Vorläufiger Insolvenzverwalter berufen E&K Data ist insolvent

Redakteur: Regina Böckle

Die Serie der Pleiten in der Branche reißt derzeit nicht ab. Jetzt hat der Viersener Distributor E&K Data Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Mönchengladbach hat heute Dr. Markus Kier von der Düsseldorfer Rechtsanwaltskanzlei Piepenburg-Gerling zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufen. Der Geschäftsbetrieb soll vorerst unverändert weiterlaufen.

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Gestern hat der Vorstand des Viersener Distributor E&K Data beim Amtsgericht Mönchengladbach Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Laut Aussagen des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Markus Kier habe in erster Linie die allgemein anhaltende Kaufzurückhaltung vor allem im CE-Bereich, gekoppelt mit dem rasanten Preisverfall im IT-Umfeld und die daraus resultierende drohende Zahlungsunfähigkeit das Unternehmen zu diesem Schritt gezwungen. Der Geschäftsbetrieb werde angesichts des derzeit vorhandenen Auftragsbestands vorerst jedoch unverändert fortgeführt werden.

Der vorläufige Insolvenzverwalter wird nun prüfen, welche Chancen bestehen, das Unternehmen mit den Instrumenten der seit 1999 geltenden Insolvenzordnung zu sanieren und langfristig fortzuführen. »Wir müssen nun so schnell wie möglich die gegenwärtige Lage des Unternehmens analysieren, um die Zukunft gestalten zu können«, so Kier, der die notwendigen Schritte zur Vorfinanzierung des Insolvenzgelds für die Mitarbeiter bereits eingeleitet hat.

Zu Fragen der Garantie-, Gewährleistungs- und RMA-Übernahme könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen machen, erklärte der Sprecher des Insolvenzverwalters gegenüber IT-BUSINESS. Kier sei heute den ganzen Tag bei E&K Data vor Ort zur Bestandsaufnahme.

»Die Gewissheit, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch im vorläufigen Insolvenzverfahren ihr Gehalt weiter bekommen, ist eine der wesentlichen Maßnahmen, um den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und ohne Einschränkungen fortzuführen«, erklärt Kier.

Die am 1. Juli 1992 gegründete E&K Data AG mit 35 Beschäftigten setzt im vergangenen Jahr rund 40 Millionen Euro um. Das Unternehmen hat sich auf den Vertrieb von PC-Komponenten wie Grafikkarten, Monitore und Eingabegeräte spezialisiert. Zum Angebot gehören neben Notebooks auch Produkte aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik und seit zwei Jahren auch Navigationssysteme. Erst im Mai 2008 hatte E&K in größerem Umfang den Vertrieb digitaler Bilderrahmen und moderner Navigationssysteme mit GPS-Modul (Global Positioning System zur Funkübertragung von Navigationsdaten), Bluetooth-Freisprecheinrichtungen und anderen Navi-Zubehörprodukten übernommen. Der wirtschaftliche Schwerpunkt des Großhändlers lag seit Gründung des Unternehmens auf dem Bereich Datenspeicherung, von optischen Laufwerken über Speicherkarten bis hin zu Medien aller Art.

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