Vom russischen Geheimtipp zur rot-grünen Formel 1

Kaspersky: Neues Partnerprogramm für neue Security-Technologien

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Kommentar: Kaspersky und Ferrari: Grün und/oder Rot?

Dr. Andreas Bergler, Leitender Redakteur IT-BUSINESS
Dr. Andreas Bergler, Leitender Redakteur IT-BUSINESS
Kaum zehn Jahre ist es her, als mich in der Redaktion der IT-BUSINESS eine russische Delegation des Antiviren-Anbieters Kaspersky besuchte. Auch damals war das Design der Packung schon im typischen Kaspersky-Grün gehalten. Die Besucher konnten zwar Englisch, für den deutschen Markt reichte dies aber noch nicht. Längere Zeit war es denn auch eher still um den Security-Anbieter aus dem ehemaligen Ostblock – wären da nicht die Nerds in den Anwender-Foren gewesen, die die Engine von Kaspersky als Geheimtipp handelten. Die Mundpropaganda lief sozusagen dem vertrieblichen Erfolg voraus.

Wie viele Mitbewerber auch, fing die Kaspersky-Story bei den Consumer-Produkten an, weitete sich auf KMUs aus und fand schließlich Eingang in die Netzwerke der Unternehmen. Dass man jetzt bei Kaspersky fähig ist, auch große Enterprise-Umgebungen zu schützen, sollte das Announcement in Dubai unterstreichen. In der Unternehmensgeschichte ist dies ein wichtiger Eckpfeiler. Für Image und bessere Verbreitung der Marke wurde zudem die Ferrari-Truppe aus der Formel 1 ins Boot geholt, die Kaspersky in diesem und nächsten Jahr offziell sponsort.

Im Gegensatz zu manchem anderen Anbieter ist Kaspersky am Umsatz gemessen immer noch relativ klein. Mit Ferrari und dem Channel will man nun Vollgas in Europa geben. Eine vereinheitlichte Partnerstruktur mit lokalen Ansprechpartnern ist eine gute Basis. Bei aller Durchstarterei sollte jedoch die Bodenhaftung nicht verloren gehen. Auf dem Dubai-Summit bemerkten einige Partner, dass der amerikanische Präsentationsstil zeige, wie weit man sich von der persönlichen Ansprache entferne. Es ist den Russen zu wünschen, dass Kaspersky-Grün zusammen mit Ferrari-Rot kein Einheits-Grau ergibt.

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