Aktueller Channel Fokus:

Managed Services

„The 2015 Workforce View in Europe“ von ADP

Generationenkonflikt am Arbeitsplatz

| Autor: Heidemarie Schuster

Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen kann zur Zerreißprobe werden.
Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen kann zur Zerreißprobe werden. (Bild: © Gajus - Fotolia)

Einer Studie von ADP zufolge erleben 67 Prozent der Arbeitnehmer Konflikte aufgrund von Generationenunterschieden. Zudem ist mehr als ein Drittel besorgt über Talent- und Wissensverluste durch den Ruhestand älterer Mitarbeiter.

Bei steigendem Rentenalter und kürzeren Studienzeiten wird es in naher Zukunft nicht unüblich sein, dass bis zu fünf Generationen von Arbeitnehmern Seite an Seite zusammenarbeiten. Doch das Aufeinandertreffen verschiedener Generationen, ihrer Wertsysteme und Arbeitsauffassungen birgt nicht nur die Chance des Wissenstransfers. In der Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt kommt es ebenso zu Konflikten: Das bestätigt die Studie „The 2015 Workforce View in Europe“ von ADP, einem Anbieter von Human-Capital-Management-Lösungen (HCM). Dabei gaben 67 Prozent der Beschäftigten in Europa an, dass sie aktuell bei ihrer Arbeit Konflikte zwischen den verschiedenen Generationen erleben.

Die Verschmelzung einer alternden Belegschaft mit frischen Talenten kann laut ADP demnach schnell zum Salz in der Suppe werden. Besonders mit Blick auf Wertesysteme, Arbeitsstile und Qualifikationen treten die Unterschiede zwischen den Generationen deutlich hervor. Gefördert durch den demographischen Wandel und die Überalterung der Gesellschaft in ganz Europa, sind diese Probleme besonders in Italien (77 Prozent), Spanien und Polen (jeweils 73 Prozent) akut.

Gegensätzliche Ansichten

Zu Konflikten kommt es laut der Arbeitnehmerstudie hauptsächlich durch gegensätzliche Ansichten jüngerer und älterer Mitarbeiter darüber, wie Arbeiten ausgeführt werden sollten (19 Prozent). Weil die Menschen später als je zuvor in den Ruhestand gehen, haben Mitarbeiter außerdem das Gefühl, dass es für neue Talente weniger Raum gibt, die Karriereleiter zu erklimmen (18 Prozent).

Unterschiedliche Wertvorstellungen

Auch die „Generation Y“ sorgt mit ihren neuen Denkweisen für Veränderungen am Arbeitsplatz, die von älteren Generationen nicht immer wohlwollend betrachtet werden. Laut ADP stehen besonders die unterschiedlichen Wertvorstellungen von jungen Kollegen in der Organisation sowie deren andere Herangehensweisen mit Blick auf die unternehmerische Verantwortung bei älteren Mitarbeitern in der Kritik; für 18 Prozent stellt dies ein Problem dar. In ähnlicher Weise haben jüngere Beschäftigte oft das Gefühl, dass gerade alternde Unternehmensführungen den Kontakt zu modernen Trends verloren haben (16 Prozent) und ältere Arbeitnehmer resistent gegen Veränderungen sind (15 Prozent).

Trotz der zahlreichen Differenzen schätzen viele Angestellte in Europa den Wert von Erfahrung: So sind 39 Prozent aller Befragten besorgt darüber, dass durch das Ausscheiden älterer Mitarbeiter dem Unternehmen Talente und Wissen verlorengehen. Dennoch plant nur jedes zehnte Unternehmen, Mitarbeiter nach ihrem Ruhestand als Berater weiter zu beschäftigen, um diesem Verlust vorzubeugen.

Nachwuchstalente

Nicht alle der von den Angehörigen der unterschiedlichen Generationen wahrgenommenen Konflikte finden laut ADP in den betroffenen Unternehmen auch tatsächlich statt. In manchen Fällen können sie demnach auf gegenseitigen Missverständnissen wurzeln: So sind beispielsweise 15 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Ressentiments seitens jüngerer Mitarbeiter lediglich auf der Annahme beruhen, dass ältere Mitarbeiter gegen Veränderungen resistent seien – was nicht zwingend der Fall sein muss.

Mit Blick auf das Thema „Qualifikation“ stellen die älteren europäischen Arbeitnehmer ihren jungen Kollegen – ungeachtet aller Differenzen – ein sehr gutes Zeugnis aus: 92 Prozent von ihnen sind laut der aktuellen Forschungsstudie der Ansicht, dass die jüngeren Generationen mit den nötigen Qualifikationen ausgestattet sind, um ihre Rollen erfolgreich auszufüllen. Diese Zuversicht ist am höchsten in Großbritannien, wo lediglich 6 Prozent der Meinung sind, dass mangelnde Qualifikationen unter jüngeren Mitarbeitern ein Problem für ihre Organisation darstellen. Ebenso sagen nur 14 Prozent, dass ältere Mitarbeiter jüngere Talente, die Führungspositionen übernehmen, als Bedrohung wahrnehmen.

Zur Studie

Für die Studie „The 2015 Workforce View in Europe“ hat ADP aktuell mehr als 11.000 Berufstätige in acht verschiedenen Regionen Europas befragt, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien.


IT-BUSINESS auf WhatsApp!

Mit unserem neuen, kostenlosen WhatsApp-Angebot servieren wir Ihnen jetzt noch schneller und flexibler die Top-News des Tages.

Hier erfahren Sie, wie Sie sich in drei kurzen Schritten zum schnellsten Infokanal der IT-BUSINESS anmelden können.

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43689758 / Studien)