Die IT-Branche ist nach wie vor eine Männerdomäne. Daher müssen Unternehmen weibliche IT-Expertinnen intensiver fördern, denn in Deutschland fehlen so viele Fachkräfte wie noch nie. Anlässlich des Weltfrauentags äußern sich IT-Verantwortliche dazu.
Für ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis in der IT-Branche müssen weibliche Führungskräfte als Vorbilder vorangehen.
(Bild: Copilot/ KI-generiert)
Laut einer Studie des Digitalverbandes Bitkom sind 68 Prozent der Unternehmen davon überzeugt, dass sich die Fachkräftelücke ohne Frauen nicht schließen lässt. Ebenfalls befürchten zwei Drittel, dass die IT-Branche ohne Frauen ihre Zukunft verspiele. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst erklärt: „Wer weiter dem Irrglauben anhängt, Frauen seien für IT-Berufe per se weniger geeignet als Männer, darf sich über Fachkräftemangel nicht wundern.“ Schließlich sind Bitkom zufolge in Deutschland momentan 149.000 IT-Jobs unbesetzt. Das ist ein historischer Höchststand.
Doch was hält Frauen davon ab, IT-Berufe zu ergreifen? Einerseits verzeichnen die MINT-Studiengänge (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) seit einigen Jahren rückläufige Studierendenzahlen, wie aus den Daten des statistischen Bundesamtes hervorgeht. Andererseits ist der Anteil von Frauen in der IT-Branche immer noch vergleichsweise gering. Dabei stünden mit dem passenden technischen Knowhow die Chancen für einen schnellen Karriereaufstieg in der IT für den weiblichen Nachwuchs sehr gut.
Blind sind ITK-Unternehmen beim Mangel an weiblichen IT-Fachkräften nicht und erkennen laut Umfrage zumindest einen dringenden Handlungsbedarf: Eine Mehrheit von 73 Prozent ist sich einig, dass die ITK-Branche das volle Potenzial von Frauen unterschätzt. Ebenso stimmen knapp drei Viertel der Befragten zu, dass eine höhere Präsenz von Frauen die Produktivität und Kreativität in Teams und Unternehmen steigert. Um das zu erreichen, braucht es auch unbedingt mehr Frauen als Vorbilder in IT-Führungspositionen.
Klischees und starke Vorbilder
Michal Lewy Harush, CIO Aqua
(Bild: Aqua)
Veraltetete Rollenklischees sind nur ein Stolperstein von vielen, der einer größeren Präsenz von Frauen in IT-Berufen im Wege steht. Doch wer etwas grundsätzlich daran ändern möchte, muss sehr früh beginnen. Das Haupthindernis ist kultureller Natur, ist Michal Lewy Harusch, CIO von Aqua Security, überzeugt. „Frauen werden oft in das Paradigma hineingeboren und erzogen, dass Technik nichts für sie sei. Wir müssen das infrage stellen, angefangen bei der Bildung. Spezielle Programme in Schulen, die Mädchen ermutigen, sich für Technik zu interessieren, sind unglaublich wertvoll, und auch Einzelpersonen können einen großen Unterschied machen, indem sie als Vorbilder fungieren“, erklärt Harusch.
Siroui Mushegian, CIO Barracuda Networks
(Bild: Barracuda Networks)
Ist das Interesse einmal geweckt, ist es auch im weiteren Verlauf der Karriere hilfreich, sich an diesen Vorbildern zu orientieren. So können Frauen leichter zu „qualifizierten, starken Führungskräften heranwachsen. Mentorship kann eine wichtige Rolle dabei einnehmen“, betont Siroui Mushegian, CIO, von Barracuda Networks.
Wer junge weibliche Talente für sein Unternehmen gewinnen möchte, muss auf flexible Arbeitsmethoden setzen und sich von veralteten Arbeitsmodellen verabschieden. Zusätzlich bieten Aspekte wie Inklusion, Gleichstellung und die Förderung einer ausgewogenen Work-Life-Balance attraktive Anreize, um den Nachwuchs zu überzeugen. Denn alle genannten Aspekte, gewinnen insbesondere bei der Gen-Z immer mehr an Bedeutung. Auch für eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben haben viele Unternehmen noch Luft nach oben. Auch Oylum Tagmac, Senior Director, Internationales Partnermanagement, bei den Cyber-Resilienz-Experten von Commvault, sieht hier Unternehmen in der Pflicht, Frauen auch „bei Karriereunterbrechungen zu helfen und ihnen nach ihrer Rückkehr Wiedereinstiegsprogramme anzubieten. Flexible Arbeitszeiten und hybride Arbeitsmodelle können diesen Übergang erheblich erleichtern und bieten Frauen neue Möglichkeiten, sich beruflich zu entfalten und gleichzeitig ihren Aufgaben in der Familie nachzukommen“, so Tagmac.
KI als Helfer für Gleichberechtigung
Künstliche Intelligenz wird sich weiter als Schlüsseltechnologie der Zukunft entwickeln und weite Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft maßgeblich prägen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Frauen bei der Entwicklung gleichberechtigt beteiligt sind. Ähnlich sieht es auch Susan Garden, Director Account Technical Leader bei IBM DACH: „Weibliche Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle, indem sie ethische, inklusive und innovative Praktiken in die KI-Entwicklung und Anwendung einbringen. Ihre Perspektiven sind unerlässlich, um Technologie gerecht und vielfältig zu gestalten.“ Und auch im Bewerbungsverfahren könnte KI einen Platz finden und dabei helfen, menschlichen Vorurteilen in Personal- und Fachabteilungen entgegenzuwirken. Weiterhin könnten Bewerberlisten und Beförderungsverfahren mithilfe von KI ausgeglichener gestaltet werden.
Stand: 08.12.2025
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Zur Umfrage
Die Umfrage wurde im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom durchgeführt. Insgesamt wurden 503 Unternehmen in Deutschland befragt, die jeweils mindestens 10 Mitarbeiter beschäftigen, darunter fallen Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation, Software- und IT-Dienstleistungen sowie Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, Telekommunikationsgeräten und Unterhaltungselektronik. Die Befragungen wurden mit Führungskräften, Entscheidungsträgern und Personalverantwortlichen von der ersten bis zur sechsten Kalenderwoche 2024 durchgeführt. Bitkom und weitere Partner setzen sich in der Initiative #SheTransformsIT dafür ein, Frauen für Karrieren in der digitalen Wirtschaft zu begeistern und weibliche Fach- und Führungskräfte gezielt zu unterstützen. Dieses interdisziplinäre Bündnis aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft verfolgt das Ziel, die Präsenz und Einflussnahme von Mädchen und Frauen im digitalen Wandel entscheidend zu stärken..