Bora Computer übernimmt Teile des Unternehmens Insolvente K&M Elektronik findet Käufer für 13 Filialen

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Bora Computer übernimmt 13 Filialen, 60 Mitarbeiter und den gesamten Warenbestand von K&M Elektronik. Die Handelskette hatte im Oktober Insolvenz angemeldet. Für die restlichen 20 Filialen wird weiterhin nach einer Lösung gesucht.

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Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Volker Viniol arbeitet an einer Lösung für die weiteren 20 K&M-Filialen.
Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Volker Viniol arbeitet an einer Lösung für die weiteren 20 K&M-Filialen.
(© Gerhard Seybert - Fotolia)

Bei der Rettung von K&M Elektronik hat die Insolvenzverwaltung einen ersten Teilerfolg erzielt: Die Handelskette Bora Computer übernimmt 13 Filialen, 60 Mitarbeiter und den gesamten Warenbestand des insolventen Mitbewerbers aus Schwaben. Außerdem verhandelt Insolvenzverwalter Volker Viniol mit weiteren Interessenten über die Zukunft der übrigen K&M-Filialen.

Die Bora Computer Gbr mit Sitz in Düren betreibt bundesweit zehn Filialen, davon acht im Rheinland, und einen Online-Handel. Zum Unternehmen gehört auch die Schwanthaler Computer GmbH & Co. KG in München. Bora verkauft PC-Systeme, Komponenten, Zubehör sowie Netzwerk- und Storage-Produkte.

K&M hatte am 22. Oktober beim Amtsgericht Stuttgart einen Insolvenzantrag gestellt. Das Verfahren wurde am 27. Dezember eröffnet. Bereits einen Tag darauf wurde der Kaufvertrag für die 13 Filialen unterzeichnet. Formeller Käufer ist die neu gegründete K&M Computer GmbH & Co. KG, die Bora-Geschäftsführer Bora Bölck in Personalunion leitet.

Fortsetzung des Vertriebs

In der Zwischenzeit hatte K&M den Vertrieb fortgesetzt. Dabei sei es gelungen, das Geschäft zu stablilisieren und ohne größere Umsatzeinbußen fortzusetzen, berichtet Insolvenzverwalter Viniol im Gespräch mit IT-BUSINESS. Wie der Stuttgarter Rechtsanwalt mitteilt, wird er in den kommenden Wochen mit zwei Interessenten über den Kauf eines Großteils der weiteren K&M-Filialen verhandeln.

Das Unternehmen wurde 1992 als Keller & Mötting GbR in Böblingen gegründet und firmiert seit 1995 unter K&M Elektronik. Ein Jahr später verlegten die Schwaben ihren Sitz ins benachbarte Magstadt. Zu ihrem Filialnetz gehörten zuletzt 33 Läden im gesamten Bundesgebiet. 2011 sorgte der Computer-Händler für Schlagzeilen, als seine Website innerhalb weniger Wochen zweimal gehackt wurde und die Angreifer sich Zugang zu den Kundendaten verschafften.

Problematisches Geschäftsmodell

Das Geschäft von K&M war allerdings schon zuvor rückläufig. Seit 2010 fuhr die Handelskette größere Verluste ein. Die Hacker-Angriffe kosteten das Unternehmen zusätzliches Vertrauen bei Kunden und sorgten für weitere Umsatzeinbußen. Insolvenzverwalter Viniol sieht aber prinzipiell das Geschäftsmodell des Filialisten als problematisch an. Er habe sich auf PCs und Komponenten konzentriert und damit vor allem die so genannten Schrauber angesprochen, erläutert der Anwalt. Auf den Trend zu Notebooks, Tablets und Smartphones habe K&M dagegen nicht reagiert. □

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