Fujitsu hat unter dem Codenamen „Kozuchi“ eine KI-Plattform vorgestellt. Sie verfügt über mehrere zentrale KI-Engines und über KI-Komponenten, die sich für verschiedene Anwendungsbereiche eignen. Zwei dieser Komponenten analysieren menschliches Verhalten.
Fujitsu Kozuchi ist eine neue KI-Plattform, die den Einsatz im firmeneigenen Rechenzentrum erlaubt. Sie ist offen für Erweiterungen aus der Open Source Community. Bislang werden die Anwendungsbereiche Smart Factory, Smart Retail und Smart City unterstützt.
(Bild: Fujitsu)
Mit „Kozuchi“ will Fujitsu das schnelle Entwickeln und Testen neuer KI-gestützter Anwendungen fördern. Die „AI Innovation Components“ sind KI-Technologien, die aus der Open Source Community und von Fujitsu-Partnern beigetragen werden. Weil sie standardisiert und koordiniert sind und nur „bescheidene“ Systemressourcen benötigen, sollen sie die Erstellung von Proof of Concepts beschleunigen – eine Phase, an der viele KI-Projekte scheitern.
Die unterstützten Branchen sind bislang Fertigung, Retail und Behörden. Geplant sind auch die Unterstützung für den Finanzsektor und das Gesundheitswesen. Die Plattform soll ab sofort in der Azure-Cloud und on-premises frei verfügbar sein, später soll sie auch auf AWS bereitstehen. Die von Kunden entwickelten Lösungen will der Hersteller in seine Uvance-Strategie und -Plattform aufnehmen.
Wie der Kunde Amadeus Code schreibt, ein Unternehmen für Musikkompositionen, sei es im Hinblick auf Datenschutz und Urheberrechte sehr zu begrüßen, dass ein Kunde im eigenen Haus (on-premises) mit eigenen Daten KI-basierte Anwendungen und Produkte erstellen könne.
Smart Factory
Workflow-Analyse und -Visualisierung dienen der Umsetzung der Developer Experience (DX) an Fertigungsstätten. Das dient zu deren Optimierung, indem Arbeitsabläufe bei einzelnen Fabrikarbeitern analysiert und Fehler oder Mängel korrigiert werden.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die QA-orientierte Inspektion von Produktmängeln. Mit einer KI lässt sich eine kontinuierlich hohe Erkennungsgenauigkeit zu niedrigen Kosten realisieren. Die Quality-Assurance-Erkennung basiert auf Bilddaten, die mit hoher Treffsicherheit interpretiert werden. Der KI-Einsatz soll eine zeitbedingte Verminderung verhindern helfen, so etwa dann, wenn die Fertigungsumgebung verändert wird. Die Vorteile sollen eine erhöhte Produktivität und Produktqualität sein.
Die KI-gestützte Defektanalyse verbessert die Produktqualität, indem sie die Daten von vereinzelt auftretenden Defekten analysiert. So soll sie herauszufinden, unter welchen Bedingungen des Herstellungsprozesses Defekte auftreten und sie korrigieren.
Smart Retail Store
Bei der Analyse des Verbraucherverhaltens soll Kontextmarketing in physischen Ladengeschäften umgesetzt werden. Eine KI-gestützte, detaillierte Visualisierung des Verbraucherverhaltens im Laden soll das Kundenerlebnis personalisieren und verbessern. So löblich die Absicht auch erscheinen mag, so steckt vielleicht auch Personalmangel dahinter.
Offenbar kommt es immer wieder zu absichtlichen oder versehentlichen Fehlberechnungen der Kunden im Selbst-Checkout-Bereich eines Ladengeschäfts. Durch den Einsatz von Videokameras, deren Videoanalyse und der Verbindung zum Point of Sale soll es der KI gelingen, in unterbesetzten Läden Betrug zu verhindern. Diese Überwachung von Selbstbedienungskassen befindet sich noch in Vorbereitung.
Smart City
Bekanntermaßen sind auch japanische Städte nicht von Terroranschlägen und Naturkatastrophen verschont geblieben. Um wenigstens verdächtiges Verhalten im öffentlichen Raum zu erkennen, werden Videokameras und Überwachungssysteme eingesetzt. Um eine sichere, geschützte Bevölkerung zu erreichen, muss das KI-Modell aber darauf trainiert werden, wie es menschliches Verhalten als „verdächtig“ oder „riskant“ einstufen kann.
AI Core Engines
AI Core Engines sind laut Fujitsu „Werkzeuge und Software-Komponenten“, die auf Fujitsus KI-Technologien wie etwa Algorithmen und Deep-Learning-Modellen basieren. Kunden können diese Engines auch ganz direkt bei sich im Rechenzentrum installieren, ohne eine Cloud bemühen zu müssen. Bis dato bietet Fujitsu drei Engines an.
Mit „Fujitsu AutoML“ sollen sich Machine-Learning-Modelle auf der Grundlage von Datenbanktabellen automatisch erstellen lassen. Zu diesen Modellen zählen Versuch-und-Irrtum-Ausführungsprogramme.
Die Engine „Fujitsu AI Ethics for Fairness“ soll in der Lage sein, die Fairness und Unvoreingenommenheit von KI-Modellen, ihren Trainingsdaten und Entscheidungen zu verifizieren und nötigenfalls zu verbessern.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Ursachenfindung ist ein bedeutender Zweig der Analyse in vielen Anwendungsbereichen. Fujitsus KI-Engine soll in der Lage sein, „unter allen Bedingungen“ aus sehr umfangreichen Datenmengen kausale Beziehungen einerseits zu berechnen und zum anderen individuelle Kausalbeziehungen zu entdecken, welche meist übersehen werden. Das klingt nach einer idealen Anwendung für eine Graph-Engine.
Wer sich mit den technischen Details befassen möchte, findet hier eine Reihe von Artikeln des Herstellers. Die drei Bereiche sind Explainable AI, Discovery AI und Human Sensing. Unter Explainable AI (XAI) versteht Fujitsu vor allem „Wide Learning”, das sich in vielerlei Hinsicht von „Deep Learning“ unterscheidet. Drei Case Studies sollen das demonstrieren. Zu „Discovery AI“ liefert Fujitsu lediglich eine umfangreiche Case Study an der Tokyo Medical and Dental University.
Es gibt kaum ein komplizierteres Anwendungsfeld als das Verstehen menschlichen Verhaltens. Der Fujitsu Actlyzer soll dieses Verhalten verstehen, beurteilen und sogar vorhersagen. Diese Technologie sei bereits im Einsatz.
„Mit der AI Core Engine von Kozuchi und Computing-Plattform werden Start-ups in der Lage sein, ihre Produktivität zu steigern, bessere Kundenerlebnisse zu schaffen und schließlich erfolgreichere Unternehmen aufzubauen“, sagt Mikihiro Yasuda, Founding Partner vom Venture-Capital-Unternehmen Hike Ventures, das seinen Sitz in Kalifornien hat.