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Orange Cyberdefense Im Schnellboot durch die Security-Gewässer

Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Dr. Stefan Riedl

Seit Kurzem agiert das ehemalige Unternehmen Securelink unter dem Dach von Orange als Orange Cyberdefense. Der Geschäftsführer für Deutschland, Dr. Matthias Rosche, setzt auf Agilität, Flexibilität und schlanke Prozesse.

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In der IT-Security zählt Geschwindigkeit.
In der IT-Security zählt Geschwindigkeit.
(Bild: © aerial-drone - stock.adobe.com)

Der Cybersecurity-Anbieter Securelink wurde im vergangenen Jahr von Orange, einem französischen Telekommunikationsunternehmen, übernommen und in dessen ­Sparte Orange Cyberdefense eingegliedert. Dank komplementärer regionaler Ausrichtung für beide Unternehmen ein profitabler Deal. Denn Securelink brachte seine Niederlassungen in Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Norwegen, Dänemark, Schweden und Deutschland ein und Orange unter anderem mehrere Security Operation Center (SOC). So entstand ein Konzern mit großer Schlagkraft und mehr als 2.100 Mitarbeitern.

„Speedboats“ als Erfolgsfaktor

Seit März gibt es nun auch eine deutsche Geschäftseinheit, deren Chef Dr. Matthias Rosche bleibt, der bereits seit 2018 die Geschicke von Securelink hierzulande leitete. Unter dem Firmendach werden nun Dienste wie Managed Security (MSSP), Managed Detection and Reaction (MDR) und Threat Intelligence angeboten. Orange Cyber­defense, so Rosche im Gespräch, sieht sich bestens positioniert. Groß genug, um auf die Komplexität von Attacken reagieren zu können, und breit genug, um bei den Kunden auch lokal vor Ort zu sein. Denn kleinere Einheiten mit schlanken Prozessen können im Sicherheitsumfeld ähnlich wie kleine „Schnellboote“ agil agieren. Diese Taktik ist für Orange nicht neu. Denn nicht nur beim Thema Security setzt der französische Konzern auf „Speedboats“, also kleinere, selbstständig agierende Geschäftseinheiten. Auch Themen wie Cloud und Industrie 4.0 werden so angegangen.

Strategie in Deutschland

In Deutschland ist die Orange-Gruppe bereits mit Orange Business Services (OBS) aktiv, als Betreiber von Infrastrukturen, Integrator und Anbieter von Value-Added Services. OBS hat Standorte in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München. Die in Deutschland verteilt agierenden Security Consultants der neuen Einheit bieten nun unter anderem den Top-50-Kunden von OBS in Deutschland Security-Services an. Die Leistungen der CyberSOCs ergänzen das Portfolio von OBS um die für die Digitalisierung entscheidende Security-Komponente. Wo OBS bereits Vertragspartner ist, kann Orange Cyberdefense als Sublieferant eingebunden werden. Umgekehrt können auch bestehende Security-Projekte zu OBS-Projekten werden. Dabei sei die lokale Präsenz wichtig, denn letztlich gehe es um Vertrauen und den ­direkten Kontakt, so Rosche.

Die Qual der Wahl

Die Wahl der richtigen Technologiepartner sei ein weiterer Punkt, der für den Erfolg von Security-Services entscheidend ist. „Image ist nichts. Egal ob Startup oder Big Player – letztlich zählt die Leistung des Produkts“, meint Dr. Matthias Rosche. Auf die Frage nach seinen Zielen, nennt Rosche mögliche Projekte mit den Top-Accounts der Orange Business Services in Deutschland. Zusätzlich möchte er den gehobenen Mittelstand in ganz Deutschland ansprechen. Gerade in West- und Norddeutschland will der Security-Anbieter noch präsenter werden. Inhaltliche Schwerpunkte sieht Rosche bei den Themen Cloud, Industrial, SecDevOps und Identity. Diese zentralen Themen der Digitalisierung gelte es abzusichern.

Subscription ist die Zukunft

Denn die Digitale Transformation mache vor der Security nicht Halt. So werde es in ­Zukunft kaum noch um den Verkauf von Software und Lizenzen gehen. Dem Subscription-Geschäft gehöre demnach die Zukunft. Eine weitere Entwicklung sieht er beim Thema „Security als Code“. Dabei werden Security-Funktionen gleich in IT-Lösungen implementiert und nicht mehr zusätzlich angeboten. „Security by Design“ werde so eine greifbarere Zielvorgabe, resümiert der Deutschland-Chef.

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