IT-Dienstleister in Deutschland trotzen der konjunkturellen Stagnation und steigerten auch im vergangenen Jahr ihre Umsätze. Unter anderem profitieren Dienstleister vom Fachkräftemangel in der Branche. Und auch in den kommenden Jahren sollen sie weiter wachsen.
Die IT-Dienstleister in Deuschland surfen auf der Erfolgswelle und profitieren sogar von negativen Begebenheiten.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Ein Blick auf die Lünendonk-Listen 2024 „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ an, erweckt den Eindruck, dass IT-Dienstleister durch nichts aufzuhalten sind. Das vergangene Jahr hat viele Branchen gebeutelt, aber nicht die IT-Dienstleister. Ihre Umsätze stiegen um durchschnittlich 9,7 Prozent. Im Jahr davor lag die Steigerung bei 13,2 Prozent.
Neben einer starken Nachfrage rund um die Digitale Transformation und dem Aufbau digitaler Geschäftsmodelle trug die Preissteigerung bei den Honoraren ebenfalls zum Wachstum bei. Durch das Potenzial digitaler Technologien und den IT-Fachkräftemangel bleibt Lünendonk & Hossenfelder zufolge der IT-Dienstleistungsmarkt in den kommenden Jahren ein wachsendes Marktsegment.
Lünendonk-Liste „IT-Beratung und Systemintegration“
In das Ranking „IT-Beratung und Systemintegration“ aufgenommen werden Unternehmen, die mehr als 60 Prozent des Umsatzes mit Management- und IT-Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung und -einführung erzielten.
Marktführer bleibt auch 2023 Accenture mit einem geschätzten Umsatz in Deutschland von 3,3 Milliarden Euro (2022: 2,9 Milliarden Euro), gefolgt von Capgemini, die laut Lünendonk-Schätzungen von 2,05 auf nun 2,25 Milliarden Euro in Deutschland gewachsen sind. IBM komplettiert die Top 3 mit einem geschätzten Deutschlandumsatz von rund 2 Milliarden Euro (2022: 1,85 Milliarden Euro). Knapp unter eine Milliarde Euro Umsatz in Deutschland erwirtschafteten MSG Systems (970,2 Millionen Euro), TCS (958,1 Millionen Euro) und Adesso (930,6 Millionen Euro).
Mit einem Umsatzplus von rund 28 Prozent zählt Adesso zu den am stärksten wachsenden Unternehmen – sowohl durch ein organisches als auch anorganisches Wachstum. Ebenfalls signifikante Umsatzsteigerungen um über 20 Prozent erzielten Init (+32 %), Senacor (+24 %), Materna (+22 %), BridgingIT (+21 %) und Conet (+20 %).
Fünf Unternehmen ist es gelungen, sich jeweils um einen Platz in der aktuellen Lünendonk-Liste zu verbessern: Arvato Systems, Init, MHP, MSG und Reply.
Neu in die Lünendonk-Liste auf Platz 24 aufgenommen ist BridgingIT mit einem Umsatz von 137,5 Millionen Euro.
Das Ranking „IT-Service“
In das Ranking aufgenommen werden IT-Dienstleister, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit IT-Outsourcing, Hosting, Managed Services und anderen Rechenzentrums-Services am externen Markt erzielen. Aufgrund der hohen Relevanz dieses Marktsegments und der Vielzahl an Dienstleistern am Markt wurde die Liste um fünf Plätze auf ein Top-25-Ranking erweitert, so Lünendonk & Hossenfelder.
Den Spitzenplatz der führenden IT-Service-Unternehmen belegt im Jahr 2023 T-Systems mit einem geschätzten Umsatz von 2,95 Milliarden Euro (2022: 2,90 Milliarden Euro). Den zweiten Platz besetzt NTT Data, die laut Lünendonk-Schätzungen in Deutschland einen Umsatz von 2,38 Milliarden Euro erwirtschaften (2022: 2,20 Milliarden Euro). Atos (1,85 Milliarden Euro), DXC (1,30 Milliarden Euro) und Kyndryl (700 Millionen Euro) schließen die Top 5 ab.
Durch die Übernahme des Engineering-Dienstleisters ASAP machte das indisch-stämmige Unternehmen HCL zwei Ränge auf nun Platz 6 gut und erzielte 2023 einen Inlandsumsatz von 625 Millionen Euro (+47 %). Es folgen auf den Rängen 7 bis 10 Datagroup (485,8 Millionen Euro), Allgeier (437,1 Millionen Euro), Controlware (382,0 Millionen Euro) und Tech Mahindra (330,0 Millionen Euro).
Um über 40 Prozent – organisch als auch anorganisch – gewachsen ist Convotis (+43 %). Ebenfalls überdurchschnittlich stark entwickelten sich die beiden Neueinsteiger der Lünendonk-Liste HBSN (+28 %), Operational Services (+24 %) sowie Akquinet (+25 %). Aber auch IT-Dienstleister wie Syntax (+19 %), Q.beyond (+12 %) oder EWERK (+12 %) konnten 2023 zweistellig wachsen.
Ebenfalls neu in der Lünendonk-Liste sind I.T.E.N.O.S. (Platz 17) und OEDIV (Platz 14). Beide Unternehmen erzielen mehrheitlich Umsätze außerhalb ihrer jeweiligen Mutterkonzerne. Darüber hinaus sind Comline (Platz 16) und Thüga SmartService (Platz 23) neu im Ranking. Aufgrund der vielen Neueinsteiger in die Lünendonk-Liste können in den meisten Fällen die Platzierungen des Vorjahres nicht mit den aktuellen Platzierungen verglichen werden, so die Studienmacher.
Stand: 08.12.2025
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Wachstum setzt sich 2024 und 2025 fort
Und die Geschäfte sollen weiter erfreulich laufen. Für das laufende Jahr 2024 erwarten die IT-Dienstleister ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 10,7 Prozent und für 2025 von 12,6 Prozent.
„Wenngleich die Konjunktur aktuell wieder leicht Fahrt aufnimmt, spiegelt sich dies erst in den Prognosen für 2025 wider. 2024 wird laut den Erwartungen der befragten IT-Dienstleister daher ähnlich zum Jahr 2023 verlaufen: Trotz der derzeit schwachen volkswirtschaftlichen Entwicklung werden IT-Dienstleister auch in den nächsten Jahren eine hohe Nachfrage erfahren. Dafür sorgen weiterhin die Digitale Transformation und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie der Wunsch nach Effizienzsteigerungen. Größter Treiber bleibt aber der sich weiter verschärfende Mangel an IT-Experten“, erläutert Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder. „Zu den Top-Technologien, die eine hohe Nachfrage nach externen IT-Dienstleistungen generieren, zählen vor allem (generative) KI, Cloud, Cyber Security, Digital Experience und Automatisierungslösungen.“
Besonders stark sollen 2024 daher die Umsätze in den Bereichen Cloud-Transformation (+13,4 %), Data & Analytics (+12,9 %), Consulting (+10,0 %), Managed Cloud Services (+9,8 %) und Softwareentwicklung/-integration (+9,3 %) bei den IT-Dienstleistern zulegen.
Details zur Studie
Für die Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ wurden über 100 IT-Dienstleister und knapp 150 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt.