Titelstory: Tarox IT aus dem Kohlenpott

Redakteur: Wilfried Platten

Tarox macht seit Jahren den Spagat zwischen Hersteller- und Distributoren-Dasein. Der Gesundheit hat es offensichtlich nicht geschadet.

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Zwei wie Pech und Schwefel: die Tarox-Vorstände Matthias Steinkamp und Bernd Tillmann.
Zwei wie Pech und Schwefel: die Tarox-Vorstände Matthias Steinkamp und Bernd Tillmann.
(Bild: Tarox)

Das Ruhrgebiet hat seinen ganz eigenen Charme. Man muss ihn nur unvoreingenommen auf sich wirken lassen. Was auf den ersten Blick oft laut, derb und raubauzig daherkommt, ist auf den zweiten der angenehme Verzicht auf aalglatt gestriegelte Unverbindlichkeit. Der Pott ist direkt, schnörkellos und auf den Punkt. Punkt!

Das ist natürlich vereinfacht und grob überzeichnet, klar. Soziologen würden von Stigmatisierung sprechen. Aber es ist auch Teil des Selbstverständnisses einer Region, in der im wahrsten Sinne des Wortes im Dreck gewühlt wurde um Werte zu schaffen, die anderswo verwaltet und oft genug elegant verbraten wurden. Hier, im Norden von Dortmund, sitzt Tarox.

Das komplette Interview mit Matthias Steinkamp

Es scheint wahrlich nicht die schlechteste Idee, diese Herkunft zu einem Teil des Markenkerns und zum Leitgedanken für den Marketingauftritt zu machen: „Made in Ruhrgebiet“. Und wie es sich für „echte Kumpels“ gehört, findet die Partnermesse Inside im BVB-Stadion statt. Schwarz-gelb, natürlich.

Hersteller...

Aber was ist Tarox eigentlich? Die einen sagen: ein IT-Hersteller. Die anderen: ein IT-Distributor. Und bevor man sich streitet, einigt man sich auf: beides. Doch auch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn mit dem Aufbau einer eigenen Service-Unit sind es jetzt insgesamt fünf Säulen auf denen das Tarox-Geschäft ruht: Machines (so nennt Tarox die Eigenmarken-Herstellung), Distribution, Data (dahinter steht das Cloud-Geschäft), Consulting und jetzt eben Services.

Wobei, neu ist dieses Thema nicht. Nur gehörten Services bislang einfach zu den anderen Leistungen dazu – so ganz nebenbei und überwiegend kostenlos, ohne dass sie gesondert ausgewiesen und abgerechnet wurden.

Systemhäuser kennen das Problem: Services verschwinden in einer Mischkalkulation, ohne dass das Verhältnis von Aufwand und Ertrag beziffert werden kann. Nach der Einführung eines Ticketsystems zeigt sich in der Regel, dass bislang nur rund 20 bis 30 Prozent der erbrachten Service-Leistungen tatsächlich monetarisiert werden konnten.

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