Fachkräftemangel, gebeutelte Wirtschaft, Krieg – das alles und noch viel mehr belastet viele Unternehmen. Aber eben nicht alle. Digital- und IT-Investitionen gehen weiter und IT-Dienstleistungen bleiben allen Krisen zum Trotz gefragt.
Die IT-Dienstleister meistern die Krise und schaffen ein Umsatzwachstum.
(Bild: Daniel Coulmann - stock.adobe.com)
Viele Unternehmen haben die vergangenen Krisenjahre schlecht oder gar nicht überstanden. Viele Branchen leiden immer noch und wurden spätestens von den massiv angestiegenen Energiepreise wirtschaftlich getroffen. Um zu überleben setzten viele auf die Digitalisierung – und dazu braucht es die IT-Dienstleister.
Tatsächlich sind die Ausgaben der Unternehmen in 2022 für externe IT-Dienstleistungen gegenüber dem Vorjahr sogar leicht gestiegen, wie die Marktforscher von Lünendonk & Hossenfelder in der Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ herausgefunden haben. Das durchschnittliche Wachstum der Inlandsumsätze der in Deutschland tätigen IT-Dienstleister lag demnach bei 13,2 Prozent (2021: 13,1 %). Haupttreiber der Nachfrage sind die Digitale Transformation und die mit ihr verbundenen Herausforderungen sowie Investitionsfelder. Besonders bei der Cloud-Transformation, der IT-Modernisierung und der Softwareentwicklung besteht eine hohe Nachfrage nach IT-Dienstleistungen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass es an IT-Fachkräften fehlt und mit externen Dienstleistungen dieser Mangel kompensiert werden kann.
Für 2023 beobachten die befragten IT-Dienstleister zu den bereits vorherrschenden Trends von 2022 eine stark steigende Nachfrage nach Effizienzsteigerungen, ESG und Data & Analytics. „Für viele Unternehmen steht 2023 im Fokus, wie sie möglichst gut durch die aktuellen Krisen wie Inflation, steigende Energiepreise und die stagnierende Nachfrage navigieren können“, sagt Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder. „Technologien wie Künstliche Intelligenz, Cloud und Automatisierung spielen hier eine zentrale Rolle und CIOs sind besonders gefordert, mit dem Einsatz von digitalen Technologien nachhaltige Effizienzsteigerungen zu fördern.“
Die IT-Dienstleister rechnen mit Blick auf 2023 mit einem durchschnittlichen Wachstum von 12,2 Prozent. Besonders stark sollen die Umsätze in den Bereichen Consulting (+11,1 %), Data & Analytics (+11,0 %), Cloud-Transformation (+12,3 %) und Managed Cloud Services (+12,0 %) zulegen.
ESG: Environmental, Social und Governance (zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung)
Zusätzlich zu dem seit Jahren starken Fachkräftemangel kommt nun mit der ab 2024 verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung eine weitere große Herausforderung auf die IT-Dienstleister zu. „Mit zunehmender Digitalisierung nimmt unweigerlich auch der CO2-Fußabdruck der IT zu und die IT-Lieferkette rückt in den Fokus der Nachhaltigkeitsstrategien“, so Mario Zillmann.
Die Auswirkungen spüren bereits 37 Prozent aller von Lünendonk befragten IT-Dienstleister und berichten, dass sie interne ESG-Audits durchführen müssen, um überhaupt bei ihren Kunden zu Ausschreibungen zugelassen zu werden. Mit Blick auf die Zukunft rechnen daher bereits 32 Prozent der IT-Dienstleister damit, dass ab 2025 alle IT-Produkte mit einem CO2-Preis hinterlegt sind, sodass Kunden bereits im Einkauf Transparenz über deren CO2-Fußabdruck in der IT-Lieferkette haben. Jeder zweite IT-Dienstleister hat bereits eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und eingeführt. Dennoch gibt es eine Vielzahl von Herausforderungen zu meistern: So ist beispielsweise mit einem durchschnittlichen Frauenanteil von 28,7 Prozent bei den untersuchten IT-Dienstleistern noch viel Potenzial beim Thema ESG erkennbar.
Die Lünendonk-Liste „IT-Beratung und Systemintegration“
Wer sind die erfolgreichsten IT-Beratungen und Systemintegratoren? In das Ranking der Lünendonk-Liste werden Unternehmen aufgenommen, die mehr als 60 Prozent des Umsatzes mit Management- und IT-Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung und -einführung erzielten.
Marktführer ist weiterhin Accenture mit einem geschätzten Deutschlandumsatz von 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2022 (2021: 2,2 Milliarden Euro), gefolgt von Capgemini, die laut Lünendonk-Schätzungen erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro Umsatz in Deutschland (2,05 Milliarden Euro) durchbrechen konnten. IBM komplettiert die Top 3 mit einem ebenfalls geschätzten Deutschlandumsatz von 1,85 Milliarden Euro. Auf Rang vier und fünf folgen TCS (928,7 Millionen Euro) und MSG Systems (902,6 Millionen Euro).
Durch ein Umsatzwachstum von 32,6 Prozent ist Adesso um fünf Positionen von Rang elf auf sechs geklettert. Ebenfalls deutlich nach oben ging es für die IT-Beratung Materna, die um rund 32 Prozent auf 495,7 Millionen Euro wachsen konnte und damit vier Plätze gut machte. Weiterhin überdurchschnittlich stark haben sich 2022 Senacor (+28 %) und Reply (+24 %) entwickelt.
Neu in der Lünendonk-Liste auf den Plätzen 22 und 23 sind die IT-Beratungen ISOSoftware Systeme mit einem Deutschlandumsatz von 137,0 Millionen Euro und Team Neusta mit 129,3 Millionen Euro.
In der aktuellen Lünendonk-Liste gibt es einige wichtige Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr: Durch die Verschmelzung der NTT-Tochtergesellschaften NTT Data und NTT Ltd. zur NTT Data Inc. hat das neue Unternehmen nun ein geändertes Leistungsspektrum und wird daher in der Lünendonk-Liste „Führende IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ geführt. Auch die beiden Dienstleister DXC und T-Systems werden nun mit ihren Gesamtumsätzen in der Lünendonk-Liste „Führende IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ eingeordnet, da ihr Schwerpunkt mittlerweile im Segment IT-Service liegt. Zuvor waren sie mit ihren anteiligen IT-Beratungs- und Systemintegrationsumsätzen in der Lünendonk-Liste vertreten.
Stand: 08.12.2025
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Die Lünendonk-Liste „IT-Service-Unternehmen“
In das Ranking aufgenommen werden IT-Dienstleister, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit IT-Outsourcing, Hosting, Managed Services und anderen Rechenzentrums-Services am externen Markt erzielen.
Den Spitzenplatz der führenden IT-Service-Unternehmen hält T-Systems mit einem geschätzten Umsatz von 2,9 Milliarden Euro. Den zweiten Platz besetzt der Neueinsteiger NTT Data Inc., der laut Lünendonk-Schätzungen 2022 auf einen Deutschlandumsatz von 2,2 Milliarden Euro kam. Atos (1,92 Milliarden Euro), DXC (1,35 Milliarden Euro) und Kyndryl (780 Millionen Euro) schließen die Top 5 ab.
Mit einem Umsatzplus von 12,8 Prozent gelingt der Datagroup erneut ein zweistelliges Wachstum, was Rang sechs im Ranking bedeutet. Nach Lünendonk-Schätzungen konnten die indischstämmigen IT-Dienstleister HCL (424 Millionen Euro) und Tech Mahindra (310 Millionen Euro) um rund 15 Prozent in Deutschland zulegen. Auf Rang zwölf reiht sich die Kölner Q.beyond mit einem Umsatzsprung um 10,2 Prozent in Deutschland in der Lünendonk-Liste ein. Die Top 20 schließt die Leipziger Ewerk Group mit einem Inlandsumsatz von 29,2 Millionen Euro ab.
Für die Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ – mit Sonderkapiteln zum IT-Mittelstand und zu den führenden internen IT-Dienstleistern – wurden neben rund 100 IT-Dienstleistern etwa 120 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. IT-Dienstleister und deren Kunden erhalten dadurch wichtige Kennzahlen und umfassende Informationen für ihre Planung. Voraussichtlich ab Ende Juli 2023 steht die Studie kostenfrei unter www.luenendonk.de zur Verfügung.