In einer zunehmend agilen Welt sind Managementkonzepte oft schnell überholt. Wie können Firmen trotzdem erfolgreich planen? Professor Julian Kawohl und sein Unternehmen Ecosystemizer machen mit ihrem Buch „Ecosystemize Your Business“ mehr als nur einen Aufschlag.
So könnte, grob vereinfacht, ein Ökosystem aussehen. Mehrere Firmen arbeiten zusammen in einem Ökosystem, um die Probleme ihrer Kunden ganzheitlich zu lösen.
(Bild: Canva/Lucas Schmidt)
Mit dem Buch „Ecosystemize Your Business“ gibt Autor Professor Julian Kawohl Unternehmen konkrete Managementkonzepte mit auf den Weg, um ihr Business in ein Ökosystem zu verwandeln. Doch was versteht man unter einem Ökosystem und welche Chancen ergeben sich aus diesem Ansatz?
Ökosysteme sind Erfolgsfaktoren
Vereinfacht gesagt, entsteht ein Ökosystem durch die Kooperation mehrerer Unternehmen. Entscheidend dabei ist, dass sie nicht nur einander als Zulieferer dienen, sondern auf vielen Ebenen zusammenarbeiten. „Unternehmen werden Partner, um gemeinsam ein werthaltigeres Angebot für ihre Kunden zu machen“, beschreibt Kawohl die Kooperation in einem Ökosystem. Doch innerhalb eines solchen Ökosystems ändert sich noch mehr.
Früher galt es als Erfolgsfaktor, das beste Produkt in der jeweiligen Branche oder Industrie anbieten zu können. Ist der Markt gesättigt, bestand die einzige Möglichkeit sein eigenes Stück vom Kuchen zu vergrößern darin, seinen Konkurrenten genau dieses Stück abzunehmen. Heutzutage machen Firmen wie Apple vor, dass es auch anders geht. Sie schaffen es, über Branchen hinweg erfolgreich zu sein, indem sie mehrere Bedürfnisse ihrer Kunden, zusammen mit ihren Partnern, befriedigen. Die Geburt eines Ökosystems!
Ein allgemeineres Beispiel ist der klassische deutsche Autobauer. Anstatt sich nur auf ihr Produkt „das Auto“ zu fokussieren, sollten sie laut Kawohl den kompletten Mobilitätsbereich, also die eigene Domäne betrachten. Selbst außerhalb dieser ergeben sich Potenziale etwa durch die Attention-Time im Auto, in der beispielsweise Multimedia-Inhalte abgerufen werden. Daraus bieten sich dann weitere Kollaborationspotenziale, um die Gesamtheit der Bedürfnisse und Probleme eines Autofahrers zu befriedigen und zu lösen.
Um diesen Ansatz auch als Unternehmen jeder Art bewerkstelligen zu können, hält Kawohl ein Umdenken in den Firmen für erforderlich. Der Fokus solle nicht mehr auf den Produkten des Unternehmens liegen, sondern eben auf den Bedürfnissen von Personen, wie sich diese wandeln und wie diese befriedigt werden können.
Professor Julian Kawohl ist Autor des Buchs „Ecosystemize Your Business“ und Gründer der Firma Ecosystemizer.
(Bild: ecosystemizer)
Ökosystemorientierte Unternehmen werden in den kommenden Jahren einen klaren Vorteil haben. Sie werden Standards setzen, die Regeln für das Geschäft definieren und Marktführer werden, indem sie die Profitpools vom konventionellen Geschäft weg verlagern.
Professor Julian Kawohl
Potentiale für den Channel
Doch wir bestimmen nicht mehr gänzlich allein, was Bedürfnisse sind und wie sie gestillt werden können. „KI wird helfen, Entscheidungen zu treffen oder vorzubereiten“, sagt Kawohl. Die riesigen Datenmengen, die KI und ML verarbeiten können, zeigen demnach neue Perspektiven auf, was Bedürfnisse sind und wohin sie sich entwickeln werden. Deswegen brauchen wir dem Professor zufolge Denkmuster, die diese Entwicklung mittragen und Menschen, die sie in Organisationen einbringen. Denn: KI sei ein Booster für Kollaborationen! Ökosysteme bestehen genau aus solchen Kollaborationen. Daraus folgt für Kawohl eine klare Schlussfolgerung: „Wir müssen auch KI, ökosystemisch denken!“.
Genau das macht das Thema auch für den Channel relevant. Aber nicht nur weil KI im Portfolio vieler Channel-Unternehmen eine Rolle spielt. Sondern auch weil sich dadurch Möglichkeiten für Kooperationen und neue Geschäftsmodelle ergeben. Eine Option sind datengetriebene Geschäftsmodelle. IT-Unternehmen haben oft eine Fülle an Daten, Daten die eventuell andere Unternehmen für ihre KI benötigen würden oder Daten, mit denen neue Geschäftsfelder erschlossen werden können. Kollaborationspotenziale gibt es aber auch beispielsweise in der Distribution. Das Image der „Kistenschieber“ ist längst veraltet, durch eigene Assets wie ihr Distributionsnetzwerk oder Kundendaten ergeben sich für Kawohl auch hier etliche Potenziale durch ökosystemisches Denken neue Geschäftsmodelle zu ergründen. Als Beispiel führt Kawohl einen IT-Dienstleister an, der eine Software für eine Wohnbaugesellschaft bereitstellt. Auch dort gehe es schlussendlich darum, dass die Mieter zufrieden sind. B2B-Unternehmen müssen also für Firmen, die näher am Menschen sind, mitdenken. Dadurch sollen sie dauerhaft in der Lage sein weitere Services anbieten zu können und gleichzeitig der präferierte Dienstleister zu sein.
Die Rollenverteilung innerhalb eines Ökosystems etabliert ein human-centric-thinking. Abgkürzt Ecosystem to human (E2H).
(Bild: Buch: „Ecosystemize your business“)
Wie setze ich dieses Konzept um?
Um Unternehmen auf diesen Paradigmenwechsel vorzubereiten und ihnen gleichzeitig konkrete Managementkonzepte an die Hand zu geben, hat Professor Kawohl und sein Team das Buch „Ecosystemize Your Business“ geschrieben. Das Buch zeigt auf, wie Organisationen mit den neuen Realitäten umgehen und gibt Denkanstöße, wie Ökosysteme gebildet werden können. Es behandelt Themen wie Life-Areas oder Lock-In-Effekte. Und geht den Fragen nach welche Partner brauche ich? Was sind meine Assets? Welche Domäne ist für mein Unternehmen interessant?
Stand: 08.12.2025
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Zusammenfassend bietet das Buch ein Set an anwendbaren Frameworks, um Unternehmen das Wissen an die Hand zu geben Ökosysteme umsetzen zu können.
Professor Julian Kawohl
Während seiner Zeit bei AXA war Professor Julian Kawohl bereits mit der dortigen strategischen Ausrichtung beauftragt. Danach widmete er sich in seiner Professur an der HTW-Berlin der Entwicklung von Branchen und Industrien. In seiner Forschung, die er als action-based-research beschreibt, stellte er fest, Wettbewerbslogiken gehen in die Richtung von Ökosystemen und auch bei Managern herrscht ein Bedarf besser zu verstehen, wie sich Märkte wandeln. Seine Antwort: Firmen müssen weg von klassischen Industrien, hin zu Domänen! Dafür hat er in seinem Buch nun nicht nur den Aufschlag gegeben, sondern auch konkrete Managementkonzepte aufgezeigt.