Interview mit G-Data-Vorstand Frank Heisler

IT-Security im Lichte der Standort-Frage

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ITB: Werfen Sie bitte einen Blick in die imaginäre Kristallkugel: Welche Faktoren werden den IT-Security-Markt in den nächsten Jahren verändern?

Heisler: Im Zuge des NSA-Skandals hat sich der Markt für IT-Security-Lösungen in vielen Bereichen verändert. Deutsche Hersteller wie G Data haben hier nicht zu Unrecht einen Vertrauensbonus. Seit Mitte vergangenen Jahres ist eine erhöhte Nachfrage nach deutschen Sicherheitslösungen zu beobachten. So verzeichnen wir seit dem dritten Quartal 2013 eine deutliche Steigerung der Anfragen von mittelständischen Unternehmen. Der zunehmende Einzug von Mobilgeräten in Unternehmen wird auch Auswirkungen auf den Security-Markt haben. Hier werden in Zukunft noch stärker Mobile-Security- und Mobile-Device-Management-Lösungen gefragt sein.

ITB: Und welche Rolle werden Ihre Partner dabei spielen?

Heisler: Wer im B2B-Markt erfolgreich sein will, braucht starke Vertriebspartner. Im Vergleich zu anderen Herstellern beziehen wir das aber nicht nur ausschließlich auf Größe oder Umsatz. Für G Data heißt das: Wie können wir den jeweiligen Partner passgenau unterstützen, um für ihn und seinen Kunden das bestmögliche Ergebnis zu erzielen? Das beginnt mit einem aktiven Know-how-Transfer durch umfassende Fortbildungen und reicht bis zur direkten Unterstützung durch uns bei Kundenprojekten.

ITB: Welche Online-Bedrohungen kommen aus Ihrer Sicht in diesem Jahr noch auf uns zu?

Heisler: 2014 wird aus unserer Sicht das Jahr des Mobile-Datendiebstahls werden. Hierzu werden die Kriminellen insbesondere Mitarbeiter von Unternehmen ins Visier nehmen. Die zunehmende Mobilisierung der IT-Infrastruktur und der Trend „Bring Your Own Device“ lässt die Anzahl der geschäftlich genutzten Smartphones und Tablets weiter ansteigen. Dies macht die smarten Geräte für Cyberkriminelle umso interessanter. Daneben sehen wir auch das ‚Internet der Dinge‘ im Fadenkreuz. Immer mehr Anlagen und Geräte, beispielsweise Fernseher, Heizungen oder Kühlschränke sind online steuerbar. Hier werden die Täter ansetzen um Angriffsmethoden zu entwickeln. Ein weiterer E-Crime-Trend in diesem Jahr wird der Angriff von Cloud-Speicher sein. Wir erwarten Attacken mit dem Ziel, Daten mitzulesen oder mit Schadcode infizierte Dateien in geknackten Konten zu platzieren.

ITB: G Data war bisher auf jeder Cebit vertreten. In diesem Jahr haben Sie Ihre Messeteilnahme abgesagt. Was sind die Gründe für diese Entscheidung?

Heisler: Seit 1986 war G Data auf jeder Cebit mit Produktneuheiten präsent. Seit einigen Jahren beobachten wir einen andauernden Abwärtstrend der Messe mit schwindenden Besucher- und Ausstellerzahlen, zudem sind die Rahmenbedingungen der Security-Hersteller in Halle 12 nicht mehr zufriedenstellend. Viele Mitbewerber verzichten seit längerem auf eine Cebit-Teilnahme oder einen eigenen Stand in der Security-Halle. Aus diesen Gründen haben wir unsere Messe-Strategie auf den Prüfstand gestellt und die Konsequenzen gezogen. Anstatt auf der Cebit auszustellen, werden wir in diesem Jahr unsere Marketing- und Channel-Aktivitäten mit dem Ziel einer deutlichen Steigerung der Markensichtbarkeit verstärken. Wir werden die CeBIT aber weiterhin genau verfolgen und auf Basis der Entwicklung und Positionierung der IT-Security-Halle über eine zukünftige Messeteilnahme entscheiden.

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