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Bitkom Digital Office Index 2020 Große Unternehmen sind digitaler

Autor: Melanie Staudacher

Der Bitkom hat deutsche Unternehmen nach dem Stand der Digitalisierung ihrer Verwaltungsprozesse befragt. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Digitalisierungswert gestiegen, wenn auch gering. In großen Firmen wird häufiger papierlos gearbeitet.

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Die Digitalisierung hält in deutschen Unternehmen Einzug, es wird immer weniger mit Papier gearbeitet.
Die Digitalisierung hält in deutschen Unternehmen Einzug, es wird immer weniger mit Papier gearbeitet.
(Bild: terovesalainen - stock.adobe.com)

Jedes dritte Unternehmen in Deutschland arbeitet weitestgehend papierlos. So die Erkenntnis des Digitalverbands Bitkom im Digital Office Index (DOI) 2020. Darin wurden im Mai und Juni 2020 Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und IT-Leiter von 1.104 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten in Deutschland befragt. Insgesamt 86 Prozent der Befragten geben an, ihr Ziel sei es, Briefpost komplett durch digitale Kommunikation zu ersetzen. Im Vergleich zur Umfrage von 2018 hat sich diese Zahl verdoppelt, damals waren es lediglich 43 Prozent. Bereits in den DOI 2016 und 2018 ermittelte der Bitkom einen Durchschnittswert der Digitalisierung, der auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht digitalisiert) bis 100 (vollständig digitalisiert) liegt. Im Jahr 2016 erreichten die deutschen Firmen einen Wert von 50, zwei Jahre später lag der Wert bei 54 Punkten. In diesem Jahr liegt der Wert bei 55 Punkten.

Papier vs. Digitalisierung

In Deutschland verzichten Unternehmen bei der Büro- und Verwaltungsarbeit zunehmend auf Papier. Sechs Prozent der Befragten geben an, dass die Geschäftsprozesse in ihren Unternehmen mittlerweile komplett ohne Papier auskommen. Weitere 30 Prozent arbeiten überwiegend papierlos und gestalten somit rund 75 Prozent ihrer Büroprozesse digital. Dennoch spielt Papier in jedem vierten Unternehmen noch eine sehr große Rolle: Acht Prozent arbeiten komplett und 18 Prozent weitestgehend papierbasiert. Ein Drittel (36 %) setzt gleichermaßen sowohl Papier wie auch digitale Formate ein.

„Die deutsche Wirtschaft macht bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse weitere Fortschritte“, sagt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom. „Das hat nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische Vorteile: Dokumente können ortsunabhängig und schnell gefunden und bearbeitet werden. Es werden keine meterlangen Regale oder Aktenschränke benötigt und schließlich schont der Verzicht auf Papier die Umwelt.“

Große Unternehmen sind Vorreiter

Die Ergebnisse der Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigen, dass größere Unternehmen weniger mit Papier arbeiten.
Die Ergebnisse der Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigen, dass größere Unternehmen weniger mit Papier arbeiten.
(Bild: Bitkom)

Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind der Studie zufolge beim Papierverzicht besonders weit. Hier sind bereits in jedem zehnten Unternehmen die Büro- und Verwaltungsprozesse komplett digital. Außerdem haben in diesen Firmen bereits zwei Drittel (66 %) Papierakten weitestgehend (20 %) oder teilweise (46 %) in ein digitales Format überführt. Im Gegensatz dazu haben in der Gesamtwirtschaft erst 12 Prozent der Unternehmen die Papierakten weitgehend digitalisiert. Weitere 33 Prozent teilweise.

In der Studie wurden zudem Leiter von 51 Organisationen der öffentlichen Verwaltung befragt. Zwar ist diese Zahl nicht repräsentativ, dennoch zeigen die Ergebnisse, dass die Digitalisierung in diesem Bereich fortgeschritten ist. Jede fünfte Behörde (20 %) hat ihre Akten weitestgehend digitalisiert, weitere 67 Prozent haben dies bereits teilweise getan.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH