Mobiler Internet-Hype kritisch hinterfragt Ist das iPad überhaupt ein mobiles Gerät?
Etracker aus Hamburg hinterfragt kritisch die Wachstumszahlen, die von Marktforschern zum mobilen Internet genannt werden. Ihr Argument: iPad und Co. werden hauptsächlich stationär genutzt und sind daher weit weniger „mobil genutzte Geräte“ als vielerorts angenommen. Widerlegen lässt sich das nicht, aber relativieren.
Anbieter zum Thema

In seinem Bestseller „So lügt man mit Statistik“ nennt der Mathematiker Walter Krämer einige – wie er es nennt – „trügerische Trends“. Diese treten vor allem dann auf, wenn zu weit in die Zukunft extrapoliert wird.
Ein absteigender Aktienkurs endet beispielsweise nur sehr selten bei Null, ein aufsteigender nie bei unendlich. Die Angst vor dem unaufhaltsamen Waldsterben in den 80er Jahren basierte großteils auf einem trügerischen Trend, findet Krämer.
Und auch am 13. November 2026 wird die Zahl der Menschen auf dem Erdenrund keineswegs unendlich sein, wie es im Magazin Science mal augenzwinkernd aber nachvollziehbar ausgerechnet wurde. Das Magazin wollte demonstrieren, dass auch mathematisch sauber in die Zukunft extrapolierte Zahlenreihen auf sehr tönernen Füßen stehen können.
Kritisch hinterfragt
Um tönerne Füße eines allgemein angenommenen Wachstumstrends geht es auch bei einer Erhebung der Etracker GmbH aus Hamburg. Das Unternehmen hat drei Wochen lang anonymisiert ausgewertet, wie rund 10.000 ihrer Kunden mit ihren mobilen Geräten ins Internet gelangen.
Das Resultat lässt die Hamburger am angenommenen starken Wachstumstrend des mobilen Internets zweifeln. „Das eindeutige Ergebnis“ der Auswertung lautet für Etracker: „Mobil gesurft wird vom iPad aus kaum“.
Die Daten der Teilnehmer, deren Endgerät als „mobil“ klassifiziert wurde (Laptop, Tablet, Smartphone) legen nahe, dass kaum mobil zugegriffen wird. So generierte das iPad während der dreiwöchigen Erhebung lediglich 6,2 Prozent der Zugriffe mobil, schreibt Etracker. Dagegen erfolgten 93,8 Prozent der Zugriffe per iPad von einem stationären Internetanschluss (DSL) aus.

Auch das iPhone wies mit 16,86 Prozent wenig echte mobile Internet-Zugriffe (beispielsweise über UMTS) auf. Es folgen weit verbreitete Geräte von Samsung (26,90 Prozent) und von HTC (30,99 Prozent). Allein über den Blackberry seien mit 57,70 Prozent das Gros der Zugriffe mobil erfolgt (siehe Grafik).
Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zu den Schlussfolgerungen.
(ID:33254920)