, Skill-Entwicklungen, Wechselverhalten am Arbeitsmarkt, Unternehmensangaben und Befragungen von Fach- und Führungskräften. Die Methodik der Studie umfasst Umfragen auf LinkedIn, die Daten von über 160 Millionen Fachleuten und 18 Millionen kleinen Unternehmen analysieren. Es werden verschiedene Quellen zitiert, darunter die „LinkedIn Small Business Leaders Research“, die „LinkedIn Executive Confidence Index“ und zahlreiche andere Umfragen, die aus verschiedenen Ländern stammen. Diese umfassenden Daten dienen dazu, die Trends und Entwicklungen im Bereich der kleinen Unternehmen und deren Umgang mit KI zu veranschaulichen. Hier geht es zum Work Change Special Report von LinkedIn.

(ID:50714029)

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung