„Wir dürfen Abwärme aus Rechenzentren nicht einfach in die Luft blasen“, sagt Chris Kramar, Director & General Manager OEM DACH bei Dell Technologies und erläutert, wie Unternehmen heute und künftig Abwärme nutzen und viel mehr Strom sparen können.
Chris Kramar, Director & General Manager OEM DACH bei Dell Technologies
(Bild: Dell Technologies)
Dell zählt Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu den wichtigsten Zukunftsthemen für die Industrie. Der Fokus liegt laut Chris Kramar, Director & General Manager OEM DACH bei Dell Technologies, ganz klar auf der Energieeffizienz, die die Künstliche Intelligenz (KI) auf ein neues Level heben helfen soll. „Unsere Server statten wir zum Beispiel mit Innovationen wie Multi-Vektor-Kühlung aus und entwickeln sie unter Berücksichtigung der mit Hilfe von KI errechneten Leistungsoptimierung weiter“, so Kramar.
Weitere Beispiele für klimafreundliche Workload-Anwendungen seien Lösungen für die Flüssigkühlung mit Leck-Sensor-Technologien sowie USV-Anlagen, die bis zu 96 Prozent Effizienz erreichen sollen. „Wir achten streng darauf, dass Geräte und Lösungen sowohl auf den jeweiligen Anwendungsfall als auch auf maximale Effizienz hin optimiert sind. Das schließt auch unsere modularen Rechenzentrumslösungen (MDC) mit ein, die von einzelnen Rack-Remote-/Hardbend-Lösungen bis hin zu vollständigen 100±Rack-Lösungen reichen“, berichtet der Geschäftsführer.
Alternative Kühlungsoptionen
Eine weitere Kühlungsoption stellt seiner Beobachtung nach die Liquid-Cooling-Technologie dar, die als ein- und zweiphasiges Direct Liquid Cooling verfügbar ist. Die Zweiphasenkühlung unterscheidet sich insofern von der Einphasenkühlung, als dass die Kühlflüssigkeit verdampft und dann erst wieder in einen flüssigen Aggregatszustand überführt wird. Bei der Einphasenkühlung verbleibt die Kühlflüssigkeit im flüssigen Zustand. Während die Einphasenlösung grundsätzlich günstiger und simpler ist, ist der Flüssigkeitsverlust im geschlossenen Zwei-Phasen-System niedriger. „Physisch implementieren wir beide Varianten in Server-Systemen als sogenanntes Direct Liquid Cooling Rack“, erläutert Kramar. Dell verfügt über eine ganze Reihe von Servern, die „Immersion ready“ sind, also ausgelegt für die Temperaturregelung via Eintauchen der Geräte in Kühlflüssigkeit.
Von der Kühlung zur Abwärme ist es nur ein kleiner Schritt. „Eine ganz großartige und mehr als sinnvolle Idee ist es, die Abwärme nicht einfach nur sprichwörtlich in die Luft zu blasen, sondern sie gewinnbringend zu nutzen“, so Kramar weiter. „Immer mehr Kunden wollen nachhaltiger werden, sodass in diesem Bereich ganz neue Geschäftsfelder entstehen. Manche Serverzentren können auf diese Weise sogar noch einen Zugewinn im gewissen Rahmen erzielen, denn die Abwärme ist für Stadtwerke und Energielieferanten tatsächlich wertvoll, so dass sie dafür bezahlen.“
Energieeffizienz um jeden Preis?
Die größte Herausforderung im RZ sei aktuell jedoch die Verdichtung der Rechenleistung, denn diese resultiere in einen deutlich höheren Stromverbrauch: „Ein komplettes IT-Rack kann zum Beispiel sehr schnell einen Strombedarf von über 60 Kilowattstunden erreichen“, erläutert der Experte. Ein hoher Energieverbrauch sei aber nicht nur kostenintensiv, er lasse sich mit klassischen Methoden kaum mehr ausreichend kühlen.
Eine weitere heftige Diskussion in der Branche betreffe derzeit die Power Usage Effectiveness. Der PUE-Wert wurde bereits 2007 von der gemeinnützigen Organisation The Green Grid definiert und zeigt an, wie effizient Rechenzentren Energie nutzen. Heute ist er ein weltweit beliebter Richtwert für die Energieeffizienz von großen IT-Zentren. Viele Unternehmen haben es sich zum Ziel gesetzt, ihren PUE-Wert auf unter 1,05 zu drücken und die dabei entstehende Abwärme anderweitig zu nutzen oder gar zu monetarisieren. Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, eignen sich Liquid-Cooling-Lösungen in den Augen von Kramar ausgesprochen gut.
„Es ist klar, dass Abwärme ein buchstäblich heißes Thema ist und bleiben wird. Es wäre daher wünschenswert, standardisierte Modelle für die Nutzung der Abwärme von Rechenzentren zu entwickeln. Da immer mehr Unternehmen Nachhaltigkeit und Umweltschutz als strategisch wichtig erachten, ist zu erwarten, dass sich ihr gesamtes Energienutzungsverhalten grundlegend verändern wird – und das branchenübergreifend“, sagt Kramar. „Green IT ist, wenn sie im Wortsinn und nicht als Greenwashing-Buzzword verwendet wird, ein Zukunftsmodell. Und zu guter Letzt wird auch künstliche Intelligenz in Rechenzentren beziehungsweise bei deren Planung eine große Rolle spielen. KI könnten Unternehmen zum Beispiel dafür einsetzen, die vorhandene Fläche möglichst effizient zu nutzen.“
Kramar ist nur eine von vielen Mitwirkenden an unserem neuen Channel Focus „Power & Cooling“, in dem insbesondere und ausführlich die Bereiche Stromversorgung und Kühlung angesprochen werden. Erfahren Sie, wie Partner und Serviceprovider im IT-Markt und der Rechenzentrums-Branche 2024 auf neue rechtliche Vorgaben reagieren und Ausgaben begrenzen können.
Stand: 08.12.2025
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