GfK-Konsumklimastudie für Mai 2021 Erholung des Konsumklimas in Sicht

Autor: Heidi Schuster

Die Konsumstimmung der Verbraucher zeigt im Mai endlich wieder mehr Licht als Schatten. Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen legen zu. Dagegen erleidet die Anschaffungsneigung nach drei Anstiegen in Folge moderate Einbußen.

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Die deutschen Konsumenten sehen langsam wieder mehr Licht als Schatten.
Die deutschen Konsumenten sehen langsam wieder mehr Licht als Schatten.
(Bild: Thaut Images – stock.adobe.com)

Es scheint, dass der Konjunkturoptimismus der Verbraucher zurückkehrt. Der Indikator Konjunkturerwartung steigt im Mai deutlich an. Nach einem Plus von knapp 34 Punkten springt er mit 41,1 Punkten auf den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren. Im März 2018 wurden 42,8 Punkte gemessen.

Wir lassen die dritte Welle mehr und mehr hinter uns, die Inzidenzen sinken seit einigen Wochen signifikant. Und auch beim Impfen machen wir große Fortschritte. Als Folge daraus sind Öffnungen und eine Abkehr vom strengen Lockdown möglich. Dies beflügelt momentan in erster Linie den Konjunkturoptimismus und sorgt für konjunkturelle Aufbruchstimmung.

Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte

Der deutliche Anstieg der Konjunkturaussichten lässt zudem die Hoffnung aufkeimen, dass in der zweiten Jahreshälfte auch die Konsumstimmung mehr davon profitiert und sich der private Konsum erholen kann. Im Augenblick wird die deutsche Wirtschaft in erster Linie durch die positive Exportentwicklung, speziell im Waren- und Dienstleistungsverkehr mit China und den USA, gestützt.

Einkommenserwartung

Mit den Konjunkturaussichten legt auch die Einkommenserwartung im Mai zu. Nach einem Plus von 10,2 Zählern klettert der Indikator auf 19,5 Punkte. Damit macht er einen wesentlichen Teil der Verluste aus dem Vormonat (-13 Punkte) wieder wett. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht momentan ein Plus von mehr als 25 Punkten zu Buche.

Die Lockerungen und damit verbundenen Öffnungen von beispielsweise der Gastronomie und Hotellerie, werden eine Reihe von Beschäftigten aus der Kurzarbeit führen. Damit steigen auch die Hoffnungen auf eine bessere Einkommensentwicklung.

Anschaffungsneigung

Im Gegensatz zur Einkommenserwartung kann die Anschaffungsneigung offenbar nicht von dem stark gestiegenen Konjunkturoptimismus profitieren. Nach drei Anstiegen in Folge erleidet der Indikator wieder Einbußen. Er verliert 7,3 Zähler und weist nun zehn Punkte auf. Damit liegt er immer noch um 4,5 Punkte über seinem Vorjahreswert.

Trotz der bislang vorgenommenen oder angekündigten Öffnungen und Lockerungen sind nach wie vor eine Reihe von Konsummöglichkeiten, vor allem in Dienstleistungsbereichen, nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Dies dürfte momentan eine spürbare Erholung der Anschaffungsneigung bremsen, so die GfK.

Dabei sind die Voraussetzungen für eine deutliche Erholung der Konsumstimmung gut. Durch die Lockdowns verfügen breite Teile der privaten Haushalte über beträchtliche finanzielle Rücklagen. Dies zeigt sich an der gestiegenen Sparquote der privaten Haushalte. Sie ist während der Pandemie auf etwa 16 Prozent gestiegen. 2019 lag sie noch zwischen 10 und 11 Prozent. Somit stehen für mögliche Nachholeffekte beträchtliche Mittel zur Verfügung, so die Marktforscher weiter.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 6. bis 17. Mai 2021. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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Über den Autor

 Heidi Schuster

Heidi Schuster

Redakteurin, Online CvD, Vogel IT-Medien