Studie zu IT-Fachkräften KI-Fähigkeiten hoch im Kurs

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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Die KI-Revolution stellt manchen Arbeitsplatz auf den Kopf und verlangt Mitarbeitern neue technische Fähigkeiten ab. In einer Studie von ServiceNow und Pearson, wird beleuchtet, welche Qualifikationen in den kommenden Jahren besonders gefragt sein werden.

Wenn Unternehmen die KI-Skills ihrer Mitarbeiter entwickeln, bieten sich große Wachstumschancen.(Bild:  Korea Saii - stock.adobe.com)
Wenn Unternehmen die KI-Skills ihrer Mitarbeiter entwickeln, bieten sich große Wachstumschancen.
(Bild: Korea Saii - stock.adobe.com)

Die Integration von KI in die Arbeitswelt wird erhebliche Auswirkungen auf die erforderlichen Fähigkeiten der Arbeitnehmer haben. Laut einer Studie von ServiceNow und dem dem Forschungsunternehmen Pearson führen Automatisierung und KI dazu, dass einige Jobs wegfallen, während neue entstehen und bestehende Rollen sich weiterentwickeln. Landesweit werden in den nächsten fünf Jahren 1,71 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte benötigt, um ein prognostiziertes Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent zu erreichen.

Ein großer Teil dieser Arbeitskräfte fehlt vor allem in der IT. Pearson prognostiziert für die IT-Branche, dass bis 2028 in Deutschland 296.000 neue IT-Fachkräfte benötigt werden. Branchen wie Telekommunikation, Medien, Technologie und der Energiesektor werden den größten Bedarf verzeichnen. Besonders begehrt seien zukünftig Software-Anwendungsentwickler, Systemsoftwareentwickler und Data Engineers. Für die KI-Implementierung und Verwaltung sollen 410.000 weitere Arbeitskräfte benötigt werden. Gleichzeitig würden 2,46 Millionen Vollzeitarbeitsplätze durch Automatisierung und Effizienzsteigerungen eingespart.

Reskilling und Mitarbeiterbindung

Künstliche Intelligenz soll je nach Job einen unterschiedlichen Einfluss in den Unternehmen haben. Als stellvertretendes Beispiel führt die Untersuchung die Rolle der Systemadministratoren an. KI könne 9,3 Prozent der anfallenden Aufgaben automatisieren und erweitern. Auf die Woche gerechnet entspräche die eingesparte Arbeitszeit bis zu 13 Stunden. Es sei wichtig, dass Mitarbeiter diese zusätzliche Zeit nutzen, um neue Fähigkeiten zu erlernen oder sich für neue Rollen weiterzubilden. Unternehmensleiter sollten daher ihre Mitarbeiter motivieren und auf Karrierepläne ausrichten, um die Mitarbeiterbindung zu fördern. Dafür müssen auch die finanziellen Mittel bereit gestellt werden, um im War for Talents nicht den Anschluss zu verlieren. Neben den grundlegenden Kenntnissen in der IT, Cyber Awareness, Digitalen Kollaborations- und Kommunikationstools werden laut Studie vor allem maschinelles Lernen und KI in Zukunft vermehrt zu den wichtigsten Fähigkeiten in der Branche gehören.

Die Untersuchung zeigt auch, dass Weiterbildung eine zentrale Rolle spielen muss, um den zukünftigen Bedarf an Fachkräften zu decken. „Um diesem Wandel gerecht zu werden, arbeitet ServiceNow an der Erweiterung der Kompetenzprofile der Personen, die für unsere Now Platform ausgebildet werden“, sagt Robert Rosellen, Area Vice President Germany bei ServiceNow. „Führungskräfte sollten jetzt Schulungswege für ihre Mitarbeitenden entwickeln, damit diese sich erfolgreich für künftige Rollen weiterbilden können.“

Initiativen zur Umschulung und Weiterbildung

Die Auftraggeber der Studie appellieren dafür, Menschen die Tür in die Techbranche zu öffnen, die bei der Besetzung offener Stellen oft übersehen werden. Dem grassierenden IT-Fachkräftemangel will man deshalb mit Weiterbildung und der Qualifizierung von Quereinsteigern entgegenwirken, um so die Personalengpässe zu schließen. ServiceNow schickt dazu die Initiativen „RiseUp with ServiceNow“ und das deutsche Programm „Career Accelerator powered by Startsteps“ ins Feld. Diese Programme bieten Schulungen und Zertifizierungen, die auf eine Zukunft in technischen Berufen vorbereiten sollen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei nicht nur auf IT-Knowhow, sondern auch auf der Ausbildung wichtiger Soft Skills liegen. „Wenn wir eine neue Generation von IT‑Mitarbeitern ansprechen und fördern, schließen wir die Lücke bei den technischen Talenten ‑ und das ist ein Gewinn für unser Unternehmen, unsere Mitarbeitenden, unsere Partner und letztlich auch für unsere Kunden“, so Rosellen weiter.

Doch nicht nur die Unternehmen sind beim Thema Fachkräftemangel in der Pflicht. Auch auf politischer Ebene muss das Problem intensiver angegangen werden. Die Europäische Union hat bereits mehrere Initiativen zur Umschulung gestartet, die eine ähnliche Richtung einschlagen, darunter die Digital Skills and Jobs Coalition und die Artificial Intelligence Skills Alliance (ARISA), die durch das EU-Programm Erasmus+ finanziert wird. Diese Programme zielen darauf ab, Arbeitnehmer mit den erforderlichen digitalen Fertigkeiten auszustatten und den Mangel an KI-Fachkräften zu verringern. So könnten auch Mitarbeiter ohne technischen Hintergrund leichter ihren Weg in die IT finden.

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Zur Studie

ServiceNow und Pearson haben die Studie durchgeführt, um die potenziellen Auswirkungen von 16 disruptiven Technologien auf über 6.500 Berufe in den USA, Großbritannien, Deutschland, Indien, Australien und Japan zu untersuchen.

Pearsons Datenwissenschaftler nutzten maschinelles Lernen, um mehr als 30.000 Fähigkeiten und 26.000 Aufgaben, die für diese Berufe relevant sind, zu analysieren. Ziel war es, die Auswirkungen von Automatisierung und Technologieerweiterung auf jeden einzelnen Beruf zu prognostizieren und die besten Umschulungsmöglichkeiten zu den zukunftsträchtigen Berufen zu identifizieren.

Zu den kompletten Ergebnissen

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