Neue Medien müssen die Lehrkräfte unterstützen, nicht einengen

Interaktive Medien machen keinen Unterricht, sie ergänzen ihn

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ITB: Sie haben es bereits erwähnt: Im Unterschied zu vielen anderen Herstellern IT-gestützter Lehrmittel setzen Sie auf eine Verknüpfung digitaler (Hard- und Software) und analoger (Wandtafeln) Lehrmittel. Kommt dies dem Unterrichtsalltag eher entgegen als die bloße Einführung neuer Medien?

Flade: Diese Verknüpfung digitaler und analoger Lehrmittel, die wir wie gerade angesprochen als „ganzheitliches“ Lehrmittelkonzept bezeichnen, ist jetzt nicht als große Erleuchtung aus dem Nichts auf uns gekommen. Vielmehr ist die Idee aus unseren Erfahrungen heraus entstanden, die wir als Lehrmittelverlag seit nunmehr fast 30 Jahren an Schulen sammeln durften. Man kann es drehen und wenden wie man will, interaktive Whiteboards, PCs, Beamer, Netzwerke usw. machen keinen Unterricht, sondern ergänzen ihn nur. Die Vorstellung einer Unterrichtsumgebung, in der rundum vernetzte Schüler und Lehrer in einem Raumschiff-Enterprice-mäßigen Raum schweben und auf allen Kanälen innerhalb einer digitalen Wolke miteinander kommunizieren, halte ich für Science Fiction ohne jeglichen Praxisbezug. Diese Utopie impliziert ja auch die Aussage, dass die Art und Weise, wie bislang in Deutschlands Schulen gelehrt wurde, falsch ist und erst mit der Einführung der neuen Medien alles gut und richtig wird.

Man kann seine Zielgruppe natürlich als inkompetent darstellen, erreichen wird man sie so jedenfalls nicht. Schulbuch und Wandkarte bilden also mit Sicherheit auch in Zukunft einen zentralen Bestandteil der Unterrichtspraxis. Die Moderne mit all ihren Grabenkämpfen zwischen links und rechts, alt und neu sowie den alleingültigen Wahrheitsansprüchen kann ja mittlerweile gesellschaftsgeschichtlich als überwunden angesehen werden. Warum also ein derart überkommenes Denkkonzept im Bildungsbereich künstlich am Leben erhalten? Die Unterrichtsumgebung der Zukunft ist eben gerade nicht „analog“ oder „digital“, sondern „analog“ und „digital“. Das Beste aus zwei „Welten“ eben.

ITB: Welche aktuellen Produktentwicklungen bzw. Produktneuheiten gibt es in Ihrem Hause?

Flade: Hardwareseitig wird unser Zulieferer Qomo-Hite-Vision, für den wir als Stiefel in Europa die Generalvertretung darstellen, in Kürze die Multitouch-Bedienbarkeit realisiert haben. Das Besondere daran ist, dass dieses Feature allein durch die Software ermöglicht wird, sodass auch alle bisher durch uns ausgelieferten Whiteboards problemlos nachgerüstet werden können. Für edukick2.0 gesprochen, kann ich sagen, dass BenQ für den Bildungsbereich demnächst mit dem MW851UST eine neue Generation von Ultrakurzdistanzprojektoren auf den Markt bringt, die neben der hochwertigen WXGA-Auflösung vor allem durch das neue Energiesparkonzept „Smart Eco“ überzeugt. Diese Technologie reduziert den Stromverbrauch um bis zu 50% und erhöht die Lampenlebensdauer um bis zu 80%. Dieser Energiespar-Aspekt macht BenQ-Projektoren wie auch die 3-Jahre-Lampengarantie für bestimmte Projektorenmodelle, die BenQ im Bildungsbereich gewährt, für den Endkunden Schule, äußerst attraktiv. Auch von lenovo ist noch Einiges zu erwarten. Im Bereich Software haben wir gerade mit „Grundwissen Weltreligionen“ ein Produkt auf den Markt gebracht, dass für dieses Fach neue Maßstäbe an interaktiven Einsatzmöglichkeiten setzt. Der Initiativenpartner Braingame wird demnächst ebenfalls neue Softwareprodukte vorstellen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie das deutsche Unterrichtswesen von anderen Staaten profitieren kann.

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