Komplexe IBM-Software-Landschaft

IBM-Lizenzmanagement – Einblicke in einen Mikrokosmos

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IBM License Metric Tool (ILMT)

Unternehmen, die sich für die Sub-Capacity-Lizenzierung entscheiden, sind daher zur Verwendung des IBM License Metric Tools (ILMT) verpflichtet. Das ILMT inventarisiert die verwendete IBM-Software und ermittelt so die benötigten PVU-Lizenzen. In der Software-Architektur des Unternehmens werden überall dort, wo IBM-Software im Einsatz ist, ILMT-Agenten installiert. Die Agenten übermitteln ihre Funde sodann an den zentralen ILMT-Server, der die Funde abgleicht und in einer Liste bündelt.

Nicht selten kann eine solche Fundliste mehrere tausend Posten umfassen, wobei jeder einzelne Posten manuell geprüft und freigegeben werden muss. Angesichts des komplexen IBM-Software-Portfolios, der verschachtelten Produkte und vielfältigen Lizenzierungsvarianten ist es nicht immer evident, ob die Funde und Schlussfolgerungen des ILMT korrekt sind.

So kann es beispielsweise vorkommen, dass ein ILMT-Agent einen PVU-Lizenzverbrauch für eine Software-Komponente ermittelt, für die keine Lizenzgebühren entrichtet werden müssen, da sie als Begleitprodukt bereits über ein anderes Softwarebundle lizenziert ist. Manuell muss die Komponente dann entweder einer anderen Instanz zugeordnet oder vollständig aus der Fundliste ausgeschlossen werden.

Aus den überprüften und freigegebenen Fundlisten werden vierteljährlich Reports generiert. Im Fall einer Lizenzprüfung muss das Unternehmen die Berichte der vergangenen zwei Jahre (bzw. der letzten acht Quartale) bereitstellen und die manuell unternommenen Korrekturen begründen können. Das ILMT selbst bietet dabei keine Möglichkeit, die alternativen Zuordnungen zu kommentieren. In den Reports ist nicht ersichtlich, wann, von wem und aus welchen Gründen ein ILMT-Fund einer anderen Instanz zugeordnet oder aus der Inventarisierung ausgeschlossen wurde.

Achtung

Da das ILMT einmal unternommene Produktzuweisungen auch für künftige Inventarisierungen speichert, verschwindet der Produktposten kommentarlos aus der Auflistung. Dies kann sich insbesondere im Fall eines Fundausschlusses als tückisch erweisen: So gibt es Software-Komponenten, für die lediglich in bestimmten Fällen Lizenzgebühren entrichten werden müssen – wie beispielsweise den IBM Tivoli Storage Manager (TSM), dessen Clients nur dann lizenziert werden müssen, wenn ein Client in einer entsprechenden TSM-Datenbank registriert ist und zwischen dem TSM-Server und dem Client Kommunikation stattfindet beziehungsweise stattgefunden hat.

Auch das Upgrade auf eine höhere Produktversion kann unbemerkt eine Unterlizenzierung nach sich ziehen. Selbst wenn in der Software-Landschaft des Unternehmens aktiv nichts geändert wurde, kann sich bereits ein Austausch von Hardware-Komponenten massiv auf die Anzahl benötigter PVU-Lizenzen auswirken.

Nachlizenzierungen werden teuer

Diese Szenarien machen deutlich, dass im IBM-Lizenzmanagement Erfahrung und genaue Kenntnis der komplexen IBM-Software-Landschaft unerlässlich sind. Bei einem Compliance Audit muss ein Unternehmen über seinen Software-Einsatz und die entsprechenden Lizenzrechte detaillierte Auskunft geben können. Stellt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft fest, dass die verwendete Software nicht angemessen lizenziert ist, stehen Strafzahlungen und teure Nachlizenzierungen an, die je nach Größe des Unternehmens bis in Millionenhöhe steigen können.

Aus rechtlichen wie aus finanziellen Gründen kann es daher für Unternehmen ratsam sein, sich von einem erfahrenen Lizenzmanager beraten zu lassen. Ein sachkundiger Berater überprüft die aktuelle Lizenzbilanz des Unternehmens, ermittelt bedarfsorientiert die kostengünstigste Lizenzierungsvariante und unterstützt das Unternehmen bei der Einführung einheitlicher Verfahren für Einkauf, Wartung und Lizenzierung der IBM-Software.

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