Studie von Cisco Keine Chancengleichheit trotz Digitalisierung

Autor: Ann-Marie Struck

Eines der Ziele einer modernen Gesellschaft ist der gleiche Zugang zu Lebenschancen. Die Digitalisierung soll dabei helfen können. Wie eine Studie von Cisco jedoch zeigt, sehen zwei Drittel der Deutschen noch keine Chancengleichheit trotz vermehrter Digitalisierung.

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Die Digitalisierung soll zu mehr Chancengleichheit beitragen.
Die Digitalisierung soll zu mehr Chancengleichheit beitragen.
(Bild: © faithie-stock.adobe.com)

Unter Chancengleichheit versteht man dem Duden zufolge die „gleichen Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für alle ohne Rücksicht auf Herkunft und soziale Verhältnisse.“ Die Digitalisierung kann dazu ihren Beitrag leisten. Insbesondere hat die Corona-Pandemie zu einem Digitalisierungsschub geführt, der jedoch noch nicht gleichmäßig in der Gesellschaft angekommen ist, wie eine Umfrage von Civey in Auftrag von Cisco zeigt. Vielmehr geben 66 Prozent der Deutschen an, dass die neuen digitalen Möglichkeiten wie Homeoffice und Homeschooling in den letzten Monaten eher zu ungleichen Chancen geführt haben. Von mehr Gleichheit sprechen nur 13 Prozent.

Digitalisierungsschub führt zu Ungleichheit

„Technologie kann helfen, gerechtere Chancen für alle in unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Im letzten Jahr haben wir zwar einen enormen Digitalisierungsschub erlebt, aber noch können nicht alle gleichermaßen daran teilhaben.“, sagt Cisco Deutschland-Chef Uwe Peter. „Digitalisierung darf aber kein Elitenprojekt sein – sie muss gleiche Chancen für alle schaffen. Gerade im Bildungsbereich droht eine Mehr-Klassen-Gesellschaft.“

Eine Diskrepanz zeigt sich bereits: 6 von 10 der Befragten fühlen sich beim Zugang zu digitalen Angeboten nicht auf dem neuesten Stand. 38 Prozent der Deutschen hätten sich in den letzten Monaten im Bereich Behörden und Verwaltung, 35 Prozent in der Bildung und weitere 23 Prozent im Gesundheitswesen bessere Angebote gewünscht.

Potenzial für mehr Chancengleichheit

Das größte Potenzial durch Technologien eine Chancengleichheit zu schaffen sehen 52 Prozent der Befragten im Bildungsbereich. Danach kommen mit 24 Prozent Behörden und Verwaltung, gefolgt von der Arbeitswelt (23 %) und dem Gesundheitswesen (20 %). Uwe Peter dazu: „Bildung ist aktuell der Lackmustest für den Erfolg unserer Digitalisierungs-Anstrengungen. Hier zeigt sich exemplarisch, dass Digitalisierung nur erfolgreich ist, wenn viele Bereiche und Akteure konstruktiv zusammenwirken.“

Grundlage für die Digitalisierung ist eine gute Infrastruktur. 51 Prozent der Umfrageteilnehmer nennen Breitband und Glasfaser als entscheidende Voraussetzung für mehr Chancengleichheit. Auf den Plätzen dahinter folgen Videokonferenz-Tools (18 %) sowie 5G und WiFi (17 %).

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