An Künstlicher Intelligenz kommt derzeit keiner vorbei. Weit über die IT-Branche hinaus prägt die Technologie verschiedene Segmente. Aber inwieweit ist KI in die Prozesse der IT-Dienstleister eingedrungen und lassen sich damit bereits spezielle Services generieren?
Künstliche Intelligenz ist auch bei IT-Dienstleistern mehrfach im Einsatz. Unter anderem wird sie für mehr Effizienz im Kundensupport genutzt.
(Bild: artpray - stock.adobe.com / KI-generiert)
Bei KI kann getrost die These aufgestellt werden, dass sie mehr als nur ein Hype ist. Künstliche Intelligenz hat sich in vielen Unternehmen etabliert und ist tief in tägliche Prozesse eingesickert. So schnell wieder verschwinden wird KI aus diesen sicher nicht. Schließlich zeigt die diesjährige Konjunkturumfrage des Ifo Instituts eine eindeutige Entwicklung: Der KI-Einsatz in deutschen Unternehmen nimmt zu. So nutzen 2024 bereits 27 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland KI.
KI in internen Prozessen
Einer dieser Nutzer ist SysTec. Das IT-Systemhaus mit Hauptsitz in Ingolstadt verwendet KI zur Automatisierung von Monitoring- und Wartungsprozessen sowie zur präzisen Fehleranalyse in Echtzeit. „Diese Technologien helfen uns, Probleme proaktiv zu lösen, bevor sie zu größeren Störungen führen“, sagt Jens Hampe, Leiter Vertrieb & PM von SysTec.
Ebenso setzt TecRacer auf den Einsatz von KI. Konkret führt der AWS-Spezialist GenAI-Projekte auf Basis von AWS Cloud Technologien durch. „Das sind insbesondere Chat-Bot-Anwendungen für die Interaktion mit spezifischen Kundendaten, um den Zugriff auf Informationen einfacher zu gestalten“, erklärt Geschäftsführer Sven Ramuschkat.
Bereits 27 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen KI.
(Bild: Statista)
Noch konkretere Einsatzbereiche nennt Dr. Jens Stief, CEO der Connexta. Die Gruppe nutzt KI beispielsweise für den IT-Support. „KI-gestützte Chatbots und Automatisierungslösungen helfen, Anfragen schneller zu bearbeiten und den Kundenservice zu verbessern.“ Beim Cyberschutz kommt die Technologie ebenfalls ins Spiel. So können Bedrohungen in Echtzeit erkannt und abgewehrt werden. „Unsere Managed SecurityServices profitieren erheblich von Machine-Learning-Algorithmen“, ist Stief überzeugt. Ein weiteres Beispiel ist die Datenanalyse. Dank KI-basierten Tools ist es möglich, aus großen Datenmengen wichtige Insights für Kunden zu erlangen. So nutzt die Gruppe die Technologie zum einen zur eigenen Effizienzsteigerung, zum anderen werden damit Services veredelt.
KI-Services: Zukunftsmusik oder Realität?
Denn neben dem internen Einsatz kann KI auch zur Umsatzgenerierung genutzt werden – und wird es bereits. Den IDC Spending Guides zufolge, liegt der weltweite Umsatz im Bereich KI – KI-gestützte Anwendungen, Infrastruktur und damit verbundene IT- und Unternehmensdienstleistungen eingeschlossen – bei 228,2 Milliarden US-Dollar. IDC prognostiziert, dass dieser Wert bis 2028 wohl auf rund 632 Milliarden US-Dollar steigen wird.
Gleichzeitig ist der verantwortungsvolle Umgang mit KI ein wichtiger Punkt, der bei uns im Fokus steht.
Jens Hampe, Leiter Vertrieb und PM bei SysTec
Also auch wenn Connexta damit keine speziellen Services für KI aufsetzt, werden die vorhanden Services durch KI aufgewertet, was zu mehr Umsatz führen kann. „Aktuell gibt es aus unserer Sicht für den IT-Markt noch keine spannenden Anwendungsszenarien, die ein Businessmodell wären“, äußert Andreas Herch, Geschäftsführer der Netz16, hingegen an dieser Stelle. Gleichzeitig betont er jedoch die Chancen, die diese Technologie unter anderem in der IT-Dienstleisterlandschaft mit sich bringen kann. „Die Chancen halten wir für enorm und was jetzt Cyber-Security ist, wird in ein bis zwei Jahren KI für den IT-Markt sein. Da wollen wir dabei sein.“ Deshalb führt der Managed Service Provider aktuell zwei interne Forschungs- und Entwicklungsprojekte hierzu durch. In diesen sollen konkrete Mehrwerte für Kunden definiert werden.
Hindernisse und Chancen
Dabei läuft sowohl der Einsatz als auch das Angebot an speziellen Services für KI nicht ohne Hindernisse. So nennt Stief unter anderem die hohen Investitionskosten, welche die Implementierung von KI-Lösungen mit sich bringt. „Der Einsatz von KI erfordert eine strikte Einhaltung der Datenschutzrichtlinien und das ist häufig ein großer Hemmschuh“, nennt der Connexta-Chef eine weitere Hürde. Zudem bedingt die noch „neue“ Technologie Lernbereitschaft und Akzeptanz. Denn KI krempelt die IT-Arbeitswelt aktuell um. Es gilt daher, dass Menschen mit den gebotenen KI-Lösungen harmonieren und zusammenarbeiten.
KI wird also noch nicht im großen Stil für interne Prozesse genutzt. Gleiches gilt für neue Service-Angebote. Doch viele IT-Dienstleister haben die Vorteile und Chancen von KI erkannt und sind daher – wenn auch nur zum Teil – auf diesen Zug aufgesprungen.
Stand: 08.12.2025
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