StepStone-Umfrage Gehaltserhöhungen in Corona-Zeiten

Autor: Heidi Schuster

Den Jahresbeginn nutzen viele Arbeitnehmer, um nach Gehaltserhöhungen zu fragen oder um sich nach einem Neuen Job umzusehen, der mehr Gehalt verspricht. In Zeiten der Corona-Pandemie ist alles anders, wie eine Umfrage von StepStone zeigt.

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Fast jeder zweite Beschäftigte verschiebt die Frage nach einer Gehaltserhöhung wegen der Corona-Pandemie.
Fast jeder zweite Beschäftigte verschiebt die Frage nach einer Gehaltserhöhung wegen der Corona-Pandemie.
(Bild: Janina Dierks - stock.adobe.com)

Auch in Pandemie-Zeiten wünschen sich mehr als ein Drittel der Angestellten durchschnittlich 28 Prozent mehr Gehalt. Aber nur etwa ein Viertel gibt in einer StepStone-Umfrage an, im vergangenen Jahr nach mehr Gehalt gefragt zu haben oder dies generell noch tun zu wollen. Fast jeder zweite Umfrageteilnehmer sagt, dass er aufgrund der Corona-Pandemie die Gehaltsforderungen vorerst verschoben habe. Viel wichtiger als eine höhere Bezahlung sei in diesen Zeiten die Sicherheit des Arbeitsplatzes, geben rund drei Viertel der Befragten an. Und die Mehrheit zeigt Verständnis, in der aktuellen Situation erst mal keine Gehaltserhöhung zu bekommen.

„Das Gehalt ist für Menschen zwar immer noch einer der wichtigsten Faktoren bei einem Job, aber nicht der einzige“, sagt StepStone Gehaltsexperte André Schaefer. „Beschäftigten ist zunehmend auch eine attraktive Unternehmenskultur wichtig. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten zahlt es sich für Arbeitgeber aus, wenn sie für eine positive Kultur sorgen und eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Mitarbeitern fördern.“ Mehr als ein Drittel der Beschäftigten würde sich statt einer Gehaltserhöhung in der aktuellen Situation auch mit sonstigen Benefits wie weiteren Urlaubstagen oder einem Jobticket zufriedengeben.

Kaum Auswirkungen für Jobwechsler

In vielen Fällen seien die Gehaltsrunden geringer ausgefallen als erwartet – rund 30 Prozent der Beschäftigten geben jeweils an, dass im vergangenen Jahr in seinem oder ihrem Unternehmen keine Gehaltserhöhungen vorgesehen waren oder variable Bezüge wie Boni gestrichen wurden. 44 Prozent sagen, dass sie insgesamt weniger verdient haben als ursprünglich angenommen, zum Beispiel aufgrund von Kurzarbeit. Und auch wenn der Großteil der Arbeitnehmer mit geringeren Erwartungen in die Gehaltsgespräche gegangen ist, hat fast ein Viertel trotz der aktuellen Lage im vergangenen Jahr eine Gehaltserhöhung bekommen. Auch rund 60 Prozent derjenigen, die im vergangenen Jahr einen neuen Job angefangen haben, sagen, dass die Corona-Pandemie keine negativen Auswirkungen auf das Gehalt hatte.

Die Befragten blicken außerdem optimistisch in die Zukunft: So glaubt der Großteil, dass Gehaltsanpassungen zunehmend möglich sein werden, sobald die Corona-Pandemie beendet ist. Mehr als 20 Prozent erwarten jedoch, dass der Arbeitgeber die Initiative ergreifen wird.

Über die Studie

Für die Studie hat StepStone im September und Oktober 2020 zwei Online-Befragungen unter insgesamt 28.000 Beschäftigten durchgeführt. Darunter waren rund 2.700 Führungskräfte sowie rund 2.000 Recruiter und Manager, die für die Personalbeschaffung zuständig sind.

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 Heidi Schuster

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Redakteurin, Online CvD, Vogel IT-Medien