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Digitalisierung IT-Ausfälle und Datenverluste kosten Millionen

Redakteur: Jürgen Schreier

Mitarbeiter verlieren durch IT-Ausfälle jährlich zwei Wochen an Arbeitszeit. Das zeigt eine neuen Studie von Nexthink. Ein weiteres überaus kostenträchtiges Problem sind Datenverluste durch Störereignisse. Darauf weist Dell Technologies hin.

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Zwei IT-Havarien pro Woche sind „üblich“. Die Dunkelziffer ist aber höher, denn oft verzichten die Beschäftigten auf den Support durch die IT und legen selbst Hand an.
Zwei IT-Havarien pro Woche sind „üblich“. Die Dunkelziffer ist aber höher, denn oft verzichten die Beschäftigten auf den Support durch die IT und legen selbst Hand an.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

IT-Probleme und Mängel in der digitalen Arbeitsumgebung können Unternehmen Millionen Dollar durch verlorene Arbeitszeit kosten – so eine heute veröffentlichte Studie von Nexthink, Anbieter von Digital Experience Management Software für Unternehmen. Die Situation ist brisanter, als IT-Führungskräften bewusst ist:

Weil Mitarbeiter laut Studie nur wenig mehr als die Hälfte ihrer technischen Probleme am Arbeitsplatz an die IT-Abteilungen melden, haben diese keinen Einblick in die tatsächlichen Herausforderungen innerhalb ihrer Organisation. Für ein Großunternehmen mit 10.000 Mitarbeitern kann dies Kosten von wöchentlich fast einer halben Million Dollar bedeuten oder jährlich rund 25 Millionen Dollar.

Zwei IT-Probleme pro Woche sind "normal"

„The Experience 2020 Report: Digital Employee Experience Today“, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Vanson Bource, zeigt, dass Mitarbeiter bei IT-bezogenen Problemen im Schnitt jedes Mal etwa 28 Minuten verlieren. Für Deutschland liegt dieser Wert mit 25 Minuten etwas niedriger.

Die Studie macht zudem deutlich, dass IT-Entscheider – auch in Deutschland – davon ausgehen, dass Mitarbeiter mit etwa zwei IT-Problemen pro Woche konfrontiert sind und damit im Jahr rund 50 Stunden an Zeit verlieren. Da jedoch nur gut die Hälfte der IT-Probleme gemeldet wird, sind die realen Zahlen vermutlich knapp doppelt so hoch – es geht an die 100 Stunden oder umgerechnet über zwei Wochen pro Jahr. Dies führt zu einem Teufelskreis: Mitarbeiter versuchen, ihre IT-Probleme selbst zu lösen, statt sich an die IT-Abteilung zu wenden, die zu wenig Einblick in die tatsächliche Art und Weise der Nutzung bereitgestellter Technologien hat.

Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen IT-Abteilungen und Mitarbeitern, die zu 84 Prozent (83 % in Deutschland) der Ansicht sind, dass ihr Unternehmen durchaus mehr zur Verbesserung der digitalen Arbeitsumgebung unternehmen könnte. Die wichtigsten Anliegen sind dabei für die Befragten aus Deutschland eine verbesserte Effizienz im Tagesgeschäft (54 Prozent), höhere Motivation und Engagement der Mitarbeiter (48 Prozent) und positive Effekte auf die Profitabilität (41 %).

Dagegen gehen die IT-Führungskräfte davon aus, dass die Mitarbeiter zu 90 Prozent (Deutschland zu 89 %) mit der Technik am Arbeitsplatz zufrieden sind.

IT-Führungskräfte haben die rosarote Brille auf

Die Ironie liegt darin, dass innovative IT-Führungskräfte das Problem noch verschärfen – durch die Einführung neuer Technologien und digitale Transformationsprojekte, ohne eine genaue Vorstellung vom Erfolg dieser Maßnahmen zu haben. Kann die IT-Abteilung nicht messen, wie neue Technologien den Alltag der Mitarbeiter beeinflussen, können diese die digitale Arbeitsumgebung weiter beeinträchtigen.

Weitere Kernergebnisse der Nexthink-Studie:

  • Bleiben IT-Probleme unerkannt, wird es nur schlimmer: 79 Prozent der Befragten (81 % aus Deutschland) gaben an, dass nicht gemeldete IT-Vorfälle immer zu noch größeren Problemen führen.
  • Die digitale Benutzerfreundlichkeit ist für das gesamte Unternehmen wesentlich: 82 Prozent (Deutschland 79 %) erachten digitale Benutzerfreundlichkeit als sehr wichtig bis hin zu erfolgsentscheidend.
  • Es fehlt an Erfolgskontrollen von IT-Rollouts: Im Schnitt haben nur 56 Prozent (Deutschland 49 Prozent) der IT-Abteilungen Einblicke in den Erfolg von Rollouts neuer Technologien; 58 Prozent (Deutschland 54 Prozent) können deren Akzeptanz und Nutzung einschätzen und 45 Prozent (Deutschland 42 Prozent) wissen um die Probleme, die Mitarbeiter mit deren Einsatz haben.
  • IT-Probleme am Arbeitsplatz sind üblich: 61 Prozent der Befragten (59 % aus Deutschland) gaben an, dass IT-Ausfälle zum Alltag in ihrem Unternehmen gehören.

„In vielen Unternehmen sind IT-Probleme an der Tagesordnung“, sagt Jürgen Rohr, Area Vice President Deutschland bei Nexthink. „Allein die vielen kleinen Unzulänglichkeiten in der IT sind für Mitarbeiter fast zur Gewohnheit geworden – seien es die endlosen Minuten beim Booten des Rechners, instabile Internetverbindungen, Programmabstürze oder plötzlich startende Updates. Solche Dinge werden oft als unvermeidlich angesehen, kosten Zeit und Nerven, doch niemand erfasst sie, keine Meldung geht an die IT-Abteilung. Die Produktivität bei Einzelnen wie auch über ganze Prozesse hinweg sinkt sowie auch die Bereitschaft für Innovationen – die womöglich weitere Probleme bringen. Dies beeinträchtigt ab einem gewissen Maß die Unternehmenskultur und letztlich den Unternehmenserfolg insgesamt. Hinzu kommt, dass derzeit viele von Zuhause aus arbeiten – die Probleme sind aktuell wohl noch größer, als es die vorliegende Studie zeigt.“

Sicher oder nur gefühlt sicher?

Ein weiteres Problem, mit dem in Unternehmen ordentlich Geld versenkt wird, sind Datenverluste. Nach einer Untersuchung von Dell Technologies kosten solche Datenverluste Unternehmen fast 900.000 Euro im Jahr. Heute verwalten Unternehmen im Schnitt fast 40 Prozent mehr Daten als noch vor einem Jahr. Mit diesem rasanten Wachstum gehen neue Herausforderungen einher: So glaubt die große Mehrheit laut Dell-Studie, dass ihre aktuellen Datensicherheitslösungen ihren zukünftigen Geschäftsanforderungen nicht mehr gerecht werden.

Der „Global Data Protection Index 2020 Snapshot“ ist die vierte Auflage der Studie, mit der Dell Technologies den Reifegrad von Datensicherungsstrategien misst und bewertet, wie gut Unternehmen weltweit gegen Datenverlust geschützt sind. Für die neue Studie wurden Ende 2019 weltweit 1000 IT-Entscheider befragt, unter anderem auch in Deutschland. Die Umfrage offenbart ein gewaltiges Datenwachstum in den Unternehmen.

So verwalteten sie im Jahr 2019 durchschnittlich 13,5 Petabyte (PB) an Daten – und damit fast 40 Prozent mehr als noch vor einem Jahr (9,7 PB). Im Vergleich zu 2016, als 1,45 PB an Daten in Unternehmen vorgehalten wurden, entspricht das sogar einem Wachstum von satten 831 Prozent.

Eine große Bedrohung für diese Daten ist die steigende Anzahl von Störereignissen - zum Beispiel Cyber-Attacken und Systemausfälle. Waren im Jahr 2018 noch 76 Prozent der befragten Unternehmen von solchen Ereignissen betroffen, galt das im Jahr 2019 bereits für 82 Prozent. Als besonders anfällig zeigten sich dabei Unternehmen, die Datensicherheitslösungen mehrerer Anbieter im Einsatz hatten.

Sie wurden etwa doppelt so oft von Vorfällen heimgesucht, die den Datenzugriff einschränken. Dennoch verfolgen immer mehr von ihnen genau diesen Ansatz. 80 Prozent der Befragten – und damit 20 Prozentpunkte mehr als noch 2016 – gaben an, Lösungen von zwei oder mehr Anbietern zu nutzen.

Kosten für Ausfälle steigen rapide an

Die Kosten, die den Unternehmen durch diese Störereignisse entstehen, nehmen mit alarmierender Geschwindigkeit zu. So betrugen die geschätzten jährlichen Kosten für Ausfallzeiten 2019 im Durchschnitt rund 719.000 Euro. Im Jahr 2018 hatten sie noch bei rund 467.000 Euro gelegen. Auch die geschätzten durchschnittlichen Kosten für Datenverluste gingen in die Höhe und betrugen 2019 rund 900.000 Euro. 2018 waren es noch etwa 883.000 Euro.

Sprunghaft angestiegen sind diese Kosten dabei vor allem in Unternehmen, die Sicherheitslösungen von mehr als einem Anbieter im Einsatz haben. Die durch Ausfallzeiten verursachten Kosten verdoppelten sich bei ihnen nahezu, die Kosten aufgrund von Datenverlusten verfünffachten sich sogar beinahe.

Weitere Infos zum Thema finden Sie im Blog-Beitrag von Beth Phalen, President Dell EMC Data Protection.

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal Industry of Things.

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